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Glücklicher Single, geht das auf Dauer?

Einfach_So

Ich bin jetzt erst wieder seit ein paar Monaten Single, nach ca. 4 Jahren (Fern-)Beziehung.
Bereits im letzten Jahr der Beziehung fand wohl auch schon ein Trennungsprozess statt, der einfach lange unausgesprochen blieb, weshalb ich nun vielleicht nicht ganz in ein tiefes Loch gefallen bin.

Insgesamt habe ich sogar das Gefühl recht gut damit klar zu kommen und es tut sicherlich auch gut, sich mal wieder intensiver mit sich beschäftigen zu können und mal wieder mehr Zeit an den Wochenenden zu haben.

Und trotzdem gibt es wieder diese Abende, an denen ich es satt habe alleine zu sein und mir einfach eine Person an meine Seite wünsche, die mich versteht und liebt wie ich bin und umgekehrt. In so Momenten können die kleinsten Trigger mich schon traurig stimmen. (Filme mit HappyEnd zum Beispiel) Da kommen einfach die unmöglichsten Gedanken: "Bin ich zu verquer, dass meine Beziehungen nicht halten?" Oder "warum kann niemand um mich so kämpfen?" oder "ich werde nie jemanden kennen lernen, den ich so lieben würde" . Total bescheuert, ich weiß.

Da werde ich mir auch unsicher, ob ich überhaupt als Single auf Dauer so richtig glücklich sein kann, wenn dann doch immer wieder dieses Bedürfnis nach Zweisamkeit aufkommt.

10.05.2020 22:46 • #1


Lebensfreude

Lebensfreude


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du hast dir deine Frage doch selbst beantwortet

10.05.2020 23:39 • #2



Glücklicher Single, geht das auf Dauer?

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n-ever

n-ever


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nur so als Tipp: "romantische Komödien" usw verfälschen deinen Blick auf das wahre Leben und das was dir wirklich gut tut. Guck soetwas nicht. Es gibt bessere Möglichkeiten deine Lebens-Zeit zu nutzen

10.05.2020 23:45 • x 2 #3


BrokenHeart

BrokenHeart


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Du bist noch so jung und hast noch so viel Zeit.
Genieße doch erstmal Deine Freiheit. Eine neue Beziehung wird sich dann von ganz allein ergeben, wenn es passt ....... gibt Dir Zeit und Ruhe

10.05.2020 23:50 • x 1 #4


huhu79


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Ich finde diese Gedanken auch ziemlich normal, denke, die hatten viele von uns schon. Auch ich. Das war aber eher Selbstmitleid, als ich noch sehr jung war. Sehr, sehr jung. Also noch vor meinen Zwanzigern.

Inzwischen bin ich vierzig und hab eine Geschichte hinter mir, die mir etwas klar gemacht hat. Das mag für viele sehr Rosamunde-Pilcher-mäßig klingen, aber tatsächlich ist das nur meine ehrliche Meinung über das, was ich erlebt habe und das, was ich empfinde: Ich habe meine zweite Hälfte gefunden. Und mir wurde klar, dass ich eigentlich keine Beziehung mehr will, weil ich weiß, dass es eine zweite Hälfte nur einmal gibt und man dann doch unehrlich gegenüber allen wäre, die nachkommen könnten, wenn man von vornherein schon weiß, dass sie nicht diese zweite Hälfte sind.

Ja, wer sagt mir, dass das meine zweite Hälfte war? Die Gewissheit. Und ein paar andere Gefühle, die ich in dieser Tiefe, in diesem Ausmaß nicht kannte. Nicht so, nein. Ein User hier hat das sehr treffend als Seelenliebe bezeichnet und beschrieben.
Die erkennt man, wenn man sie trifft. Zuvor scheint einem das eine verklärte Phrase für etwas, an das man glauben muss.

Und warum hat es nicht gehalten, wenn das die große Liebe war? Weil niemand sagt, dass die große Liebe für immer hält. Nur, weil etwas endet, ist es nicht per se falsch gewesen. Das, was ich erleben durfte, war etwas, das ich so zuvor noch nicht erlebt habe. Und es war nicht meine erste Beziehung. Und auch nicht meine zweite. Ich bin auch nicht naiv oder idealisiere irgendetwas, sondern ich habe einfach nur festgestellt, dass ich mir die Nähe, die ich zu diesem Menschen empfunden habe, nicht erklären kann. Außer eben damit, dass es sich dabei um meine zweite Hälfte handelt. Und genau so fühlt es sich an.

Meine Mitte habe ich inzwischen wiedergefunden und es geht mir gut. Ich bin auch wieder voller Zuversicht und Lebensfreude, denke allerdings natürlich noch an ihn und das ist oft schmerzhaft. Weil er eben nicht Teil meines Leben ist. Und ich denke viel über das nach, was war, weil mein Herz ihn vermisst. Es ist eben meine Hälfte, die fehlt.

Ob ich das jetzt so stehen lassen will und weitergehe, auf meinem Weg den einen oder anderen Menschen kennernlerne, mit dem sich vielleicht etwas ähnliches aufbauen könnte, ist ja meine ureigene Entscheidung. Und ich fände das einfach falsch. Ich verstehe, wenn andere das nicht falsch finden und für sich entscheiden, dann eben ein anderes Glück auszuprobieren. Das ist sicherlich auch nicht generell unehrlich oder moralisch betrachtet falsch.

Für mich, in meinem Leben und mit meiner Voraussetzung ist es das. Ich möchte das nicht. Tatsächlich habe mich selten mit einer Erkenntnis so klar gefühlt wie mit dieser hier jetzt. Seit ich mir das so bewusst werden lassen habe, hat sich für mich einiges positiv verändert. Klingt das verklärt? Irgendwie verstrahlt? Ich könnte mir gut vorstellen, dass das nach außen hin einen solchen Anschein macht, was ich hier erzähle. Aber dass ich für mein Glücklichsein niemand anderen verantwortlich machen darf als mich selbst und ich mir in meinem Leben also reiche, dass ich eine Bereicherung von unschätzbarem Wert durch liebe Menschen um mich herum habe, von denen ich sicherlich im Laufe der nächsten Jahrzehnte auch noch einige weitere kennlernen werde, das bleibt doch unumstößlich stehen.

Er hat mich vervollständigt und unsere Geschichte war eine besondere. Eine Geschichte von der Sorte wie ich sie eine Zeitlang gerne gelesen habe und wie ich sie auch bei Filmen immer mal wieder gerne mag. Nicht gerade von Rosamunde Pilcher, denn da stirbt immer einer, hab ich mir sagen lassen. Aber auch in unserer Geschichte ist etwas passiert, das eigentlich nicht passiert. Und wäre das Timing nur wenige Wochen nach hinten versetzt worden, dann hätte es unser Revival nie gegeben.

Egal, ich schweife ab. Glücklich Single sein kann man, das wissen wir eigentlich. Ob man das für immer sein will, beantwortet sich oft mit einem neuen Menschen, der ins eigene Leben tritt - wissen wir auch.
Entscheiden musst Du Dich doch für gar nichts, es wird alles so kommen wie es kommen muss.
Auch bei mir.

11.05.2020 00:25 • x 4 #5


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Einfach_So:
Da kommen einfach die unmöglichsten Gedanken: "Bin ich zu verquer, dass meine Beziehungen nicht halten?" Oder "warum kann niemand um mich so kämpfen?" oder "ich werde nie jemanden kennen lernen, den ich so lieben würde" . Total bescheuert, ich weiß.

Das sind Fragen die sich wohl so ziemlich jeder nach einer Trennung stellt und das ist auch nicht unnormal. Mutmaßlich bist du auch nicht zu verquer um eine Beziehung zu erhalten, vielleicht ist lediglich das Beziehungskonzept nicht das Richtige? 4 Jahre Fernbeziehung macht nicht leicht jemand mit.

11.05.2020 22:41 • #6


Blanca

Blanca


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Zitat von Einfach_So:
Und trotzdem gibt es wieder diese Abende, an denen ich es satt habe alleine zu sein und mir einfach eine Person an meine Seite wünsche, die mich versteht und liebt wie ich bin und umgekehrt.

Das ist normal.

Allerdings gibt es auch eine Menge gebundene Menschen, bei denen es wiederum diese Abende gibt, an denen sie es satt haben, ständig den Launen eines anderen innerhalb der eigenen vier Wände ausgesetzt zu sein und wo sie sich einfach nur wünschen, die Bude mal für sich und schlicht ihre Ruhe zu haben.

Auch das ist normal.

Vergiß das bitte nie.


Im übrigen hüte Dich vor gesellschaftlicher Meinungsmache - auch in subtiler Form - die versucht, Menschen einzureden, Singles seien "defizitär": singles-vom-leitbild-zum-sozialschmarotzer-t29591.html

Das sind sie nur, wenn sie diesen Schmonzes glauben, statt kritisch zu denken und die Dinge nüchtern zu sehen.

Natürlich kann man auch dauerhaft ein glücklicher Single sein - meiden sollte man dann nur jene, für die das nicht sein kann, weil es eben nicht sein darf. Und liegen muß es einem halt auch.

12.05.2020 22:01 • #7


stillsad


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Zitat von huhu79:
Ich finde diese Gedanken auch ziemlich normal, denke, die hatten viele von uns schon. Auch ich. Das war aber eher Selbstmitleid, als ich noch sehr jung war. Sehr, sehr jung. Also noch vor meinen Zwanzigern. Inzwischen bin ich vierzig und hab eine Geschichte hinter mir, die mir etwas klar gemacht hat. Das mag für viele sehr Rosamunde-Pilcher-mäßig klingen, aber tatsächlich ist das nur meine ehrliche Meinung über das, was ich erlebt habe und das, was ich empfinde: Ich habe meine zweite Hälfte gefunden. Und mir wurde klar, dass ich eigentlich keine Beziehung mehr will, ...

Liebe Huhu79, hast du einen eigenen Thread? Ich habe nämlich viele Fragen an dich bzw. würde gerne mehr von deiner Geschichte erfahren. Ich fürchte fast, dass es mir ähnlich geht wie dir. Auch ich hatte meine, wie du so schön schreibst, Seelenliebe gefunden. Nur mit ihrem Verlust vor drei Jahren komme ich nicht so gut zurecht wie du .

12.05.2020 22:30 • #8




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