ana2013
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Als wir uns vorgestellt worden sind ist sofort eine Spannung zwischen uns entstanden. Das ging sehr langsam voran, hat 5 Jahre lang gedauert bis wir uns Liebe gestanden haben. Am Anfang war er für mich noch ein absolutes Tabu, am Ende war es nicht auszuhalten. Diese Liebe war wie ein Geschwulst, das irgendwann platzen musste. Am Ende hat er mit mir wie ein Teufel geflirtet, am ganzen Körper gezittert, Gegenstände fallen lassen, sich gestolpert als er mich sah. Mir ging es nicht besser. Das Wochenende war kaum auszuhalten. Irgendwann war es soweit und er hat mich geküsst. Ich konnte sein Herz klopfen hören. Ich war wie im Rausch vor Glück und habe ihm als erste meine Liebe gestanden. Zwar wusste ich immer, dass das nicht dasselbe war wie die Liebe zu meinem Mann mit dem ich durch Dick und Dünn gegangen bin, aber so starkes Verlangen habe ich nie im Leben empfunden. Ich habe gedacht dass so etwas vielleicht nur einmal im Leben vorkommt, und dass es sich nicht mehr lohnt so zu leiden.
Nachdem wir uns geküsst haben war ich so erleichtert! Ich dachte dass er sofort ein Hotelzimmer mieten wird. Doch das hat er nicht getan. Stattdessen sind wir wie 2 Teenager im Park spazieren gegangen und haben uns lange Liebesbriefe geschrieben. Es gab eine Möglichkeit sich in einer anderen Stadt zu treffen, ich musste für 4 Tage zu einer Konferenz. Das habe ich ihm gesagt. Ich habe auch ehrlich gesagt, dass es vielleicht nur ein Strohfeuer ist. Doch wir müssen miteinander schlafen. Hoffentlich reicht ein Mal und danach ist diese „Liebe“ weg. Doch dann (ich glaube sogar früher) hat er angefangen sich Bedenken zu machen. Er sagte bei einem Treffen, dass er „danach“ sein Leben lang leiden muss und alles kompliziert wird und so weiter. Und dann hatte er keine Zeit. Ich habe ihn deshalb nicht mehr gefragt und er hat einfach nichts mehr gesagt und dann bin ich einfach alleine gefahren. Das war widerlich plötzlich so tun zu müssen als ob nicht zwischen uns war.
Danach hatte er 3 Monate lang Einsatz im Ausland und während dieser Zeit hat er einfach aufgehört zu schreiben. Hat sich also quasi rechtzeitig noch retten können vor mir. Wir haben uns gelegentlich gesehen und ich sah dass er leidet. Ich konnte nicht verstehen warum er schweigt. Es war so als ob man mich in einem Boot mitten im Ozean verlassen hat ohne gefragt zu haben ob ich schwimmen kann. Ich habe nie so gelitten. Es ist peinlich aber nach dem Tod meiner Eltern habe ich genauso wenn nicht wenigen gelitten. Als ob es nicht genug war, hat er mich auch noch sehsüchtig angeschaut, traurig gelächelt, Andeutungen gemacht. Ich habe ein letztes Mal versucht mit ihm zu sprechen, habe gesagt, dass ich ihn vermisse. Ich wollte nichts von ihm, ich kann seine Entscheidung verstehen, aber ich wollte einfach nur eine Viertelstunde seine Hand halten. Das habe ich gesagt weil ich ihn so fürchterlich vermisst habe. ich war müde. Er bat mich aufzuhören weil er sonst anfängt wieder von mir zu träumen. Und er lebt ja bereits wie ein Roboter, funktioniert nur noch und versucht nicht an mich zu denken.
Mehr gab es nichts. Er macht exzessiv Sport, ich erhole mich sehr langsam von dem Horror. Ich vermisse ihn immer noch aber immer weniger, mein Selbstbewusstsein kehrt langsam zurück. Gott sei Dank bin ich schön und andere Männer haben nie aufgehört mich zu mögen. Mein Mann liebt mich übrigens noch mehr seitdem er spürt dass etwas mit mir los war. Das Problem besteht darin, dass wir uns beruflich mit diesem Mann treffen müssen. Manchmal auch eng zusammenarbeiten. Das mach mir zu schaffen.
Nachdem ich die Hoffnung verloren habe würde ich ihn am liebsten nie mehr sehen. Ich bin unendlich sauer. Ich weiß, aus der Perspektive der Moral hat er richtig gehandelt. Aber ich kann nichts dafür, ich halte ihn für Feigling und Verräter. Er hat sich aus der Zwickmühle gerettet ohne an mich gedacht zu haben. Wie es mir geht. Als ob nicht dieselben Bedenken und Ängste hatte wie er. Ich wäre nie so gegangen sogar als Frau nicht. Ich hätte es ihm erklärt, ich hätt ihn getröstet. Egal ob legal oder Sünde leiden tut man trotzdem. Und wenn man jemandem Hoffnung gemacht hat trägt man auch eine gewisse Verantwortung. Ich bin unendlich enttäuscht. Es tut mir weh. Es kostet mich Mühe mit ihm zu sprechen. Ich weiß nicht wie ich diese Gefühle unterdrücken kann. Wie kann ich ihm verzeihen? Am besten würde ich ihn ignorieren. Hab ich das Recht dazu ihn zu ignorieren? Ist es kindisch?
Wie soll ich mich verhalten?