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Die letzten paar Tage habe ich eigentlich - auch mithilfe der Beiträge hier in diesem Forum - ganz gut hingekriegt, aber heute früh hat es mich nach einer Nacht mit zwar viel Schlaf, aber vielen Träumen, die durchgehend mit sehr intensiven - negativen - Gefühlen verbunden waren, total zusammengehauen und ich bin den ganzen Tag nur noch am Heulen.
Das, was mir im Moment so zu schaffen macht ist, dass ich meiner Familie, d. h. meiner Schwester mit Mann und meiner Mutter so böse bin. Jetzt muss ich doch erzählen, was Montag abend bzw. Nacht, es war so ca. 22.30 Uhr, los war: Unser gemeinsamer Sohn war im Bett, mein Mann musste nochmal ins "Büro" ....(was, wie ich inzwischen weiß, so nicht stimmte) und ich bin auf er Couch eingenickt.
Da klopfte es plötzlich an der Terrassentür, meine Schwester stand da und als ich ihr öffnete sagte sie, sie müsse jetzt sofort mit mir reden, denn sonst würde sie platzen. Sie teilte mir dann mit, dass mein Sohn und ich jederzeit gerne bei ihr willkommen seien, dass sie aber meinen Mann nicht mehr bei sich sehen wolle. Sie hätte jetzt lange Zeit nichts mehr gesagt und ich hätte ja auch nie was hören wollen, aber jetzt könne sie nicht mehr still sein. Und außerdem würde unsere Mutter jetzt dann auch deswegen zusammenbrechen. Kurz und gut, sein Auto stehe wieder, wie so oft in den letzten Monaten, vor der Wohnung der Mutter eines Kindergartenfreundes von unserem Sohn. (Die Frau wohnt nicht weit von meiner Schwester entfernt) Wenn ich es nicht glauben wolle, könne ich ja selbst nachsehen, was ich auch sofort vorhatte. Bis ich in Schuhe und Jacke geschlüpft war, meinen Autoschlüssel geschnappt hatte und draußen auf dem Hof war stand da mein Mann und meine Schwester brüllte ihn an. Ich bin dann auf meinen Mann zugegangen und sagte zu ihm, ich wolle jetzt sofort wissen, was da los ist, was er mir dann drinnen unter vier Augen erklären wollte. Das tat er dann auch:
Er würde sich sehr gut mit der Frau verstehen und hätte eine tiefe spirituelle Beziehung zu ihr (mein Mann meditiert seit einigen Jahren regelmäßig, die Frau hat letzten Herbst damit angefangen). So eine Beziehung hätte er bei mir immer gesucht aber nie gefunden.
Um es kurz zu machen, ich habe ihm daraufhin gesagt, er solle sofort seine Sachen packen und verschwinden, ich wolle ihn hier nicht mehr sehen. Er ging dann nach längerer Diskussion, bei der ich glücklicherweise relativ ruhig sein konnte, und kurzem Versuch, die eine Nacht wenigstens noch hierbleiben zu können, was ich aber entschieden ablehnte, nur mit dem nötigsten, d.h. etwas Waschzeug und noch einer anderen Jacke. Meine Schwester hat mitten in unserer Diskussion angerufen, um nachzufragen, was nun sei, woraufhin ich ihr sagte, ich sei noch nicht soweit, ich würde mich später bei ihr melden, was ich dann auch tat, als mein Mann um ca. 0.10 Uhr weggefahren war. Sie sagte dann zu mir, sie würde mir zu meiner Entscheidung gratulieren, sie hätte ja geglaubt, ich hätte mich wieder von ihm beschwichtigen lassen. Und fragte noch, ob sie die Nacht bei mir verbringen solle, was ich nicht wollte (wollte nur noch alleine sein) und ich solle mich bei ihr melden, wenn ich Hilfe bräuchte, egal ob Tag oder Nacht. Habe dann doch noch einer Freunding angerufen und auf den AB gesprochen, die dann auch gleich zurückrief.
Am nächsten Tag habe ich mich nach durchwachter Nacht, in der ich nicht einmal den Versuch machen konnte zu schlafen, die Zähne zusammengebissen, unseren Sohn wie gewohnt zur Schule fertig gemacht, ihm als Grund dafür, dass Papa nicht da war gesagt, dass er heute in XY geschlafen hätte (wo er in der ehemaligen Wohnung seiner verstorbenen Eltern sein Büro hat, wobei die restlichen Räume noch voll eingerichtet sind) weil er ganz früh einen Zahnartzttermin hätte, was auch stimmte. Danach habe ich mich im Büro krankgemeldet und meiner Kollegin als Grund auch gesagt, dass sich meine Mann und ich trennen würden, und einen Termin beim Hausarzt vereinbart, der mich dann krankschrieb und mir Beruhigungs- und Schlafmittel verschrieben hat.
An diesem Tag stand mir dann eine der schwierigsten Aufgaben in meinem bisherigen Leben bevor: Ich musste abends zusammen mit meinem Mann, was wir Montagnacht noch so vereinbart hatten, unserem Sohn beibringen, dass der Papa nun nicht mehr bei uns wohnen würde.
(Die Wohnungsfrage war ja ganz schnell geklärt). Da ich an dienstags ganztags arbeite, ist unser Sohn an diesem Tag in der Nachmittagsbetreuung der Schule, von wo ihn immer mein Mann abholt und dann anschließend mit ihm in den Nachbarort zum Training fährt.
So auch an diesem Tag. Jedenfalls mussten wir es ihm danach beibringen. Unser Sohn hat Gott sei Dank seinen Gefühlen gleich freien Lauf gelassen, geweint und geschrieen und gestampft und gerufen, dass er das aber nicht wolle. Mein Mann hat dann, auch als Trost und Ablenkung, unserem Sohn noch ein altes Handy mit Prepaidkarte gegeben, damit er ihn jederzeit anrufen könne und ist zu unserem letzten gemeinsamen Abendessen dageblieben, was ich unserem Sohn zuliebe dann auch mitgemacht und einigermaßen gut überstanden habe, obwohl mir eigentlich jeder Bissen fast im Hals stecken geblieben wäre.
Und seitdem kämpfe ich mit einem Auf- und Ab an Gefühlen, was ja in so einer Situation ganz normal ist, wie ich in den letzten 15 Jahren schon zweimal erfahren musste, als sich mein Mann von mir trennen wollte und auch wieder nicht, was dann beide Male auf eine Trennung auf Zeit hinauslief und wir dann beide Male zusammengeblieben sind. Das letzte Mal kam dann ein gutes Jahr später unser Sohn zur Welt, unser beider Wunschkind, aber nicht, um die Beziehung zu kitten, sonder um gemeinsam ein Kind zu bekommen, egal wie es dann weitergeht (egoistisch, ich weiß, doch bei mir tickte zu dieser Zeit schon die biologische Uhr). So, und jetzt hatte ich eben endgültig die Nase voll, fühlte mich die ganzen Jahre schon allein gelassen und vor allem, was die letzten Monate betrifft, verarscht und ausgenutzt und habe den Schlussstrich gesetzt, obwohl ich immer noch sehr starke Gefühle für meinen Mann habe.
Seit gestern Nachmittag plagen mich jedoch noch ganz andere Gefühle:
Ich habe ein Paket bei meiner Mutter abgeholt (Ab und zu gebe ich als Lieferadresse die Adresse meiner Eltern an, da ich in Teilzeit berufstätig und so nicht jeden Tag tagsüber zu Hause bin.) Und meine Mutter konnte sich nicht zurückhalten und hat ausgedrückt - den genauen Wortlaut kann ich nicht mehr wiedergeben - jetzt könne sie wenigstens wieder besser schlafen, nachdem sie lange Zeit das Auto meines Mannes zu verschiedenen Tageszeiten dort habe stehen sehen und meine Schwester auch viel erzählt hat und das alles so belastend für sie gewesen sei.
So, und nun sind wir genau an dem Punkt angelangt, um den es mir eigentlich geht. Gestern abend habe ich das noch ganz gut verdrängt, aber nach der vergangenen Nacht mit diesen intensiven Träumen komme ich einfach nicht darüber hinweg:
Das Weltbild meiner Schwester und meiner Mutter ist wieder geradegerückt und sie beide können wieder ruhig schlafen....
Und mein Leben ist für mich die Hölle! ...
Und mein Leben und vor allem auch das Leben meines Sohnes liegt in Trümmern da!
Aber Hauptsache, sie können wieder ruhig schlafen!
Ich finde, egal wie gut oder schlecht die Beziehung zu meinem Mann war - sie hatten das gar nicht beurteilen können, weil ich mit ihnen so gut wie nie darüber gesprochen hatte, weil sie in so vielen Punkten durch ihre eigene Lebensvorstellung voreingenommen sind und mich in so vielem sowieso nie verstanden hätten - sie hatten nicht das Recht, sich auf diese Weise einzumischen. Hier ging es eigentlich nicht um meine Gefühle und mein Wohl, sondern in erster Linie um ihre eigenen Gefühle und ihrem Unvermögen, damit umzugehen. Da macht mich so wütend und fertig!
