Staubfingerin
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Jetzt will ich auch mal ganz kurz meine Geschichte anreißen. Ich hatte nun seit rund 2 Jahren eine Beziehung zu einem Mann, den ich sehr, sehr schätze und liebe. Es war von Anfang an eine emotional sehr tiefe, großartige, aber auch schwierige Verbindung. Ich will hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen. Letztlich hatten wir beide unsere Ängste, Verletzlichkeiten und Baustellen. Wie es ja meiner Erfahrung nach immer so ist, dass in Beziehungen die Themen hochkommen, die uns oft schon von Kindheit an begleiten.
Bei uns führten vor allem ein recht unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis ich wollte mehr, er weniger Nähe und in der Folge ein gewisses Vertrauensproblem von mir eine große Rolle. Leider hat sich das immer wieder hochgeschaukelt; nach einigen nervenzerfetzenden Hin und Her hat er sich nun vor einigen Wochen zur Trennung entschlossen. Sein Herz sagt zwar was anderes, aber er ist unheimlich verstandesorientiert und zu der klaren Überzeugung gelangt, dass unsere Bedürfnisse zu unterschiedlich sind. Er ist sich für sich klar geworden, er will keine Beziehung, mit niemandem.
Ich habe unter diesem Entschluss wahnsinnig gelitten und leider in der ersten Zeit danach ziemlich meinen Stolz vergessen, hab mich gemeldet, gebettelt usw. Ich war und bin der Meinung -dass es für unsere Themen Lösungen gegeben hätte, die wären allerdings sicher mit einer gewissen Arbeit und dem genauer Anschauen von eigenen Herzensbaustellen verbunden gewesen. Und das will, kann er nicht, whatever.
Vor Kurzem haben wir uns nochmal getroffen. Ich habe ihm das alles noch mal kommuniziert, auch seine Meinung stehen lassen können und war ganz stolz, dass ich ihn nicht bedrängt habe. Seither versuche ich mit dem Schmerz irgendwie klar zu kommen, keinen Kontakt aufzunehmen und mich innerlich mit der Entscheidung abzufinden.
Das Problem: Ich habe bei dem Treffen gemerkt, wie unglaublich viel Gefühl von seiner Seite da ist. Es geht hier definitiv nicht um jemand neuen. Ich bin froh darüber, weil ich viele Eurer Geschichten gelesen habe und mir vorstellen kann, dass das dem ganzen schlimmen Schmerz noch die Austauschbarkeits-Krone aufsetzt.
Ich spüre nun aber bei mir, dass da gerade deshalb ein feiner Hoffnungsfunken, der mal mehr mal weniger groß ist, stetig weiterglimmt und ich habe ein bissel Angst, dass ich so verpasse, loszulassen.
Wahrscheinlich funktioniert das mit dem Loslassen nur, wenn man wirklich ganz die Hoffnung aufgibt. Oder was meint Ihr?
Danke für Euren Input, tut gut, sich auszutauschen!