Jin
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Ich möchte zu ihm. Doch du lässt mich nicht.
Gehirn:
Ich muss dich schützen. Vor dem, was Menschen schon mit dir gemacht haben, vor Hoffnung, vor Enttäuschung, davor wieder zu zerbrechen. Hier bist du sicher. Er kann dich zurückweisen. Er kann sagen, dass du alles falsch verstanden hast. Er kann gehen.
Herz:
Und trotzdem will ich raus. Erinnerst du dich an den selbstgestrickten Schal? Er hat ihn getragen.Was ist mit den Stunden, in denen wir geredet haben, obwohl es nichts mehr berufliches zu besprechen gab? Mit dem Essen, bei dem er nervös war? Das Lächeln, wenn er meine Bewegung spiegelt?
Gehirn:
Der Schal? Höflichkeit. Die Zeit? Freundschaft. Das Essen? Du glaubst nur, dass er nervös war. Der Blick? Interpretation. Die Spiegelung? Unbewusstes Verhalten.
Herz:
Was ist der Satz, dass unsere Dynamik wie eine gute Ehe wäre? Seine Umarmungen? Als meine Wange an seinem Hals lag? Er ist nicht zurückgewichen.
Gehirn:
Ein Scherz. Du hast ihn um die Umarmungen gebeten, weil du traurig bist. Er wich nicht zurück, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. Er versucht nichts, keine körperliche Annäherung, kein eskalierender Flirt.
Herz:
Vielleicht kann er nicht
Gehirn:
Vielleicht will er nicht.
Herz:
Möglich, doch du siehst nur Risse und die alten Wunden. Du siehst jede Hand, die mich fallen ließ. Du siehst nicht, dass ich trotzdem noch schlagen will. Nicht nur um am Leben zu bleiben, sondern auch für jemanden.
Gehirn:
Und wenn seins nicht für dich schlägt?
Herz:
Dann wird da eine weitere Narbe sein. Aber ich möchte das Schöne nicht schon verlieren, ohne zu wissen, ob es vielleicht doch wahr ist.