snoomie123
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Einige Monate vergingen, wir waren immer noch in keiner offiziellen Beziehung und ich hatte in der Zeit mit einer Person etwas. Das hat sie damals nicht gestört da wir nicht exklusiv waren und immer über das alles geredet haben. Dann hat sie aber eines Tages mir mehr oder weniger ein Ultimatum gestellt: Sie meinte, dass sie sich schwer tut mir weiter etwas zu haben und so an meiner Seite zu sein, wenn wir in keiner fixen Beziehung sind. Sie meinte entweder gehen wir auf Abstand für einige Monate und schauen, ob eine normale Freundschaft danach möglich sei oder ich gehe mit ihr eine Beziehung ein und wir schauen, wie das läuft. Ich fragte sie ein paar Tage danach, ob sie meine Freundin sein möchte.
Die Beziehung lief sehr gut für 1 Jahr bis ich letzten Winter das eher plötzliche Gefühl hatte, die Beziehung beenden zu müssen. Ich bin jemand der sich schwer tut mit Routine und Struktur und gleichbleibenden Lebensverhältnissen. Mein Leben lang haben sich Dinge immer wieder geändert und ich musste mich neu anpassen, sei es Schule, durch viele Umzüge, Freundesgruppen etc. Ich dachte nur so überlebe ich und kann mich im Leben motivieren, weil ich denke, dass ich sonst wo hängenbleibe und nicht weiterkomme im Leben. Mittlerweile erkenne ich, dass ich dabei eine Bindungsstörung entwickelt habe, von der auch meine Ex-Freundin darunter leiden musste. Ich habe mir auch nie meine Liebe zu eingestehen wollen und noch nie "Ich liebe dich" zu ihr gesagt.
Nach meinem Schlussmachen hatten wir beide 2 schreckliche Wochen, in denen es uns nicht gut ging. Wir trafen uns wieder und gingen erneut eine Beziehung ein. Sie verzieh mir und merkte, dass ich unter meinen Problemen litt und meinte, dass wir ab jetzt über alles reden und ich in Therapie gehen sollte.
Ab da ging es mir noch nie besser. Ich war so gut wie "depressivlos", begann mit Kraftsport, die Therapie lief vermeintlich gut, ich lernte neue Freunde besser kennen, machte mehr kreative Dinge, wurde für mein Traumstudium zugelassen und wurde immer sozialer und selbstbewusster. Zudem dachte ich auch mehr über meine Sexualität nach und, dass ich gerne auch was mit Männern haben würde.
Aber ab März begann ich darüber ernsthaft nachzudenken, wie stark meine Gefühle für meine Ex-Freundin seien und wie sehr ich noch in einer Beziehung mit ihr sein möchte, weil ich sie vermehrt als normale (aber beste) Freundin sah und vor allem auch mal wieder auf mich alleine gestellt und single sein wollte. Ich habe mehrere Stunden mit meiner Therapeutin darüber geredet, ob das dieselben destruktiven Gedanken wie bei der ersten Trennung sind oder ob es wirklich nur Gefühle sind, die "natürlich" vergingen. Ich habe das Gespräch mit meiner Ex-Freundin darüber so lange herausgeschoben, bis ich vor genau einem Monat an einem Abend so weit gedanklich von ihr entfernt war, dass ich was mit einem Mann in einem Club hatte. Wir haben 1-2min rumgemacht, bevor er gegangen ist.
Am nächsten Tag kam meine Ex-Freundin vorbei, damit wir einen Film schauen. Ich habe ihr dann von meinem Rummachen beiläufig kurz nachdem sie gekommen ist erzählt und sie begann mich absolut verwirrt anzuschauen. Sie meinte, was denn mit mir los sei, dass ich mein Fremdgehen ihr in so einer lockeren Form erzähle. Dann meinte ich, dass wir doch einmal über meine Sexualität geredet haben und sie vor Monaten mal meinte, dass ich in einem angesprochenen Rahmen in unserer Beziehung was mit einem Mann haben könnte. Sie meinte, dass das nicht abgesprochen war und das viel zu lang her sei, als wir darüber geredet haben. Dann begann ich in meiner Panik einen dummen Satz nach dem anderen zu sagen: Dass ich ja schon seit Wochen über eine Trennung nachdenke, es ihr aber nicht sagen konnte, dass sie mir ja "trotzdem unglaublich wichtig sei" und weiteres. Dann sagte sie am Ende, dass ich nicht einmal wirke, als würde ich die Beziehung irgendwie retten wollen. Dann stürmte sie mit einem "Verpiss dich" aus meiner Wohnung und ich hab seitdem nichts mehr von gehört.
Kurz danach brach alles auf mich zusammen: schwere Atmung, Übelkeit, Herzklopfen etc. Ich schrieb ihr eine Nachricht wie leid es mir tat und wie dumm ich reagiert habe. 2 Tage danach hinterließ ich ihr noch zwei Briefe, wo ich noch genaueres erklärte und mich bei ihr entschuldigte. Keine Antwort.
Meine Suizidgedanken begannen und die körperlichen Beschwerden wurden zu meinem Alltag. Ich ließ mich kurz danach einweisen in einer Klinik in der Nähe, doch verließ sie einen Tag später, da ich mich dort überhaupt nicht wohl fühlte. Ich ging weiter in Therapie mit 2 Stunden pro Woche und wir arbeiteten alles auf. Jeden Fehler, den ich auch davor schon in der Beziehung gemacht habe und alles was relevant war zu besprechen. Ich las ein Buch über Bindungsstörung, verfasste einen 22-seitigen "Leitfaden" für mich, wie ich ab jetzt Beziehungen zu Menschen führen sollte, machte weiter Sport und versuchte meine Ernährung wieder in den Griff zu bekommen, traf Freunde, redete viel mit ihnen darüber, suchte mir aktiv einen Job für den Sommer und machte Kreatives, indem ich Musik produziert habe und habe zeitweise bei meiner Mutter übernachtet, wenn es mir mal sehr schlimm ging. Dabei war meine Motivation immer, dass sie irgendwann doch antwortet.
Jetzt, seit über einem Monat absolut keine Nachricht von ihr, wird es für mich immer realistischer, dass sie sich nicht mehr melden wird, geschweige denn jemals wieder eine Beziehung mit mir eingehen wird. Mir kommt vor ich habe alles probiert, um mein Leben wieder lebenswert zu machen. Doch die körperlichen Beschwerden kamen wieder zurück, mir kam vor, als hätte ich durch meine intensive Arbeit an mir selbst so gut wie alles gelernt und jedes Gespräch darüber mit Therapeutin, Freunden oder meiner Mutter drehten sich seit kurzem nur noch im Kreis und es kam nichts wirklich neues dabei raus. Jetzt überlege ich, wie lange ich das noch aushalte und so weiterleben kann. Es fühlt sich an als wäre ich wieder bei 0, als hätte ich nichts von mir selbst.
Ich weiß, dass man jetzt sagen könnte ich sei noch jung, dumm und sowas kann passieren. Dass das ja normal sei bei Liebenskummer und Sehnsucht nach der Person, die man 3 Jahre lang gewohnt war an seiner Seite zu haben. Aber sie war so viel mehr als das für mich. Dass ich sie verloren habe, war ein Beweis, dass ich Dinge nie richtig machen kann und merke, wie unglaublich sch. es mir in so einer Situation ging.
Ich hatte immer irgendwas in meinem Leben, das mich belastet hat, sei es ein abusive Stiefvater damals, immer wechselne Lebensumstände, sodass ich nie irgendwo Fuß fassen konnte und mich immer als Außenseiter sah, starke Dro. (von denen ich seit längerem clean bin) und Probleme in Jobs und Schule. Immer gab es etwas, das mir Lebensenergie raubte. Und egal wie oft ich in Therapie gehe oder grundsätzlich Selbstreflexion und Arbeit an mir selbst leiste und ein besserer Mensch zu werden, kommt mir vor, will mich mein Gehirn immer unten sehen, ich kann mich nie über längere Zeit ausruhen und mich mal wirklich glücklich fühlen ohne negativen und destruktiven Gedanken.
Ich weiß nicht wie lange ich mit diesem Schmerz weiterleben kann und habe oft überlegt mir deshalb das Leben zu nehmen. Mir macht nichts mehr Spaß, ich sehe in nichts mehr einen Sinn, ich habe den wichtigsten Menschen durch meine dumme Leichtsinnigkeit in meinem Leben verloren und auch wenn ich weiß, dass Zeit Wunden heilt, weiß ich nicht, ob ich den Schmerz dieser Wunden bis zur Heilung ertragen kann.