harry3
Gast
dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Aber es tut im Moment unfassbar weh, und ich möchte gerne diesen Schmerz verarbeiten. Ich bin seit 10 Jahren verheiratet, bin aber schon seit über 20 Jahren mit meiner Frau zusammen. Wir haben zwei Kinder, 9 und 11.
Ich habe ungefähr im Dezember letzten Jahres eine Affäre mit einer Kollegin angefangen. Sie ist jünger als ich (ich 43, sie 27). Wir wollten eigentlich nur einen Kaffee zusammen trinken gehen. Wir haben uns Freitags verabredet um am Freitag der kommenden Woche diesen Kaffee zu trinken. Ich dachte mir eigentlich nix dabei. Aber das Gefühl, dass dies kein "normales" Kaffeetrinken ist, wurde über die Woche immer stärker. Und Donnerstags abends schrieb ich ihr, dass ich völlig aufgeregt bin wegen dem Kaffee, und dass es - wie gesagt - für mich irgendwie kein normales Kaffeetrinken ist. Sie schrieb sofort zurück, dass sie total erleichtert sei. Auch für sie fühle es sich irgendwie anders an als normal und sie sei auch völlig aufgeregt.
Nun ja, es kam, wie es kommen musste: Wir tranken den Kaffee und irgendwie war klar, dass wir uns einfach so ineinander verliebt hatten (obwohl das so explizit nicht gesagt wurde). Sie hatte keine Lösung, ich auch nicht und nach mehreren hundert WhatApps über die nächsten Tage landeten wir eine Woche später doch im Bett. Wir empfanden das beide als absolute Erlösung. Und wir dachten, dass wir halt jetzt ein paar mal Sex haben, und dass es dann schon vorbei ginge.
Sie hatte zu der Zeit noch einen Freund, mit dem sie 9 Jahre zusammen war, ich hatte meine Ehefrau. Ich sagte, dass ich meine Frau auf keinen Fall verlassen würde für sie, sie ihren Freund ebenfalls nicht. Es entbrannte sich halt dann eine absolut leidenschaftliche Affäre. Ich habe so eine Nähe, so eine Geborgenheit und so ein Gefühl, dass einfach alles perfekt passt noch nie erlebt. Es war schon echt unglaublich - ist wohl normal so bei Affären, wie ich jetzt überall lese. Das schlechte Gewissen meiner Frau gegenüber war zwar da, aber die Affäre war halt so wichtig und so heftig, dass ich dachte, es geht jetzt nicht anders.
Dann kam halt das Problem: Da ich schon seit längerem psychische Probleme habe, die auch meinen Sohn betreffen und ihm speziell das Leben echt schwer machen (ich habe eine Zwangserkrankung - Zwangsgedanken, Zwangshandlungen) hatte ich endlich einen Therapieplatz bekommen. Anfang Januar hatte ich die erste Sitzung. Und meine Familie und ich setzten große Hoffnungen in diese Therapie, da wir schon lange unter meiner ERkrankung leiden. Ich erzählte dem Therapeuten, direkt, dass sich leider bei mir etwas geändert habe, dass ich ein Affäre habe und dass diese mich emotional völlig mitreißt.
Der Therapeut sagte dann, er könne mich so nicht therapieren, Ich müsse mich schon für eine Frau entscheiden. Mich mit Affäre zu therapieren sei so, wie einen ständig Betrunkenen zu therapieren. Der könne an seiner Situation auch nicht wirklich arbeiten, da er ständig im Rausch sei.
So war ich nun echt unter Druck. Ich wollte - und will eigentlich immer noch nicht - die Affäre nicht sein lassen, aber ich musste sie sein lassen wegen meiner meiner Krankheit und meinem Sohn.
Ich erzählte dann halt meiner Frau von der Affäre - es erschien mir der einzige Weg. Das war Mitte/ende Januar. Jetzt ist Anfang März und nachdem ich die Affäre nun schon zum zweiten Mal beendet habe (Das ist jetzt drei Wochen her)- nach dem ersten Ende ging es doch noch weiter - fühle ich mich echt immer noch schlecht. Ich sehe meine Affärenfrau halt jeden Tag und werde dadurch permanent an die unglaublich schönen Momente erinnert.
Meine Frau sagt, wenn ich noch einmal was mache dann ist sie weg mit den Kindern. Kann ich gut verstehen. Ich denke sie wird es auch wirklich tun. Und ich möchte auch gerne bei meiner Frau bleiben. Es ist halt nur so unglaublich schwer, die Affäre und die damit verbundenen Bilder und Gefühle zu löschen. Ich hätte nie gedacht, dass das so schwer ist.
Ich weiß, dass ich eigentlich nur ein Gefühlsbedürfnis (absolute Geborgenheit, Verständnis, Unkompliziertheit, unglaublicher Sex) auf die Mrs Affäre projeziere. Ich weiß, dass wir nie ein richtiges Paar sein könnten. Die Gefühle würden sich normalisieren und man würde sich ganz schnell auf die Nerven gehen, zumal ich echt denke, dass sie mit meiner psychischen Störung gar nicht umgehen könnte.
Frau Affäre sagt halt, sie könne sich dies absolut vorstellen, ich sei halt der Mann für sie, sie habe nicht umsonst mit ihrem Freund Schluss gemacht, mit dem sie immerhin neun Jahre zusammen war. Sie sagt, sie würde unendlich leiden ohne mich. Sie sagt, sie wolle unbedingt eine Beziehung mit mir.
Wahrscheinlich sagt sie das nur, um irgendwie den Kampf gegen meine Frau zu gewinnen oder um ihren Status als Zweitfrau loszuwerden.
Aber auch ich leide, wie gesagt furchtbar. Und statt sich zu freuen, dass meine Frau mich nicht vom Hof gejagt hat, und es echt mit mir weitermachen will, trotz eines immensen Vertrauensverlustes (kurioserweise hatten wir vor der Affäre jahrelang keinen Sex. Seit sie von der Affäre weiß, will sie unbedingt wieder Sex mit mir bzw. wir machen es recht häufig - wundersam irgendwie) denke ich den ganzen Tag bloß an die Affäre und wie schön es war und ob da nicht vielleicht doch eine Chance liegt. Aber eigentlich weiß ich bzw fühle irgendwie auch, das die Chance auf ein glückliches Leben da nicht liegt.
Je mehr ich hier schreib, desto mehr wird mir eigentlich klar, dass ich echt ein Jammerlappen bin. Eigentlich sollte ich wie gesagt froh sein.
Was halt noch ein Problem bleibt, ist der Druck mit der Therapie. Ich will die echt anfangen, aber der Herr Therapeut macht die Therapie erst, wenn ich das mit der Affäre verarbeitet habe. Und ich glaube das kann noch lange dauern.
Vielleicht hat ja einer einen Tipp. Wie lange dauert so ein Trennungsschmerz? Mache ich grundsätzlich was falsch? Vielleicht ist aber auch alles ganz normal. Ich weiß es echt nicht. Es tut halt echt wahnsinnnig weh - der Gedanke, dass die schönsten Momente, die ich jemals hatte jetzt vorbei sind.
Danke für alle Rückmeldungen,
und bitte nicht allzu sehr schimpfen