Zitat von Downinahole:Ich bin 33. Ich habe das Gefühl, mein Leben ist vorbei. Ich kann nicht mehr an eine Zukunft denken. Und jeder will, dass ich endlich nach vorne blicke.
Warum erwarten Menschen von mir dass ich den größten Verlust meines bisherigen Lebens verbunden mit verlorenen Träumen und Hoffnungen, innerhalb von ein paar Monaten einfach runterschlucke? Ich war noch nie im Leben so traurig und es war die Enttäuschung meines Lebens und Menschen denken, man könnte dann einfach weiter machen im Leben. Ich kann das einfach nicht. Und niemand versteht es. Ich weiß nicht, was ich tun soll. In der Klinik bin ich ebenso gescheitert. Es wurde dort sogar noch schlimmer. Ich habe Angst, dass ich bald an den Punkt komme, wo die letzte Hemmung auch noch wegfällt und ich das alles beende.
Liebe @Downinahole
alles braucht seine Zeit und jeder Mensch empfindet und fühlt unterschiedlich stark.
Verlust- und Trennungsängste können teilweise über Jahre andauern und so intensiv sein, dass keine Therapie, kein stationärer Aufenthalt helfen können. Ich musste das auch in einer Klinik erfahren.
Kümmere dich nicht um die gutgemeinten Ratschläge der vielen Leuten, die dich kennen. Du schreibst....jeder will, dass du nach vorne guckst, dass es schon weiter gehen wird, du dich nicht so gehen lassen sollst......
Natürlich meinen die das gut, aber in deiner jetzigen psychischen Verfassung kannst du das nicht leisten. Du brauchst diesen Schmerz, um überhaupt alles irgendwie verarbeiten zu können.
Menschen, die hypersensibel sind und eine sehr stark ausgeprägte Emotionalität haben, wird der Boden unter den Füßen, bei Verlusten, weggerissen. Du glaubst, in einem Loch zu versinken.
Davon kann ich selbst ein Lied singen.
Zitat von Downinahole: Dieses schreckliche Gefühl, nicht mehr geliebt zu werden, versagt zu haben, nicht genügt zu haben. Wie wird man je wieder glücklich? Wenn man Tag und Nacht nur traurig ist und keine Ablenkung etwas taugt? Wie habt ihr das geschafft? Ich bin so verzweifelt.
Das Gefühl, nicht mehr geliebt zu werden, ist eines der schlimmsten Gefühle, die ich persönlich auch kenne. Das sind Kindheitserfahrungen....die sich durch das gesamte Leben ziehen.
Ich mache mir Sorgen um deine mehrmalige Aussage, das alles zu beenden........also um deine diesbezügliche Todessehnsucht.
Bei mir ist es so , dass ich momentan eher zu Wut und Aggressionen neige und mir deshalb dann ein dickes Kissen nehme und mit einem Stock mit aller Wucht darauf einschlage, um den inneren Druck loszuwerden.
Der Druck muss raus, damit es nicht zu einer Explosion kommt.
Leider wohne ich nicht an einem Wald, dort kann man ganz laut seine Verzweiflung rausschreien. Auch das befreit.
Ich verstehe dich so gut, denn alle Ratschläge sind wohlgemeint, aber Menschen, mit beispielsweise einem posttraumatischen Belastungssyndrom, helfen sie in dieser Phase nicht.
Wenn du nicht weiter in einer Klinik bleiben kannst, dann würde ich es mit einer oder mehreren Selbsthilfegruppen vor Ort versuchen.
Du brauchst Menschen um dich rum, die ähnliches erlebt haben. Die vielleicht schon weiter sind, von denen du nicht nur gute Ratschläge, sondern auch konstruktive Lösungsmöglichkeiten bekommst.
Wenn du weiter in dieser Todessehnsucht bleibst, dann wende dich an den sozialpsychiatrischen Dienst. Den gibt es in vielen Städten im Gesundheitsamt. Zerstöre dich nicht selbst, der Tod ist keine Lösung.
Denke daran, dass du nicht alleine bist, ich werde an dich denken und dir gedanklich ein wenig Kraft von mir senden. Wenn du dich austauschen möchtest, kannst du mir gerne eine PN schicken.
Ich bin heute ab 18 Uhr wieder zuhause.
Liebe Grüße und ein erträgliches Wochenende
Santosha
