KA_6
Gast
mein Mann hat sich vor gut 3 Wochen von mir getrennt. Davor war er gerade mal 2 Wochen zu Hause nach einer 9-wöchigen stationären Therapie. Grund der Therapie ist eine selbstunsichere-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Diese wurde von seiner ambulanten Therapeutin diagnostiziert, aufgrund von Problemen im neuen Job. Er ist mit der Veränderung nicht klar gekommen. Hatte Panikattacken und schlussendlich ist er depressiv geworden. Habe diese Zeit hinter ihm gestanden, ihm den Rücken frei gehalten, mich um den Alltag mit den 2 Kindern gekümmert, zudem habe ich selber einen neuen Job im Mai begonnen. War eine anstrengende Zeit, dennoch gings mit gut und die Hoffnung auf Besserung haben mir viel Kraft gegebenen.
Zum Schluss in der Therapie hat ein 3-er Gespräch stattgefunden mit seiner Therapie. Mein Hintergrund war, dass ich ihn besser verstehen und unterstützen kann. Dieses Gespräch ist in eine völlig andere Richtung gegangen. Die beiden meinten dass ich auch mal schwäche zeigen soll und was denn meine Bedürfnisse sind etc.
Irgendwann hab ich gesagt dass ich mir wünschen würde dass er sich am familiengeschehen mehr beteiligt und geistig mehr anwesender ist.
Das Gespräch ist dann völlig entgleist und ich hatte das Gefühl dass sich immer alles nur um ihn dreht, das habe ich dann auch gesagt. Es gab dann ein folgegespräch bei dem ich dann schon ziemlich gemauert hatte, da ich das Gefühl hatte dass ich sowieso nix recht machen kann. Zudem war ich nach den 9 Wochen auch einfach etwas überlastet. Das Gespräch war dann noch schlechter.
Er ist dann nach Hause gekommen, war total distanziert gegenüber mir. Ich habe seine Nähe gesucht, versucht auf ihn zuzugehen, habe mich für die Aussagen bei den Gesprächen entschuldigt und dass ich da gemauert habe.
Nach 2 Wochen meinte er, dass er merkt, dass wir nichts gemeinsam haben und es keinen Sinn mehr macht. Das hat er bei den 3er Gesprächen gemerkt. Da hat er dann viel nachgedacht und gemerkt, dass es nicht passt. Er meinte auch dass in der Therapie unsere Beziehung nie Thema war. Er hatte mir während der Therpaie erzählt, dass er zu seiner Therapeutin gesagt hat, dass wir seit einem Jahr viel mehr auf unsere Bedürfnisse achten gegenseitig. Wir waren vor 1 Jahr für zwei Monate getrennt. Das war damals unsere gemeinsame Entscheidung. Nachdem wir wieder zusammen gekommen sind waren wir sehr glücklich, dann haben wir unsere Beziehung wieder bissl schleifen lassen, waren aber nicht unglücklich und dann kam schon der neue Job wo es ihm dann sehr schlecht ging. Hier war ich immer für ihn da die letzten Monate.
Er hatte mir erst geschrieben, dass er meine Stärke sehr bewundert und er momentan nicht mehr die Kraft hat an unserer Beziehung zu arbeiten. Er merkt dass er tagtäglich so sehr mit sich selber beschäftigt ist und nicht für Beziehungen gemacht hat. Er hinterlässt hinter jeder Partnerschaft einen Scherbenhaufen. Und ich habe einen starken Partner verdient, das kann er mir nicht sein.
Wir hatten eine Woche vor der Trennung gesagt, dass wir zur Eheberatung gehen. Wir waren 10 Jahre zusammen, 5 Jahre verheiratet, 2 gemeinsame Kinder und eine Eigentumswohnung.
Mich hat es total zam gelassen nach der Trennung. Ich war nach seiner langen Krankheitsphase kraftlos und konnte es nicht wahr haben, dass er mich so sitzen lässt.
Kann immer noch sehr schlecht abschalten und muss ständig an ihn denken.
Flucht und Vermeidung ziehen sich durch sein ganzes Leben. Er ist sofort zu seinen Eltern gezogen, die Hauptthema und der Therapie waren. Da seine Mutter sehr überfürsorglich ist und ihm jede Entscheidung abgenommen hat.
Für mich stellt sich die Frage, ob er jetzt wieder flüchtet oder ob es die richtige Entscheidung ist.
Ich möchte loslassen aber es gelingt mir einfach nicht. Bin aktuell sehr nah am Wasser gebaut und nicht wirklich arbeitsfähig. So kenne ich mich nicht.
Warum halte ich so an unserer Beziehung fest und leide?
Ist es eine Kurzschlussreaktion seinerseits oder ist es besser so?
Wir sind sehr unterschiedlich. Ich bin total offen und positiv, er eher in sich gekehrt und negativ.