Natuna
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ich bin hier ein totaler Frischling und wollte einfach mal meinen ganzen Schmerz und meine ganzen Sorgen von der Seele schreiben. Vielleicht treffe ich hier ja auf Menschen, die aktuell, oder vor einiger Zeit, das Gleiche durchgemacht haben und man kann sich einfach mal austauschen.
Nun zu meiner Geschichte, ich versuche es so kurz wie möglich zu halten.
Meine Ehemann und ich sind seit 20 Jahren in einer Beziehung, wir bestreiten unser bisheriges komplettes Leben miteinander. Wir haben in den Jahren bereits viel zusammen durchgemacht und überstanden.
2015 haben wir geheiratet und eine gemeinsame Tochter bekommen. 2018 haben wir dann gemeinsam ein Haus gebaut.
2019 fing es dann an, das mein Ehemann begann immer öfter und häufiger Alk. zu trinken. Das Problem angesprochen, kam von ihm immer, das er kein Alk. hätte, er trinkt halt mal nur gerne ein Feierabendbier nach der stressigen Arbeit. (Obwohl es nie bei einem Feierabendbier geblieben ist) Nichtsdestotrotz dachte ich mir, auch diese Krise werden wir gemeinsam schon noch überwinden.
Fast genau vor einem Jahr wurde mein Ehemann krank. Er konnte/wollte sich zu nichts mehr aufraffen, und trank immer mehr. Seinem Arzt hat er jedoch von seinem Alk. nichts erzählt. Laut Arzt hätte er eine Depression. Ok, dachte ich mir, auch das schaffen wir, ich werde ihm helfen da wieder rauszukommen. Er ging 6 Wochen in eine Tagesklinik für Männer. Es schien ihm die Zeit über da besser zu gehen. (In der Zeit musste er aber auch seinen Alk. komplett einstellen, da dieses dort täglich kontrolliert wurd) Kaum war die Tagesklinikzeit vorrüber, fing er wieder an zu Trinken. Wieder darauf angesprochen sagte er, dass er keine Lust mehr auf seinen bisherigen Job hat und das ihn das stresst zu wissen, das er dann dort wieder bald hin muss. Ich: alles klar, dann tun wir doch was dagegen und schauen das wir für dich einen anderen Job finden. Gleichzeitig versuchte ich für ihn eine Umschulung über den Rententräger zu beantragen. Diese wurde jedoch erstmal abgelehnt mit der Begründung er solle doch erstmal eine 5 Wöchige Psychosomatische Reha besuchen. Gesagt getan, er fuhr zur Reha, das war die erste längere Trennung seitdem wir zusammen sind. Ich sagte ihm auch, das ich hoffe, das er dort zur Ruhe kommt und das wir das dann alles wieder in den Griff bekommen, weil so wie es aktuell ist/war konnte es nicht weiter gehen.
Täglich schrieb er mir, wie sehr er uns doch vermisst, mich liebt und unbedingt wieder nach Hause möchte. Er würde am liebsten die Reha abbrechen. Nach knapp 2 Wochen durfte er übers Wochenende nach Hause kommen. Wir haben viel geredet, wir hatten Sex alles schien gut zu sein. Nachdem er nach dem Wochenende wieder in der Reha war wurde der Kontakt von seiner Seite aus plötzlich komisch. Er meldete sich nicht mehr regelmäßig, obwohl wir immer abends über Videochat zusammen mit unserer Tochter sprachen. Irgendwann kam der Anruf und er sagte, das er das definitv alles nicht mehr will und das er da auch eine Frau kennengelernt habe und das er sich mit ihr ein neues Leben aufbauen will. Er würde mich nicht mehr lieben. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Wie kann er alles einfach so nach den ganzen Jahren hinschmeißen. Keine Versuche was ändern zu wollen. Vor ein paar Wochen liebte er mich noch, schlief noch mit mir und plötzlich sowas. Seine Reha ging zu Ende und er fragte mich, was er denn jetzt machen solle. Ich total gekränkt, schmiss ihn an den Kopf, das er doch zu seiner Rehaliebe gehen solle. Das ging aber nicht, da sie selber noch in einer Ehe steckt und mit ihrem Ehemann zusammen lebt.
Ich schluckte also meinen totalen Schmerz, meine Enttäuschung und alles runter und sagte ihm, das er, solange bis er eine Wohnung gefunden hat, im Haus bleiben kann. Unserer Tochter hatten wir erstmal nichts davon erzhält. Meine einzigen Bedingungen waren, das er den Alk. weglässt und sich dem Familienleben anzupassen hat, also nicht machen kann was er will.
Ein Wochenende ging es gut. Am letzten Wochenende hatte unsere Tochter ihren Kindergeburtstag gefeiert. Ich bin natürlich davon ausgegangen, das er mir unter die Arme greift. Er stellte mich aber vor vollendete Tatsachen und erzählte mir am Donnerstagabend, das er dann ab Freitagmittag übers Wochenende mit seiner Rehafreundin zusammen auf einen Campinplatz fährt. Da hörte es für mich auf. Ich sagte ihm, das er seine Sachen mitnehmen soll und dann auch am Sonntagabend hier nicht mehr auftauchen braucht.
Unsere Tochter war sehr enttäuscht, das er den Tag nicht miterlebt hat, freudig wollte sie ihm am Freitagabend wenigstens telefonisch berichten was sie für einen tollen Tag gehabt hat. Der Mann hatte allerdings anscheinend besseres zu tun und ist noch nicht einmal ans Telefon gegangen. Am Sonntagabend kam dann ein Anruf von ihm, was er denn jetzt machen solle, ob er nach Hause kommen soll. Ich habe es verneint.
Gestern Abend haben wir dann mal geredet wie es weitergehen soll mit unserer Tochter, dem Haus etc. Er will hier jetzt auch wegziehen und sucht sich schon gemeinsam mit seiner Rehafreundin eine Wohnung und bis dahin muss er halt schauen wo er schlafen kann, weil ich ja nicht will das er hier ist.
Ich kann es nicht verstehen, wie man sich so schnell entlieben kann und dann sofort sich neu verliebt. So viele gemeinsame Jahre über den Haufen werfen, ohne dafür richtig zu kämpfen. Mein Verstand sagt mir, das ich nach vorne Blicken muss, alleine, zusammen mit meiner Tochter. Er hat ein Alk. und psyschische Probleme. Aber trotzdem wäre ich noch bereit gewesen zu kämpfen, wenn er mir bzw. uns in den letzten Monaten nicht so weh getan hätte und uns alleine gelassen hätte. Mein Herz hängt nach all den Jahren immer noch an ihm, obwohl mein Verstand sagt, das es besser ohne ihn ist. Ich bin nicht alleine, versinke aber trotzdem in meiner Einsamkeit. Ich fühle mich komplett leer.
Hinzu kommt noch, das ich den Kontakt wegen unserer Tochter ja auch nicht gänzlich abbrechen kann, er wird mir immer wieder über den Weg laufen.
Und dann die tausend Fragen die noch offen sind. Wir haben besprochen das ich mit unserer Tochter in dem Haus bleibe, ich werde es alleine weiter abbezahlen. Wir stehen beide im Grundbuch, er sagt, er will nichts haben, er kann aus dem Grundbucheintrag gelöscht werden ohne Ausgleichszahlung. Er wird, so weit es ihm möglich ist, Unterhalt für unsere Tochter zahlen.
Ja, und nun sitze ich hier und versuche irgendwie mein Leben zusammen mit meiner Tochter weiterzuführen und funktioniere aktuell nur noch. Arbeiten, Haushalt, Kind. Und immer wieder der Gedanke, ob ich es alleine schaffe.
Vielleicht gibt es hier ja jemanden, der auch so eine Situation durchgemacht hat und kann mir wertvolle Tipps geben?
Viele Grüße