Ich mache alles nur noch falsch

lucluc3

Hallo,

vor vier Wochen trennte sich mein Ex-Freund von mir zum wiederholten Male. Wir wohnen noch zusammen und diese Situation ist Mist. Ich habe so viele Fehler gemacht, die ich erkenne aber noch nicht richtig bearbeiten kann. Das braucht einfach Zeit. Ich habe manchmal das Problem, die Kontrolle über meine Gefühle zu verlieren und dann werde ich böse. Ich gehe bereits deswg zu einer Psychologin.

Er hat mir so viele Chancen gegeben, aber ich habe jede einzelne versemmelt. Jetzt sitze ich wieder hier und weine. Mir ist schlecht, ich habe richtig Magenkrämpfe und ich kann ihn nicht in Ruhe lassen. Ich schreibe ihm SMS und will permanent reden. Das ist so bescheuert. Ich kann nicht aus meiner Haut. Ich fauche ihn an und ich habe ihm eine Ohrfeige verpasst. Er sagt, ich habe alles seit der Trennung nur noch schlimmer gemacht und hat den Kontakt zu mir abgebrochen. Wenn ich das hier so herunter schreibe, ist mir das so unsagbar peinlich. Aber ich muss darüber reden.

Es ist zu spät. Ich habe alles kaputt gemacht. Und das schlimme daran ist, dass ich es weiß und ihn damit so unsagbar verletzt habe. Viele werden sagen, mein Verhalten hat nichts mit Liebe zu tun. Und auf der einen Seite stimmt das auch. Wer Gewalt in eine Beziehung mitbringt, ist einfach komplett unfähig und abhängig. Das ist nur noch krank was ich mache. Ich sitze zu Hause "rum" und denke und denke und denke ... mich macht das alles sehr kaputt und obwohl ich der Täter bin, geht es mir sehr schlecht.

Ich möchte ihm zeigen, dass ich meine "Gewalt" unter Kontrolle bekommen kann. Das weiß ich, weil es mir bereits gelungen ist. Er sagte, dass dieser Teil immer in mir drinnen bleiben wird und er sich nicht sicher sein kann, wann es wieder ausbricht. Richtig. Meine Vergangenheit lässt mich nicht ruhen. Sein Vertrauen ist komplett weg und es wird nicht mehr wieder kommen. Ja, es ist endgültig und dieser Gedanke versetzt mich in einen Schock. Er ist nach wie vor nett zu mir und möchte einfach nur in Ruhe gelassen werden. Wie schaffe ich das? Ich habe seit der Trennung kaum noch irgendeinen rationalen Gedanken.

In 6 Wochen zieht er aus in eine andere Stadt. Wir sind beide von dort aus weggezogen, weil wir hier Jobs fanden. Nun geht er wieder zurück und ich würde am liebsten natürlich sofort nachziehen. Aber ist es das richtige? Ich wollte nicht in dieser Stadt leben, wo wir gerade sind und immer wieder nach Hause zurück. Nun geht er. Ich muss bleiben. Ich habe so große Herzschmerzen, die gepaart sind mit Schuldgefühlen, Ohnmacht und ich kann es einfach nicht akzeptieren.

Es ist zu spät für ein Neuanfang und ich weine bitterlich deswegen. Ich möchte ihn wirklich haben und alle Pläne, die wir hatten, umsetzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er je wieder ein Wort mit mir sprechen wird in Zukunft. Es ist alles schrecklich und meine Schuld bzw. Unfähigkeit meine Gefühle zu kontrollieren.

Darf ich überhaupt traurig sein? Ihn zurück-haben-wollen? Nach allem, was geschehen ist?

Danke für eure Zeit!

22.01.2015 12:03 • #1


tlell

tlell


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jeder macht fehler!

ich denke es ist nur wichtig das man sie einsieht und was dagegen tut.

ja du darfst traurig sein und alles anderes auch, denn es gehört zu dir.

22.01.2015 12:14 • #2



Ich mache alles nur noch falsch

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Hannoveraner40


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Hallo Lucluc,

Zitat:
Darf ich überhaupt traurig sein? Ihn zurück-haben-wollen? Nach allem, was geschehen ist?


Wer sollte dir das Recht absprechen? Warum versuchst du gerade dich auf die schwarze und ihn auf die weisse Seite zu stellen. Warum brauchst du ein böse und ein gut? Du verstrickst dich da in Gefühle und Denkweisen, die ihm nicht helfen, dir nicht helfen, die einfach nur schlimm sind...und da musst du raus.

Deine Vergangenheit lässt dich den Kopf ausschalten wenn die richtigen Knöpfe gedrückt werden. Du explodierst dann und verlierst den Zugang zu dir selbst. Dass so keine dauerhafte Beziehung geführt werden kann, das weisst du selbst ja schon und du arbeitest daran, hast dir psychologische Hilfe gesucht.

Aber zu einem bösen oder schlechten Menschen macht dich das nicht. Eher zu einem traurigen, verzweifeltem Menschen ohne Selbstwertgefühl und unfähig in sich selbst zu ruhen.

Was ich dir raten kann: Bei aller Trauer die du gerade empfindest, versuche einfach zu sehen dass du auf dem richtigen Weg bist. Bleibe dran an dir zu arbeiten und die Geister der Vergangenheit vielleicht irgendwann komplett ruhen lassen zu können und sieh den Verleib an dem Wohnort auch als Chance an, dich selbst zu finden. Jetzt hinterherzuziehen wäre ganz ganz falsch (das wirst du aber selbst schon wissen), weil es Probleme, die nur mit dir zu tun haben kurzzeitig verdrängen würde - aber langfristig würde sich nichts bessern.

Ich wünsche dir die Kraft, für dich selbst ein Ziel zu sehen für dass es sich lohnt den Weg auch alleine weiterzugehen. Alles Gute, Hannoveraner

22.01.2015 12:22 • #3


lucluc3


Hallo Hannoveraner,

danke für deine ehrliche Antwort. Ja, ich MUSS da raus. Nur wie? Diese Frage stelle ich mir. Ich habe derzeit keine Kraft um überhaupt nur rauszugehen. Dabei habe ich so viele Dinge zu erledigen. Ich stelle ihn auf die "weiße" Seite, weil ich mit meinen Handlungen auf der "dunklen" Seite bin. Mein Verhalten ist nahezu unverzeihlich. Erklärbar, aber dennoch nicht richtig.
In der anderen Stadt hätte ich wenigstens ein paar Freunde, die mich auffangen könnten. Hier nicht. Es war einfach zu wenig Zeit, welche zu finden. Ich wohne erst seit ca. 2 Monaten hier. Ich möchte mir hier auch kein neues Leben aufbauen, dafür habe ich das zu oft tun müssen. Meine Probleme lassen sich auch in der anderen Stadt behandeln und weiter therapieren lassen. Nur ich brauche auch echt einen Ort der Ruhe und der mein Zuhause ist. Diese Entscheidung möchte ich aber nicht voreilig treffen. Wie komme ich aber nun alleine aus diesem Schmerz heraus?

22.01.2015 14:21 • #4




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