Zitat von MainFee:Ich mag dich sehr
Ich will dich kennen lernen
Du bist mir wichtig
Das sind die Sätze, die man so zu hören bekommt, wenn sich ein Mensch in dich verliebt.
Nö, das sind zunächst mal Sätze, die man so zu hören bekommt - weil derjenige der sie ausspricht, etwas damit bezwecken möchte. Dafür muß er nicht unbedingt verliebt sein.
Ob diese Sätze wirklich ernst gemeint sind, stellt sich dann im Lauf der Zeit heraus, wenn sie von Taten bzw. einem entsprechenden Verhalten begleitet werden.
Zitat:Aber wenn ich ehrlich bin, ich kann mir nicht helfen und große Probleme das ernst zu nehmen.
Eine gesunde Skepsis kann nicht schaden, solange man nicht zynisch wird dabei.
Zitat:Ich bin ja bereit zu glauben, wenn mir jemand sagt dass er mich mag. Aber bei meinem Ex habe ich gesehen was daraus geworden ist.
Der Ex ist der Ex und andere Männer sind andere Männer.
Zitat:Aber die Erfahrung bleibt. Und wie man tausendfach sieht (auch hier im Forum) ist der Prozess immer der gleiche.
Erst ist man verliebt und dann verwandelt der Mensch sich in ein Monster
Können wir uns bitte darauf verständigen, Dein "immer" durch ein "häufig" zu ersetzen?
Zitat:Ich frage mich wirklich, ob noch andere so denken oder ob ich diejenige bin, die so massive Probleme damit hat, wenn ein Mann Schritte auf sie zugeht.
Also ich gehöre auch zu den Skeptikerinnen, mittlerweile. Ist ja nicht so, als befändest Du Dich mit dem Problem nicht in bester Gesellschaft. Doch ich bilde mir ein, daß die Griffe, die ich so in die Kloschüsseln tat über die Jahre, ein Stück weit meiner eigenen (schlechten) Partnerwahl gestundet waren. Natürlich auch mangelnder Lebenserfahrung, also als junger Mensch zumindest.
Mir fällt nämlich auf, daß es sehr wohl auch Leute gibt, die zwar ebensowenig gleich beim ersten Partner kleben bleiben wie ich es tat, aber deutlich seltener in destruktive Beziehungen reinrutschen, sofern überhaupt.
Kein Zufall, wie mir irgendwann zu dämmern begann: inzwischen bin ich überzeugt, daß diese Leute nicht nur das nötige Quäntchen Glück hatten (das immer auch dazugehört, schon klar), sondern sich einfach selbst mehr wert sind, genau wissen, was sie suchen und was nicht, das auch ausstrahlen und daher einen anderen Männertypus anziehen als ich es - früher zumindest - tat. Das verbessert ihre Auswahl per se, aber ich denke, daß sie auch bewußt mehr darauf achten, sich nur mit einem Männertyp einzulassen, der mir persönlich wiederum auf den ersten Blick zu "langweilig" bzw. "'farblos" erscheinen würde.
Ich verhalte mich inzwischen deutlich reservierter als früher und gebe Menschen weniger Zeit und Gelegenheit, mir schon mit Kleinigkeiten unangenehm aufzufallen. Früher hätte ich sowas kleinkariert gefunden, heute weiß ich: Die Eltern hatten eben doch recht. Und nur weil jemand "interessant" erscheint, darf er sich dennoch nicht daneben benehmen. Schon gar nicht unter Deckmäntelchen wie Humor, Kunst, Meinungsfreiheit bzw. Selbstverwirklichung.
Zitat:Wie seht ihr das?
Ich finde, daß es von sehr viel Mut und Selbstbewußtsein zeugt, sich nach der Trennung auf eine Therapie einzulassen und etwas an
sich zu ändern, obwohl der andere es war, der sich ständig fehlverhalten hat. Dafür, daß Du Dich nicht darauf beschränktest, Dich in der Opferrolle einzurichten, sondern Dich zolle ich Dir gern meine volle Anerkennung.
Hoffe, daß man Dir dort weiterhelfen konnte und daß Du künftig nur noch nette Männer kennenlernen wirst. Leider gibt es keine Garantie dafür, aber ich wünsche Dir, daß Du in der Therapie Wege gefunden hast, gravierende Persönlichkeitsstörungen bei anderen Menschen früher zu erkennen und Dich aus destruktiven Beziehungen so früh zu lösen wie möglich, falls Du doch nochmal in die Klosschüssel greifen solltest.
Viel Glück und alles Gute.