Ich dachte an Personen zurück, die mir immer ein pos. Gefühl vermittelt haben und mein Ziel ist es, es ihnen gleich zu tun.
Die mir wichtigen Menschen, sollen in meiner Gegenwart auch das Gefühl haben, dass sie pos. an mich erinnert werden.
Es soll schön sein mich gekannt zu haben aber ich befürchte, mir fehlt die Kraft![/quote]
@tellmewhy
Ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Auch mich lässt die Kälte der Welt und von vielen Menschen oft verzweifeln, bzw. ich kann es schlicht nicht nachvollziehen.
Dennoch versuche ich damit so umzugehen, dass ich mit mir in ihr weiterleben kann.
Die Flucht in Traumwelten kann ein guter Ausgleich sein, nur muss man aus diesen Traumwelten auch wieder zurück kommen können, um in Interaktion mit der Welt zu treten.
Ich denke, dass man den Menschen als Naturprodukt in einer kulturellen Umgebung ansehen muss.
Wir sind unserer eigenen Stammesgeschichte noch nicht entstiegen, wir haben immer noch den Affen, das Tier in uns.
Mit der Entwicklung unserer Gehirne und der Sprache als Kommunikationsform ist die Menschheit immer erfinderischer geworden, wir haben unsere Umwelt angefangen zu gestalten und zu unterwerfen.
Und haben uns durch die besseren Lebensbedingungen auch entsprechend vermehrt.
Es mussten also Regeln für das Zusammenleben erstellt werden, moralische, ethische, politische Konzepte wurden entworfen, Staaten gebildet.
Du hast diese Regeln wahrscheinlich gut verinnerlicht und Dein neuronales Empfinden lässt Empathie und gegenseitiges Aufeinander-Achten zu.
Aber viele der heute Geborenen sind immer noch nicht in der Lage dazu, dies zu übernehmen, bzw. fühlen sich grösser und erhabener, wenn sie die Regeln brechen.
Das hat sicher immer etwas mit einem inneren Mangel zu tun, wenn Menschen bereit sind, andere Menschen zu verletzen, um sich besser, grösser, weiter zu fühlen.
Sei froh, wenn Du Dich solcher Machtspiele nicht mitspielen musst.
Sei froh, wenn Du der Welt mit Liebe begegnen kannst.
Aber lass dich von ihr nicht fertig machen. Und das geht nur mit Abgrenzung.
Eine Form der Abgrenzung ist, sich mit bestimmten Nachrichten, mit dem ständigen Schauen auf die Devices, welche Horrormeldung jetzt schon wieder reingekommen ist, nicht mehr zu beschäftigen.
Auf der persönlichen Ebene ist es ebenso wichtig zu wissen, was einem gut tut und was nicht.
Das ist vermutlich der schwierigste Prozess.
Menschen, die man liebt oder geliebt hat, als schlechte Menschen zu erkennen, ist ein ganz und gar durchschüttelnder Prozess. Den ich selbst auch gerade mal wieder durchlaufe.
Alle vorherigen Glaubenssätze, aller Respekt, alles Vertrauen wird plötzlich in Frage gestellt.
Dann musst Du Dir die Frage stellen, ob ein solcher Mensch für Dich mit Deinen Bedürfnissen wirklich eine Rolle spielen darf und wenn ja, was das dann mit Dir macht. Und ob Du die Folgen aus dem In-Kontaktbleiben wirklich tragen kannst und willst.
Früher wollte ich immer gerne die ganze Welt auf einmal verändern. Ich habe mich so aufgeregt über Missetaten, über falsche Politiker, über Wirtschaftsmagnaten, die die halbe Welt aufgrund von monetären Interessen ins Chaos stürzen, usw.
Und auch heute ist die Nachrichtenlage ja geradezu beängstigend:
In Aleppo wird gerade ein Völkermord verübt und alle Welt schaut aus geopolitischen Interessen nur zu.
Ein narzisstischer Gorilla ist zum mächtigsten Mann der Welt gewählt worden.
Usw, usf.
Die Lösung für all das, hast du schon selbst geschrieben. Orientiere Dich an für Dich guten Vorbildern, die Welt im Großen kannst Du nicht verändern, deine direkte Umwelt dagegen schon. Die Buddhisten sagen, jede, noch so schlechte Erfahrung ist ein Lerngeschenk. Wenn Du es schaffst, Dich von der Welt und Deinen Erfahrungen nicht verbittern zu lassen, sondern diese zu nutzen, um noch konkreter und besser zu handeln, dann bist Du viel weiter als viele andere.
Viele Grüße, flauflau