Gitarrenfrau
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Mein Mann und ich sind seit 30 Jahren verheiratet, kennen und 37 Jahre, also sehr jung. Wir sind beide mitte 50.
Ich habe mich ihm angepasst, wir haben 2 Kinder, welche beide erwachsen sind. Unsere jüngere Tochter, mittlerweile 20, ist schwerstkrank auf die Welt gekommen. Immer wieder war ich mit ihr stationär, sie hatte im lauf ihres Lebens schwere OPs, war im Koma, hat eine Herztransplantation hinter sich, musste alles neu lernen, und hat nun mehrere Begleiterkrankungen, die zusätzlich belasten. Zusätzlich habe ich meine Mutter bis in den Tod gepflegt, meinen Mann immer unterstützt, er hatte Unfälle, war auch mal 6 Monate wege zertrümmertem Knie hilfsbedürftig, dann mal Armbrüche, irgendwann auch mal ein neues künstliches Knie, ect. Im letzten Jahr dann meine Schwiegermutter unterstützt, mein Schwiegervater ist verstorben. Natürlich leidet die Ehe. . immer wieder viele Gespräche mit meinem Mann geführt, auch ich steckte immer wieder zurück, hatte einen Zusammenbruch, viele Erkrankungen, Burn Out, Klinikaufenthalt. Mein Mann hat ebenso gelitten, es irgendwie immer geschafft, zu arbeiten. Derzeit ist er im Burn Out, ich habe seine überaus schlechte Laune ständig ertragen. Vor einem Jahr habe ich ihm gesagt, dass , wenn ich ihm zu sehr auf die Nerven gehe, er gern auch ohne mich leben kann. . ich habe Rente, könnte ohne ihn leben, er müsste nicht mal viel zahlen. . Es war das erste Mal, dass er mit mir geredet hat. Über seine Ängste, er sagte, er möchte mich nicht verlieren, er möchte nicht alleine leben. Es wurde von dem Zeitpunkt an tatsächlich besser. Allerdings ist er im totalen Burn-OUt. Er war jezt gerade in Reha und als er wieder kam, hab ich Hoffnung geschöpft. Er hat tatsächlich mir gegenüber mal Empathie gezeigt, als er wieder kam. Das war so schön, wenn auch nicht auf der Gefühlslage, das kann er nunmal nicht, so aber doch von der Logig her. . Ich habe so Hoffnung geschöpft. . Nun gab es in der Familie mehrere Coronafälle und mein Mann war eine Kontaktperson zu einem solchen am vergangenen sonntag. Sein Test am vergangenen Mittwoch morgen hat gestern morgen negativ ausgesagt. Ich habe ihn darum gebeten, dass wir uns möglichst räumlich trennen, bis die Inkubationszeit von 10 Tagen vorbei ist. Denn ich habe Angst um unsere Tochter. Sie lebt hier. Er findet das völlig übertrieben, will nicht reden, ist sauer. Ich finde keinen Zugang zu ihm. Ich denke, er hat Schuldgefühle, denn das ist alles total doof gelaufen. . meine Schwägerin hatte Kontakt zu einer Frau, welche nächsten Tag positiv war. Der Test meiner Schwägerin war zunächst negativ, jedoch weitere Personen Positiv. Sie hatte dann Kontakt zu meiner Schwiegermutter. Sie hat sich wegen dem negativen Test in Sicherheit gewogen. Dann ging es meiner Schwägerin schlecht. Dennoch glaubte niemand, dass sie Corona hat und schon gar nicht, dass sie zwischenzeitlich meine Schwiegermutter angesteckt hat,so ist es aber nunmal, seit Dienstag ist meine Schwägerin positv getest, hat schlimm Fieber. . ja, und mein Mann hatte Kontakt zu meiner Schwiegermutter, welche seit gestern auch positiv getestet ist und krank ist. Mein Mann meint, weil sein Test negativ war, ist er aus der Nummer raus. . Und ich habe einfach nur Angst.
Wieder bin ich am überlegen. ich werde einige Tage vergehen lassen, werde versuchen, wieder mit ihm zu reden, wenn sich alles beruhigt hat, und wir, so hoffe ich, kein Corona in unser kleinen Familie haben. Wenn mein Mann dann aber wieder nicht reden will, wieder anfängt, mich so zu behandeln, das kann ich einfach nicht mehr ertragen. Es macht mich auch krank. Ich habe über ganz viel hinweg gesehen. Und nein, es ist kein anderer Mann im Spiel, ich habe einfach so die schnauze voll. . Er hat aber mal virtuell in Datingportalen geflirtet. Ob er auch fremd ging, weiß ich nicht. Es war einmal eine Seite auf seinem Rechner geöffnet, als ich zu ihm ins Büro ging, die hat er schnell geschlossen und ich konnte damals nicht reagieren, weil ich mit meiner Tochter notfallmässig ins Krankenhaus musste. . Ich habe damals für mich entschieden, dass ich es belasse.
Vielleicht schreibe ich mir einfach alles so von der Seele. Derzeit ist es für mich schlimm.