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Immer mehr Männercoaches?

RoteTablette

RoteTablette
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Ich sah gerade in einem anderen Thread ein YT-Video von einem Männerchoach: anhoeren-zuhoeren-verstehen-umsetzen-t75885-s225.html#p4135772

Wie immer, denke ich nicht nur über das Thema des Videos nach, sondern auch über das Video selbst.
Und daraus ergeben sich für mich ein paar Fragen, zu denen mich eure Meinung interessieren würde.

Kann es sein, dass diese Männercoaches immer mehr werden?
Wenn ja, dann heißt das, dass da offensichtlich ein Markt ist.

Wie ist das im Vergleich dazu mit "FrauencoachInnen" (oder wie man das nennen mag)?

Was kann uns das dann über "die Männer", "die Frauen" und "die Gesellschaft" sagen?

#1


K
Ja, es gibt auch unzählige Frauencoaches. Ubd Lieveskummercosches. Ubd Abnehmcoaches. Und Selbstverwirklichungscoaches
Was uns das sagt?
Dass es ein Geschäft ist. Zwinkerndes Gesicht


Was möchtest du uns denn sagen, was es uns sagen könnte?
Deine Frage in Zusammenhang mit deinem Profilnamen ist ja schon ein bisserl tendenziös.

x 5 #2


A


Immer mehr Männercoaches?

x 3


alterweißermann
Es gibt für alles Coaches, wirklich alles! Die Investitionen in deinen YT Kanal sind bei einigen hundert Euro und die Bezeichnung ist nicht geschützt. Jeder kann alle da draußen belehren.

Und was das heißt? Es gibt keine Zugangshürden, keine Vorabauswahl, keine Kuratierung, keinen Filter und sogut wie keine Zensur. Willkommen im Informationsoverkill. Und seit rund einem Jahr kommen dazu noch automatisch generierte KI Videos dazu. Damit wird das Problem nochmals potenziert.

x 1 #3


RoteTablette
Zitat von kata_smiles:
Was möchtest du uns denn sagen, was es uns sagen könnte?
Deine Frage in Zusammenhang mit deinem Profilnamen ist ja schon ein bisserl tendenziös.

Ich wollte einfach eure Meinung dazu hören.

Sollte ich besser einen anderen Profilnamen wählen, um kompatibler zu diesem Forum zu sein?

#4


Odette
Zitat von RoteTablette:
Sollte ich besser einen anderen Profilnamen wählen, um kompatibler zu diesem Forum zu sein?


Geht weniger um die Kompatibilität, sondern mehr um die Bedeutung dessen und die entsprechende Fragestellung in diesem Thread. Zumindest so mein Empfinden.

Zitat von RoteTablette:
Kann es sein, dass diese Männercoaches immer mehr werden?
Wenn ja, dann heißt das, dass da offensichtlich ein Markt ist.

Entspricht nicht meiner Wahrnehmung auf das Geschlecht runtergebrochen.
Mehr wird es tendenziell ja nur, da sich jeder Hans und Franz so nennen darf, und man auf Kosten des Leid anderer Menschen leicht Geld machen kann. Außerdem ist es über die sozialen Medien deutlich leichter seine, ich nenne es mal, 'komischen' Ansichten als die Wahrheit zu verkaufen und zu verbreiten.

x 2 #5


Ragna
Wie es scheint, ist der Bedarf gegeben, ansonsten gäbe es kein Angebot.
Die Motivation ist ja Geld verdienen.

x 3 #6


Shum
@RoteTablette Schau, ich beschäftige mich gar nicht mit solchen Coach Themen. Aus meiner daraus resultierenden subjektiven Sicht ist es also weder mehr noch weniger geworden. Für mich sind diese Coaches genauso eine unwichtige Randerscheinung wie andere [hier beliebiges Attribut einsetzen]-Coaches anderer Sparten. Es gibt für zahllose Themen auf dieser Welt einen Absatzmarkt.

Also, was sagt uns das dann? Nichts. Maximal nur, dass dein und mein confirmation Bias diametral zueinander verlaufen Zwinkerndes Gesicht

x 4 #7


Sonnenschein85
Zitat von kata_smiles:
Ja, es gibt auch unzählige Frauencoaches. Ubd Lieveskummercosches. Ubd Abnehmcoaches. Und Selbstverwirklichungscoaches Was uns das sagt? Dass es ein Geschäft ist. Zwinkerndes Gesicht Was möchtest du uns denn sagen, was es uns sagen könnte? Deine Frage in Zusammenhang mit deinem Profilnamen ist ja schon ein bisserl tendenziös. ...

Ganz genau, es gibt mittlerweile für so gut wie alles einen Coach. Ist irgendwie für viele eine Art Therapie Ersatz, eine Möglichkeit an sich zu arbeiten.

Die Frage ist je nach Thema wie effektiv das ist und wie geschult dieser Coach in seinem Sein ist. Ganz viel Quatsch findet man schließelich auch auf Youtube. Wahrscheinlich auch in diesem Bereich. Es ist einfach auch eine Art Business. Leute verdienen so ihr Geld.

Viele Menschen öffnen sich eher anonym, also online. Beim Coaching können sie anonym bleiben und müssen nicht wie zb in einer Selbsthilfegruppe sich überwinden über Dinge zu sprechen, vor anderen Menschen. Hier können sie nur das ansehen, was sie möchten und was ihnen zusagt.
schwierig ist es dennoch, da nicht immer eine ausreichende Qualifikation dahinter steckt und im Prinzip jeder ein Coaching anbieten kann. Oft werden daher wahrscheinlich auch unrealistische Versprechungen gemacht

x 3 #8


hotte
@RoteTablette

Ha... genau mein Thema Grinsendes Gesicht

Ich weiß nicht wie oft ich es schon geschrieben habe aber gerne wieder... seit meine NochFrau während der Trennung mal zu mir gesagt hat das ich ein richtiger mann werden solle, habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. (ich weiß mittlerweile das diese aussage mehr über sie als über mich aussage aber es war nunmal der auslöser)

Mittlerweile bin ich im Rudel eine Coaches hier in Köln "aktiv" und nebenbei auch noch in einer Selbsthilfegruppe für Männer. Zwischendurch war ich auch noch bei einem Hypnosecoach der aber nicht nur auf Männlichkeit spezialisiert war.

Der Männercoach ist schon ein sehr spezieller Fall und man kann hervorragend darüber diskutieren ob er nun ein toxisches Bild propagiert oder nicht. Eine Therapeutin von mir wollte tatsächlich die Zusammenarbeit mit mir einstellen weil ich zu diesem Coach gehe und sie ihn für sehr toxisch hält. Auf meinen Hinweis das es wichtiger sei was ich mir dort annehme und nicht was ich besuche lenkte sie dann ein und entschuldigte sich.

Der Bedarf an Männercoaches ist in meinen Augen schon grundsätzlich gerechtfertigt, da speziell die BabyBoomer und Gen-X sehr darunter gelitten haben das viele Väter einfach abwesend waren und sie dementsprechend in einem überwiegend weiblichen Umfeld aufgewachsen sind. Da sich die Männer in diesem Zeiten nicht immer "gut" verhalten haben und die Frauenrechtsbewegung auf dem Vormarsch war, wurden viele Jungen mit einem überwiegend feministischen Weltbild anstelle von einer, ich nenne es mal gesunden Männlichkeit, erzogen. In den nachfolgenden Generationen haben sich die Geschlechter in meinen Augen deutlich angenährt und der "sanfte" Mann ist deutlich gesellschaftsfähiger. Dies haben ich in diversen Gesprächen mit meiner Tochter (23) und ihren Freunden "erfahren" die allerdings alle in einem eher "woken" umfeld sind.

An dieser Stelle möchte ich anmerken dass das was ich eine gesunde Männlichkeit nenne, nichts mit Machohaftem oder "coolem" verhalten zu tun hat, sondern sich darauf bezieht das Werte wie Verbindlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit gelebt werden sollten anstatt sich immer auf "Befriedigung" von irgendwelchen Bedürfnissen zurückzuziehen. Vieles davon kann man auch auf Weiblichkeit anwenden aber hier geht es ja bewusst um das männliche.

Nun, zurück also zu dem Bedarf. In dem Rudel das ich besuche haben wir einen guten Querschnitt an unterschiedlichen Männern aller möglichen "Schichten". Übergreifend fällt ein deutlicher Hang zu "männlicher Energie" auf die meist mit körperlichen Aktionen gleichgesetzt wird. Egal ob es nun Kampfsport ist oder wanderungen gepaart mit outdoor Übernachtungen oder ähnlichem. Anekdote am Rande.. ich bin der woke linksaussen in der Gruppe Zwinkerndes Gesicht
Es wird immer wieder darauf hingewiesen dass das rudel ja keine Selbsthilfegruppe sei und das Männer nunmal dinge nicht kaputtreden sondern ins handeln kommen müssen. Aha... wäre das also auch geklärt Zwinkerndes Gesicht (Ich erwäge derzeit das Rudel zu verlassen obwohl ich dort tatsächlich auch Männer kennengelernt habe die ich mittlerweile als Freunde bezeichnen würde). Dennoch muss ich ganz klar sagen das mir das Rudel schon dabei geholfen hat ein Stück weit mehr selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl aufzubauen. Hier ist es halt extrem wichtig das man sich selbst treu bleibt und nicht im sinne "der Welle" in einen Gruppenzwang unterworfen wird.

Parallel bin ich auch noch in einer Selbsthilfegruppe ohne diesen ganzen "wir-trommeln-uns-auf-die-brust-kram". Dort SIND Gefühle und Empfindungen das Hauptthema und jedes mal gibt es mindestens einen in der Runde der ein Aha erlebnis hat und in den Gesprächen für sich selbst einen inneren knoten aufgelöst bekommt.

Im persönlichen Umfeld (und auch hier im Forum) erlebe ich viele Männer die keinen wirklichen Bezug zu ihren eigenen Emotionen haben (ich war auch so bevor ich aktiv angefangen habe mich damit zu beschäftigen), die nicht wissen das sich trauer, wut und angst unterschiedlich anfühlen (können) und die Hemmungen haben einerseits zuzugeben das es ihnen schlecht geht und andererseits nicht weinen können weil sie als kinder immer zu hören bekommen haben "ein Indianer kennt keinen schmerz" oder "echte männer weinen nicht". Bullsh*t.....

ich schweife ab....

Ja, es gibt einen seeeeeeehr großen Bedarf an Coaching für Männer. Das Angebot an "seriösen" coachings ist in meinen augen jedoch echt überschaubar und oft haben besagte coaches selbst einen zweifelhaften Hintergrund.

Ein Mann der erkennt das er sich gerne weiterentwickeln möchte, findet gute Literatur und in meinen Augen schliesst das auch den offenen Austausch mit "dem anderen" Geschlecht mit ein. Ich möchte gerne an dieser Stelle noch anfügen das Extremismus immer ne ganz schlechte Idee ist, egal ob es dabei um "Mens Rights" oder "Female Empowerment" geht.

Dem interessierten Mann und gerade der interessierten Frau lege ich immer wieder gerne das Buch Männerseelen von Björn Süfke ans Herz, in dem sehr schön auf die emotionale Situation von vielen Männern meiner Generation eingegangen wird.

Warum und wofür wir einen Bedarf an Coaches haben, wird sehr schön im Buch "Nie mehr Mr. Nice Guy" von Glover thematisiert welches sich mit vielen Bereichen eines "sanften" mannes auseinandersetzt.

Sorry für den super langen text... das floss einfach so aus mir raus weil mir das Thema aktuell so wichtig ist....

x 1 #9


Razor_cgn
Zitat von hotte:
@RoteTablette Ha... genau mein Thema Grinsendes Gesicht Ich weiß nicht wie oft ich es schon geschrieben habe aber gerne wieder... seit meine NochFrau während der Trennung mal zu mir gesagt hat das ich ein richtiger mann werden solle, habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. (ich weiß mittlerweile das diese aussage mehr ...

When I Say No, I Feel Guilty, das Buch dürfte dir auch gefallen Lachendes Gesicht.

#10


hotte
@Razor_cgn

Danke dir, hab mir die Leseprobe angeschaut und direkt bestellt (allerdings auf deutsch).

#11


Worrior
Unsere Gesellschaft bringt immer mehr schwache und verunsocherte Männer hervor.
Die einfachsten Herausforderungen des Alltages und des Lebens sind sie nicht mehr gewachsen und sie stürzen in eine emotionale Krise.
Es mangelt ihnen an Resilenz, Selbstregulation, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, Selbstbeherrschung, Disziplin, Motivation und letztendlich an einem gesunden Zugang zu ihren Emotionen und Gefühlen.
Alltag, Beruf, Familie und ihre Person empfinden sie als Problem.

Darin hat vor allem die Psychoindustrie einen großen Markt gesehen den die aber nicht alleine abdecken kann.
Das wurde ausgelagert an sogenannnte Coaches.
Darunter sind halt einige Scharlatane bei denen der finanzielle Aspekt deutlich mehr wiegt als das Wohlergehen ihrer Klienten.

x 2 #12


Löwenzeh
Zitat von RoteTablette:
Was kann uns das dann über "die Männer", "die Frauen" und "die Gesellschaft" sagen?

Dass wir uns alle, egal ob Mann, ob Frau, in selbst erschaffen Untiefen verlieren.
Und lieber rhetorische Fragen debattieren als uns real mit der Welt zu befassen. Da fehlt der Like-Button.

x 3 #13


ElGatoRojo
Zitat von kata_smiles:
Was uns das sagt?
Dass es ein Geschäft ist.

Angebot und Nachfrage. Offensichtlich kann man auch mit den Unsicherheiten von Männern Geld verdienen -- und o.k., manch einer mag dieses Coaching sogar als nützlich empfinden.

Kann mich erinnern, dass mein Vater mich "coachte". Ist heute wohl nicht mehr so modern, weil ja toxisch?

x 2 #14


tauris
Leider denkt jeder zweite mittlerweile er hätte das Zeug zum Coach- leider ist der Berufsbegriff nicht rechtlich geschützt.
Ergo- niedrige Eintritsbarriere

Wer einmal erfolgreich abgenommen hat denkt nun er könne Coach sein. Oft wird übersehen das zum Cosching ein Handwerk gehört - bei der es darum geht andere zur Lösung zu führen.
Lifestyle und digitale Welt suggerieren uns Coach ist ein Statussymbol und natürlich eine Gelddruckmaschine!

Es ist wie ein Kreisverkehr - goggelst Du Persönlichkeitsentwicklung findest Du Unmengen Coaches die andere darin Coachen wie sie Coach werden.
Das ein Coach eine unglaublich Verantwortung hat wird dabei gern übersehen ( von Männern wie von Frauen) Beispiel: das sitzt ein verzweifelter Mittedreissig Jähriger der nicht mehr Arbeiten kann und sich nicht richtig fühlt in der Welt und irgendwann fällt ihm wieder ein das seine Mutter eine Narzisstin war und den Bruder umgebracht hat- damit verantwortungsvoll umgehen - lernt man nicht in einem 3 Tagesseminar. Da werden Leute jahrelang gecoacht die eigentlich zum Psychologen gehören - aber wen interessiert das solange sie zahlen.

Es gibt den BDVT dort gibt es zertifizierte Kurse und Partner die Kurse anbieten und die Versuchen Qualitätsstandards anzubieten.

x 1 #15


A


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