Katalina91
Gast
ich wurde kurz vor Weihnachten des letzten Jahres von meiner ersten großen Liebe verlassen, wir haben zusammengewohnt, beide Mitte 20, beruflich gut bedient und ausgelastet. Ich flehte ihn noch ca. 3 Wochen an nicht zu gehen oder mir wenigstens einen Grund zu nennen, aber er ließ mich stehen mit: "Ich weiß nicht", "ich kann gerade nicht" und "ich brauche Zeit für mich".
Die letzten sechs Monate suchte er immer zögerlich Annäherung über allgemeine Gesprächsthemen, meistens über den Job (arbeiten in der gleichen Branche), schrieb auch meiner Mutter noch ab und zu, fragte sie nach einem Treffen (bemühte sich aber weiter nicht darum). Oft habe ich ihm nicht geantwortet, oder nur knapp, neutral, freundlich. Ich habe ihm immer schon (Monate bevor an Trennung zu denken war) gesagt, dass ich keine Freundschaften mit Ex' führen kann und das ist auch bis jetzt so geblieben. Seit zwei Monaten wechseln sich bei mir nun ganz tiefe Wut und ab und zu Sehnsucht nach ihm ab. Und jede seiner Nachrichten (ca. 3 Wochen-Takt) macht mich erst stundenlang rasend und abends dann traurig.
Er hat die letzten sechs Wochen immer mal ein Treffen vorgeschlagen, aber schrieb immer nur sowas lapidares wie "vielleicht klappt es irgendwann ja auf einen Kaffee". Ich kann ihn null einschätzen, weil er sich von Anfang an nicht in die Karten hat schauen lassen. Bis heute weiß ich nicht, was ihn zur Trennung bewog, er hat nie gesagt keine Gefühle mehr für mich zu haben und auch jetzt weiß ich absolut nichts mit seinen Texten anzufangen. Sie sind so formuliert, dass alles dahinter stecken könnte. Ich bin emotional noch so aufgewühlt zwischen "Ich bis so wütend auf den Mistkerl" bis hin zu "ganz egal, er ist ein großartiger Mensch und war ein so guter Partner".
Durch all diese Verwirrung in Emotion und Gedanken habe ich vor zwei Wochen beschlossen ihn zu ignorieren.
Meint ihr ich soll ihn nochmal treffen, weil A) dieser unausgesprochene Trennungsgrund arg an mir nagt (nach 6 Monaten sollte er mehr sagen können als "ich weiß nicht") und B) ich ihm sagen sollte wie es mir geht und dass ich entweder 100% Abstand brauche oder wir uns ernsthaft umeinander bemühen? Oder soll ich ihm nicht mehr entgegenkommen, alles einfach weiterhin ignorieren? Eigentlich will ich nur zur Ruhe kommen, nachts nicht mehr von ihm träumen und jegliche Emotion bzgl. seiner Person von mir streifen, mich wieder ganz und zufrieden fühlen. Ich habe aber das Gefühl, dass ich die Arbeit übernehmen muss Klarheit zu schaffen und ihm somit wieder Macht gebe, dass ich ohne seinen finalen Trennungsgrund und klaren Abstand nicht zur Ruhe komme.
Danke schon mal für Eure Antworten!
