Zitat von CleoK: Natürlich nicht für jeden Mann. Gibt sicherlich auch solche, die gerne ein Mäuschen haben. Mit wirklich starken Frauen muss man natürlich auch zurecht kommen. Ist auch nicht immer ganz einfach.
Ganz selten hat ein Mensch nur eine "Eigenschaft". Wenn ich jetzt kurz ins Offtopic wechsle und an meine Partnerin denke. Die hat ganz viele solcher Facetten und lässt sich kaum schubladisieren. Das gilt für ganz viele Menschen. Beispielsweise definiert sie ihr Frau-Sein über etwas ein altmodischeres Rollenbild. Ihr ist wichtig, im Haushalt die Chefin zu sein, zu kochen, zu putzen etc. Hingegen empfindet es sie als sehr "männlich" wenn ich Mobiliar oder ihr Fahrzeug repariere, die Einkäufe trage usw. das gefällt ihr. Sie hat also eine klare Vorstellung was sie als männlich und weiblich empfindet. Sie ist ausserdem sehr einfühlsam und auch nicht sehr laut. So gesehen würde man denken, sie wäre ein Mäuschen.
Andererseits ist sie aber auch unglaublich meinungsstark und hat ein unglaubliches Mindset, wo ich bei weitem nicht mithalten kann. Sie ist gedanklich, gefühlstechnisch so viel stärker und resistenter als ich, sodass ich teilweise echt neidisch bin. Ich versuche immer wieder zu ergründen, wie ein Mensch so positiv sein kann und komm irgendwie nicht dahinter. Also sie gehört mit zu den stärksten Frauen, nein gar Menschen, denen ich je begegnet bin.
Somit denke ich eben man kann in gewissen Themen ein Mäuschen sein und bei anderen Themen unheimlich stark. Das Eine schliesst das Andere nicht aus.
Zitat von CleoK: Auch hier habe ich Männer vernommen, die sehr stark und Reflektiert erscheinen. (Aber es gibt auch hier die Aggros und die Mimimi Typen - sind momentan allesamt nicht hier anzufinden - GsD) Dich zähle ich übrigens zur ganz ersten Gruppe
Vielen Dank dafür, sofern ich das richtig aufgefasst habe. Ich würde mich ebenfalls als reflektiert bezeichnen, das bringen über 3 Jahre Therapie mit sich. Ich bin aber keinesfalls stark. Körperlich vielleicht, seelisch bin ich aber ziemlich soft und habe noch eine Menge Arbeit vor mir. Man bringt mich seelisch noch immer leicht aus der Ruhe und würde mich als tendentiell ängstlich bezeichnen. Gut, das liegt auch ein bissl an der Angststörung und ausserdem bin ich sehr emotional, weine wenn ein Film mich mitnimmt oder wenn wir bei der Therapie in die Tiefe gehen. Dann bin ich jeweils fix und foxy. Ich bin aber fein damit.
Zitat von CleoK: Kannst du uns hier erklären, um welchen Männertyp - jetzt so aus rein männlicher Sicht - es sich beim Ehemann der TE handelt? Irgendwie wurde er so diffus beschrieben. Auf der einen Seite dominant, auf der anderen Seite naiv und die Seite der AF zeigt, ist wieder einmal eine ganz andere Nummer - für mich liest sich der Typ komisch....
Phuuuu das ist nicht so leicht. Ich sag dir gerne wie ich ihn sehe, ob es zutrifft wird nur @Dinania sagen können.
Ich glaube, er ist in einer ganz gewöhnlichen Familie aufgewachsen, zumindest für die damalige Zeit. Vater das Familienoberhaupt, Mutter Hausfrau. Der Vater eher streng, die Mutter liebevoll. Für Liebe und Gefühle gab es eher wenig Platz, gesehen hat er es auch nicht sehr oft (bei den Eltern). Es war halt normal, man ist verheiratet und bleibt das auch. Er bekam vom Vater Glaubenssätze aufgedrückt wie "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", "Jungen weinen nicht, das tun nur Mädchen". Ich glaube seine Eltern lieben ihn, aber insbesondere der Vater zeigte wenig Gefühl. Ich vermute er strebte sein halbes Leben lang danach, dass sein Vater stolz auf ihn ist. Deswegen die Karriere, der berufliche Stress und kein Platz für Gefühle. "Reiss dich zusammen", war wohl an der Tagesordnung. Er dürfte Geschwister haben, ist meiner Meinung nach der Jüngste.
Er hat also nie gelernt über seine Gefühle zu sprechen, denn die hatte er als Junge. Die wurden ihm aber abgesprochen, sodass er sich das Muster aneignete, die Gefühle nicht zu zeigen. Er verarbeitet bei der Arbeit, denn das hat bis anhin funktioniert. Er pariert und ist ein Peoplepleaser, hasst Streit und möchte es allen Recht machen. Denn wenn alle zufrieden sind, hat er seine Ruhe. Ich schätze zu seinen Eltern hat er engen Kontakt. Zu seiner Mutter ein sehr gutes Verhältnis, zum Vater ein eher kühles. Sie lieben sich zwar, dennoch macht er ihm innerlich Vorwürfe, wieso er nicht einfach stolz auf ihn sein konnte. Und ich glaube er ist sehr schlau.
Er frisst Vieles in sich hinein. Glaubt den Druck mit Arbeit ausgleichen zu können. Er führt nichts Böses im Schilde und fühlt sich unwohl in seiner Haut. Denn eigentlich möchte er gehen und das schon länger. Seit ein paar Jahren ist er nicht mehr glücklich, gehen kann er aber nicht. Er kann doch nicht seine Leute enttäuschen, seinen Vater um dessen Anerkennung er schon sein Leben lang lechzt. Seine Mutter, die bittere Tränen weinen dürfte, die er nicht sehen möchte. Seine Geschwister, die alle noch glücklich mit den Partnern sind; die Freunde, die ihn nicht verstehen können; Seine Kinder, die ihm das nicht verzeihen würden; Er ist ein Peoplepleaser und die grösste Strafe für ihn ist nicht Wut und Hass, sondern Enttäuschung. Das darf er nicht.
Deswegen diese Heimlichkeit. Er weiss selbst nicht wo ihm der Kopf steht. Ihm fehlt der Mut zu tun, was er tun muss um Glück zu empfinden. Wird aber solange die Kinder nicht flügge sind, bleiben. Sein Auftreten ist übrigens Fassade. Er braucht einen Schluck oder zwei um sein Auftreten hinzubekommen. Gegen Aussen hat er Humor, ist charmant, kommt gut an. Jahrelang antrainiertes Muster. Im Innern ist er sehr traurig und lebt nicht, er überlebt. Sorry, für die lange Ausführung, aber in etwa so sehe ich ihn.