Zitat von Mann1989: Ich wage die These, dass viele Männer nicht aus Bequemlichkeit bleiben, sondern aus dieser von mir beschriebenen Angst.
Diese These finde ich zumindest mal interessant. Und da sie offenbar deiner Wahrnehmung entspricht, muss man sie insofern auf jeden Fall ernstnehmen.
Stützt sich deine Wahrnehmung überwiegend auf Statistiken und Artikel, wie den, den du verlinkt hast, oder hast du auch entsprechende Erfahrung in deinem Umfeld gemacht? Zum Beispiel über andere Männer, mit denen du gesprochen hast?
Zitat von Mann1989: Ich lade euch herzlich ein, den von mir verlinkten Artikel zu lesen
Das habe ich getan. Vielen Dank dafür.
Im Artikel ist von 20.000 bis 40.000 Fällen von Entfremdung jährlich (je nach Quelle) zu lesen. Ich hab jetzt gerade nicht auf dem Schirm, wie viele Trennungskinder es im gleichen Zeitraum gibt und welchem Prozentsatz das demzufolge entspricht. Muss ich mal nachgoogeln.
Mir ist auch klar, dass es schwierig sein dürfte, hier belastbare und zuverlässige Daten zu erheben.
Wie ich dir aus eigener Erfahrung sagen kann, gibt es auch Fälle, in denen die Entfremdung aus Sicht des Kindes berechtigt ist und nichts mit negativer Beeinflussung durch den andern Elternteil zu tun hat. Solche Fälle müsste man aus obigen Datenerhebungen natürlich wieder rausrechnen, was auch nicht ganz einfach sein dürfte.
Ich würde für mich das Fazit ziehen, dass diese Ängste offenbar nicht selten existieren und der Grund dafür sein können, dass einige Männer (manchmal auch Frauen), sich lieber nicht trennen. Denn auch wenn sie eher unberechtigt sein sollten, spielt das ja zunächst keine Rolle für denjenigen, der diese Angst hat. Eine Motivation, in einer unglücklichen Ehe zu verharren, können sie ja trotzdem sein.
Würde ich allerdings in so einer Situation stecken und solche Befürchtungen hegen, würde ich mir folgende Frage stellen:
Was lebe ich meinen Kindern vor, wenn ich mich von meinem Partner dazu erpressen lasse, in einer Ehe zu verharren, in der ich alles andere als glücklich bin? Was lebe ich ihnen vor, wenn ich mich einem Partner beuge und ihm unterwerfe, dem ich offenbar (laut meiner eigenen Ängste und Befürchtungen) einen Kindesentzug oder eine Kinderentfremdung zutraue?
Ich glaube, was ich Kindern damit vorleben würde, wäre etwas wirklich Fatales und sehr Weitreichendes.
Das würde ich - wäre ich betroffen - auf jeden Fall gegen meine eigenen (berechtigten oder unberechtigten) Ängste abwägen.