Zitat von Heloise: Also das ist schon weit hergeholt und so ziemlicher Dorftratsch. Es reicht, wenn man bei einer Trennung seinen Teenagerkindern plausibel erklärt, warum das Elternpaar nicht mehr zusammenbleiben kann/möchte.
Wer mit wem und warum rumgeknattert hat, geht die Kids nichts an.
Das mag richtig sein. Ist aber auf dem Dorf inkl. zugehöriger Vereine so nicht umsetzbar.
Auf dem Dorf erfahren die Leute, die Kinder davon, der Bäcker, der Metzger, der Bürgermeister irgendwann wer mit wem und seit wann.
Manche Details mögen falsch, übertrieben oder ungenau sein, aber die Flüsterpost ist kaum unterbrechbar und auch meist sind die "Geschichten" nicht vollends an den Haaren herbeigezogen. Man kann auch darüber streiten, ob man das gut oder blöd findet. Man kann auch versuchen sich dem zu entziehen, trotzdem findet es statt und man erfährts, ob man will oder nicht.
Es entstehen Vorteile, was das Leben auf dem Dorf (bis Kleinstadt) betrifft, aber halt auch Nachteile. Dorfkinder und die, die es bleiben wollen, sind das gewohnt.
Die Sorge Dorftratsch zu werden ist grundsätzlich berechtigt. Und die Sorge, dass hier die Kinder mit hineingezogen werden oder es zumindest auch erfahren ("...die Mutter von der/dem/denen...", "der Vater von...", "erst Freunde, jetzt Stiefgeschwister", wer kriegt dann welches Haus und welches Zimmer...manche frustrierte Neidhammel, denen langweilig ist, können grausam sein), ist auch berechtigt.
Manche können das ab, denn es wird bald die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Und es ist ihnen schlicht egal. Früher war das noch viel extremer, was das Ansehen der Leute im Dorf betrifft. Die heutige Generation ist da schon abgeklärter, wenn es um sie selbst geht. Tratsch macht aber auch vor dieser nicht halt.