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Jetzt ist er weg, 24 Jahre für nichts und wieder bei 0

Sandy69

Sandy69
Mitglied

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Hallo ihr Lieben,
ich bin hier neu, obwohl das stimmt nicht ganz, war vor Jahren schon wegen diverser Beziehungsprobleme hier.
Nun ist es aber final. Ich habe die Trennung forciert und er ist mehr oder weniger ausgezogen.
Ich weiß gar nicht wie ich das ganze beschreiben soll - es ist ein Prozess der sich eigentlich schon über Jahre zieht.
Eine lange Zeit, geprägt von immer wieder tollen Momenten die Hoffnung gemacht haben, aber zunehmend auch von sich ungeliebt fühlen, nicht beachtet, unwichtig. einfach Selbstzweifel in jeder Hinsicht. Ich bin in dieser Zeit selbst stellenweise zu einer ätzenden Frau geworden, habe ihn irgendwann ständig getriggert, damit ich überhaupt eine Gefühlsregung aus ihm rausbekomme. Konnte mich manchmal selbst nicht leiden.
Dann habe ich die Trennung vorgeschlagen.
Und so ist es jetzt. Er hat heute sein Bettzeug mitgenommen, ist jetzt erstmal weg. Ich bin irgendwie froh und irgendwie unglücklich. Ich wollte es, wollte eine starke Frau sein, zumindest so rüberkommen und bin doch schwach, ängstlich, alleine.
schei. Leben gerade.

x 8 #1


F
Hallo Sandy,
dann kennst Du Dich ja hier schon aus ...

Du weißt, das es für beide Seiten nicht einfach ich ... und es dauert (leider)

Und ich weiß, jeder will stark sein ... aber wer ist es wirklich. Ich denke, viele geben es einfach nur vor (und sind es nicht)

Ganz liebe Grüße
Fredman

x 1 #2


A


Jetzt ist er weg, 24 Jahre für nichts und wieder bei 0

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A
Hallo Sandy69,
ich finde es mutig von dir und ja,auch gut,dass du nach so langer Zeit mit vielen wohl schlechten Gefühlen doch getrennt hast. Natürlich ist das jetzt erstmal auch ganz anders,aber bist du wirklich schwach? Das glaube ich nicht! Du schaffst das,Schritt für Schritt,wenn du dein weiteres Leben annimmst.
Habt ihr viel zu regeln,das kann noch anstrengend werden?
Ich wünsche dir ganz viel Glück und Zuversicht.

x 1 #3


Sandy69
@amelie Hi, danke für deine netten Worte. Wir haben zum Glück nicht viel zu regeln. Trotz 24 Jahren war es im nachhinein gesehen immer irgendwie unverbindlich?! Ich hatte immer meins und er seins und klar auch ein paar Dinge gemeinsam. Er hat mir soweit alles gelassen und hat sich komplett neu eingerichtet. Was wir jetzt noch gemeinsam haben ist ein Auto. Da hoffe ich, das ich es noch eine Weile behalten kann, sonst stehe ich ohne da und ein anderes kaufen, na das brauche ich weder finanziell noch hab ich da Ahnung von.
Trotzdem kommt jetzt soviel ungewohntes auf mich zu.
Ich habe noch nie in meinem Leben alleine gewohnt und ich bin 56. Ich bin kein Großverdiener und muss die Wohnung jetzt alleine zahlen....und und und.
Dazu schaue ich gerade auch nicht positiv auf die Zukunft, dafür brauche ich wohl noch Zeit.

x 2 #4


A
Das wird schon,Hauptsache,es geht dir nach einiger Zeit! besser!
Ich und viele hier haben das auch geschafft,alleine wohnen ist erstmal blöd,aber hat auch Vorteile,schreib die dir mal auf.
Die Zukunft kommt von alleine,ist so.
Erstmal HEUTE denken und was Schönes einbauen.
Und gestalte was um,das geht erstmal mit einem Eimer Farbe oder so;)

x 2 #5


A
Thema Auto,da kann sich später auch was finden,ich denke auch gerade darüber nach. E-Autos sind Zukunft?
Momentan locken günstige Leasing Angebote...wird sich zeigen,was da für einen sinnvoll ist.

#6


Sandy69
@amelie wahrscheinlich hast du Recht, aber gerade kann ich das noch schlecht sehen. Es war immer die Hoffnung da, das er versteht was er verliert, wenn es akut wird. Aber das war offensichtlich ein Trugschluss.
Aber etwas mit Farbe gefällt mir gut Lachendes Gesicht)

x 1 #7


hotte
Zitat von Sandy69:
ch bin in dieser Zeit selbst stellenweise zu einer ätzenden Frau geworden, habe ihn irgendwann ständig getriggert, damit ich überhaupt eine Gefühlsregung aus ihm rausbekomme. Konnte mich manchmal selbst nicht leiden.

Ich glaube das ist einer der Knackpunkte. Anstatt also zu schauen was da in ihm vorgeht, wurde die Angriffstaktik benutzt. Das ist ne ziemlich miese Masche auch wenn du im Nachhinein selber sagst das es nicht gut war. Was glaubst du wie sich das für ihn angefühlt hat?

Meine Ex hat während der Trennung zu mir gesagt das ich ein richtiger Mann werden solle, ohne jedoch zu definieren was das für sie bedeutet. Ich weiß heute das dies mehr über sie als über mich ausgesagt hat aber es hat ne weile gedauert bis sie eingesehen hat WAS sie da eigentlich gesagt hat.

Ein Buch das ich in diesem Zusammenhang immer wieder empfehle ist Männerseelen von Björn Süfke. Darin wird sehr schön verdeutlicht wie unterschiedlich Frauen und Männer mit Emotionen umgehen. Das Verhalten das du beschrieben hast war schon fast übergriffig weil du einen konfrontativen Weg gesucht hattest weil etwas (in dem Fall er) nicht so funktioniert wie du es von dir selbst gewohnt bist. Ich will ihn nicht in Schutz nehmen und denke das viele Männer lernen dürfen über Emotionen zu sprechen und überhaupt an solchen Gesprächen aktiv teilzunehmen.

Zitat von Sandy69:
Dann habe ich die Trennung vorgeschlagen.

Auf das war bei mir ähnlich.... ich habe vor und während der Trennung nicht mehr das Gefühl gehabt respektiert zu werden. Während der Trennung habe ich, in meinen Augen, alles getan um es ihr recht zu machen, nur um dafür mehr (gefühlte) Abweisung zu erhalten. Als wir uns dann unterhalten haben, war die Entscheidung klar.


Versteh das hier nicht falsch, ich will dich nicht runtermachen, sondern einladen das Verhalten aus anderen Augen zu sehen. Ich finde es gut das du offen darüber schreibst, denke aber das für euch der Zug abgefahren ist.

Ich erkenne viel von mir, meiner Ehe und meiner Ex in euch und bei mir ist es mittlerweile so das, obwohl sie sich komplett anders verhält und sich teilweise sogar für Dinge entschuldigt mit denen sie mich verletzt hat, ich so viele vorurteile und immer noch wut oder abneigung in mir trage, das es mir echt schwer fällt mit ihr Umgang zu pflegen.

x 2 #8


Sandy69
Zitat von hotte:
Ich glaube das ist einer der Knackpunkte. Anstatt also zu schauen was da in ihm vorgeht, wurde die Angriffstaktik benutzt. Das ist ne ziemlich miese Masche auch wenn du im Nachhinein selber sagst das es nicht gut war. Was glaubst du wie sich das für ihn angefühlt hat?

Sicher nicht gut, das ist mir bewusst. Aber wie habe ich mich gefühlt, wenn mein Partner so empathisch ist wie ein Sack Reis? Die Angriffstaktik wie du es nennst ist erst die Reaktion auf vorangegangene emotionale Kälte.
Über die Jahre entstehen da Verletzungen, aber auf beiden Seiten. Das der Zug für uns abgefahren ist sehe ich auch. Wir haben es bisher gut hinbekommen, das wir eher freundschaftlich verbunden sind. Das Thema Auszug geht ja schon ein paar Monate. Klappt nicht immer, aber oft.

Aber ich gelobe Besserung und bin da auf jeden Fall bereit zu an mir zu arbeiten. Fehler machen ja nicht nur die anderen Zwinkerndes Gesicht

x 2 #9


hotte
@Sandy69

Zitat von Sandy69:
Die Angriffstaktik wie du es nennst ist erst die Reaktion auf vorangegangene emotionale Kälte.

Wie gesagt, ich kann es nachvollziehen. Der Punkt ist das "emotionale Kälte" ja auch nur deine Wahrnehmung bzw. deine Bewertung einer Situation ist. Meine Ex hatte mich einmal bei einem Gespräch tatsächlich gefragt ob ich überhaupt Gefühle hätte weil ich so sachlich mit der Situation umgehen würde (ich hatte die Scheidungsfolgenvereinbarung ausgearbeitet und mir ihr erörtert). Ich habe ihr versucht zu erklären das es keinen Sinn machen würde "hoch zu gehen" oder irgendwelche emotionalitäten loszulassen. Ich will Lösungen finden und nicht die Situation schlimmer machen. Es hat mich wirklich tief getroffen was meine Ex da zu mir gesagt hat, da ich einfach nur versucht habe das beste in der jeweiligen Situation zu erreichen. Wir waren schliesslich beide Erwachsen und wollen ein sauberes Ergebnis (dachte ich zumindest). Innerlich war ich ziemlich am Ende und ich war stolz darauf das ich alles sachlich hinbekomme... da hat mich diese Aussage von ihr natürlich umso härter getroffen.

Wie gesagt, viele Männer haben keinen Zugang zu ihrer emotionalen Welt. Ich bin jetzt 49 und ich bin gross geworden mit aussagen wie "Indianer kennen keinen Schmerz" und "Echte Kerle weinen nicht". MIttlerweile weiß ich dass das totaler Schwachsinn ist und ich erst mit 48 gelernt habe meine Emotionen separiert wahrzunehmen.

Für viele Männer besteht Emotionsregulation darin (sinngemäß) in den Keller zu gehen, irgendwas zu zerlegen, reinigen und wieder zusammen zu setzen, danach die Werkstatt noch aufzuräumen. In einem Video meine ich gesehen zu haben das viele Männer Stress und unangenehme Emotionen einfach in Arbeit umwandeln um mit diesen "umzugehen".

Zitat von Sandy69:
Aber ich gelobe Besserung und bin da auf jeden Fall bereit zu an mir zu arbeiten. Fehler machen ja nicht nur die anderen

Finde ich ne ganz starke Aussage, vor allem den letzten Part. Hut ab.

Du scheinst jemand zu sein dem Kommunikation sehr wichtig ist. Ich glaube dass da einfach noch etwas "Verständnis" für die "Gegenseite" wachsen darf. Schau dir mal das Buch an das ich erwähnt hatte, ich könnte mir vorstellen das es dir gut gefällt und vielleicht den einen oder anderen Hinweis für die Zukunft gibt.

#10


DieSeherin
hallo @Sandy69 schade, dass ihr es dann doch nicht geschafft habt - fühl dich mal gedrückt Tröstender Smiley

wie lief es denn in den letzten 4 jahren? hattets ihr da noch richtig gute zeiten, oder war es eigentlich nur noch ein letztes aufbäumen?

#11


Sandy69
@DieSeherin Die letzten 4 Jahre waren eine Mischung aus Hoffnung und Resignation. Es gab immer die guten Zeiten, die gibt es ja jetzt sogesehen auch noch. Da kann man unbeschwert miteinander umgehen und gemeinsam lachen, hat gleiche Ideen und Vorstellungen. Geht’s dann aber in die Tiefe, dann ist gleich Blockade da. Aber du….sind seine liebsten Worte. So endete wohl irgendwann jedes Gespräch. Der Versuch einer Paartherapie wurde auch abgeblockt, da wäre ihm das Geld zu viel. Was soll man da sagen. Ich habe von meiner Seite alles versucht, hätte gerne an uns gearbeitet, aber wenn der andere denkt das er immer alles richtig macht ist es halt schwer.

#12


Sandy69
Zitat von hotte:
@Sandy69 Wie gesagt, ich kann es nachvollziehen. Der Punkt ist das "emotionale Kälte" ja auch nur deine Wahrnehmung bzw. deine Bewertung einer Situation ist. Meine Ex hatte mich einmal bei einem Gespräch tatsächlich gefragt ob ich überhaupt Gefühle hätte….

Die emotionale Kälte ist nicht nur meine Wahrnehmung, das war so. Wenn man mit seinem Partner spricht und dieser nicht mal antwortet, man dann Aggro wird, ist nachvollziehbar denke ich. Dann kam ein „ich brauche nicht anworten, ich hab dazu nichts zu sagen“. Sehr erwachsen finde ich das nicht. In deiner geschilderten Situation ist das was anderes. Da finde ich es stark, das du so gut mit einer Situation umgehst, das du da sachlich bleiben kannst. Top! Dir das vorzuwerfen ist in diesem Fall nicht okay, aber vielleicht interpretiert sie das einfach falsch oder will es falsch interpretieren.
Das Buch werde ich auf jeden Fall mal lesen, hört sich spannend an.
Ich bin aber auch der Meinung, das Mann heutzutage auch nicht mehr mit dem „ich bin eben ein Mann“ durchkommen darf. Auch Männer sind lernfähig, sofern sie wollen. Kommunikation hilft viel, Gefühle zeigen ebenso. Da müssen Männer auch einfach besser werden. Auf dem ein Indianer kennt keinen Schmerz kann man sich nicht ausruhen. Ich und viele Frauen meines Alters kennen das auch und haben sich trotzdem weiterentwickelt.

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DieSeherin
Zitat von Sandy69:
Die letzten 4 Jahre waren eine Mischung aus Hoffnung und Resignation.


hmmmm... ich hatte vor 4 jahren schon den eindruck, dass du gar nicht wirklich angst um "euch" hast, sondern um all das, was dran hängt dir angst macht? dass ihr umgezogen wart, dass ihr doch ziemlich auf einander angewisen wart... hast du denn jetzt so richtigen liebeskummer, oder macht dir eher sorge, wie es jetzt in deinem leben weiter geht?

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Sandy69
@DieSeherin vielleicht hast du Recht, ich habe wohl mehr Angst um das was jetzt kommt. Wie gesagt war ich noch nie allein. Ich bin mit 18 mit meinem damaligen Freund und späteren Ehemann zusammengezogen und von ihm dann Jahre später direkt mit meinem jetzigen Ex-Partner zusammen. Bin seit 7 Jahren in einer neuen Stadt und habe hier ein paar Bekannte, aber keine wirklichen Freunde. Wir haben immer alles gemeinsam gemacht und viele Jahre hat uns das ja auch gut gefallen. Wirklichen Liebeskummer habe ich aktuell nicht. Ich fühle mich einsam, alleine und gerade perspektivlos. Ich habe keine Ahnung was ich alleine mit meinem Tag anfangen soll, hab niemanden mehr zum quatschen und ja, ich bin natürlich trotzdem traurig, weil es ja mal wunderschön war und ich diesen Mann von damals schon gerne wieder hätte - nur gibt es den eben nicht mehr.

x 1 #15


A


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