Kann ich mich verlieben?

BirdSetFree

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Liebe Community,

ich hoffe sehr, dass sich einige von euch die Zeit nehmen werden und meinen Beitrag hier lesen. In letzter Zeit bin ich wirklich verzweifelt und hoffe, dass ihr mir vielleicht ein paar wertvolle Tipps geben könnt.

Mein generelles Problem ist, dass ich mich ernsthaft frage, ob ich mich verlieben kann. Meine letzte Beziehung ist nun ca. ein Jahr her und, um ganz ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, ob ich in meinen damaligen Freund wirklich verliebt war. Als wir uns kennenlernten, habe ich das sehr genossen. Es war damals auch alles eine neue Erfahrung für mich. Allerdings haben ca. zwei Monate später die Zweifel eingesetzt und das war einfach schrecklich. Es ging dabei gar nicht um fehlendes Vertrauen oder so. Ich habe ihm nicht hinterherspioniert und war mir absolut sicher, dass er mir nicht fremdgeht, was er auch nicht getan hat. Ich habe mich nur permanent gefragt, ob ich genug für ihn empfinde und dabei meine ich wirklich permanent. Ich bin morgens aufgestanden und das war das Erste, worüber ich nachgedacht habe und auch mein letzter Gedanke, wenn ich mich abends ins Bett gelegt habe. Es war einfach schrecklich und hat letztlich auch dazu geführt, dass aus dem Ganzen eine On-Off-Beziehung wurde.

Jetzt habe ich wieder einen wirklich tollen Mann kennengelernt. Er ist sehr aufmerksam und wir sehen das Leben in vielerlei Hinsicht gleich. Allerdings hat vor Kurzem wieder diese innere Stimme eingesetzt, die mir alles kaputtmacht, die mir sagt, dass das nichts wird und dass ich mich in ihn nie verlieben werde. Es erscheint mir alles so absurd, weil er doch ein toller Mensch ist. Es ist auch gar nicht so, dass ich darüber den ganzen Tag nachdenken will, aber ich kann einfach nicht anders. Und dann sagt diese innere Stimme in mir immer, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt: Kontakt abbrechen...Raus aus der ganzen Sache! Die Sache ist die: Ich glaube nicht, dass es an ihm liegt. Ich glaube nicht, dass ich noch den Richtigen finden muss, weil er einfach echt toll ist. Mir helfen leider auch nicht solche Ratschläge wie "Sei doch nicht so streng zu dir!" "Das wird schon mit der Zeit!" Das ist alles total lieb gemeint, aber die letzten drei Tage war ich so von diesen Zweifeln zerfressen, dass ich jetzt einfach nicht mehr anders kann. Deshalb habe ich mich jetzt auch hier angemeldet.

Geht es denn jemanden ähnlich? Handelt es sich vielleicht um Bindungsängste? Was ist nur los mit mir? Kann ich gar keine Liebe spüren?

Vielen Dank für eure Hilfe!

13.10.2016 03:55 • #1


BeYourself00


Dann gebe ich dir mal einen anderen Rat.
Das hört sich für mich nach einem ganz großen inneren Kritiker an, der dich runter machen will. Und der ist natürlich nicht gesund.
Negative Glaubenssätze können dazu führen, dass wir uns selbst das Leben schwer machen und uns einreden nicht glücklich sein zu dürfen. Diese entstehen durch eine schwierige Kindheit.
Hattest du in der Kindheit mit Akzeptanz und/oder Wertschätzung zu kämpfen? Wurdest du immer wieder im Stich gelassen zB von Eltern oder Verwandten, Freunden?

13.10.2016 07:02 • #2


Carlaa


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Hallo BirdSetFree,

für mich ist es interessant und aufschlussreich zu lesen, wie es einem Menschen mit Bindungsängsten im Kontakt ergeht.

Ich war mal das bindungswillige Gegenüber und habe mich schwergetan, zu verstehen, was eigentlich los ist zwischen uns. Ich bin drüber weg, aber bis heute denke ich drüber nach und frage mich, ob je sowas wie Liebe da war oder ob ich innerlich weggeschoben wurde von Anfang an.

Beobachtest du bei dir auch, dass der Partner erst dann wieder anziehend wird, wenn er sich entzieht bzw. Eifersucht ins Spiel kommt?

Was wäre für dich die schönste Form von Kontakt oder Beziehung, wenn du gar keine Rücksichten nehmen müsstest auf die Bedürfnisse anderer? Welches Verhalten deines Partners entlastet dich?

Woher kommt das Gefühl, dass Beziehung eine große Last bedeutet? Gab es z.B. bösen Streit und Demütigungen zwischen deinen Eltern?

Liebe Grüße,
Carlaa

13.10.2016 07:30 • #3


BirdSetFree


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Hallo,

erst einmal vielen vielen Dank für eure Antworten! Ich freue mich total, dass ihr euch die Zeit genommen habt

BeYourself00, du hast total Recht. Es gibt da in mir wirklich so eine Art kritische innere Stimme, die mir viele Dinge immer wieder kaputtmacht. Ich habe da auch schon einmal drüber gelesen. Meistens setze ich mir selbst immer hohe Ansprüche, aber das ist gar nicht so das Problem. Sehr problematisch wird es eben nur, wenn es um Beziehungen geht. Ich erwarte ja gar nicht, dass das alles wie in den Hollywoodfilmen läuft, mit den großen Schmetterlingen und so. Ich denke, dass es auch immer eine bewusste Entscheidung ist, sich in jemanden zu verlieben, aber diese Entscheidung lässt mein innerer Kritiker (sehr gut Beschreibung, übrigens!) irgendwie nicht zu.

Vielen Dank auch für deine Antwort, Carlaa! Umgekehrt ist es auch echt spannend, die andere Seite zu sehen. Jetzt bin ich ja noch gar nicht in einer neuen Beziehung und da bin ich im Moment auch wirklich froh drum. Was ich mir wünsche, ist eigentlich nur jemand, auf den ich mich abends freuen kann und zu dem ich eine tiefe Verbundenheit fühle, weil ich ihm alles erzählen kann. Natürlich gehört auch S. dazu, aber in dieser Hinsicht kann ich eigentlich ziemlich viel zurückstecken. Es ist auch nicht so, dass ich ein totaler Freigeist bin, der dann ständig Affären hat. Für mich ist Monogamie ein fester Teil einer Beziehung.
Ich habe kein Problem damit, mich nach anderen zu richten. Ganz und gar nicht. Ich bin zwar schon ein relativ egozentrischer Mensch und denke oft an mich (dafür habe ich ja auch meinen lieben inneren Kritiker), aber ich bin auch sehr harmoniebedürftig und nehme mich für andere ohne Probleme zurück. Es gab bei mir in der Familie keine größeren Probleme. Mein Bruder, zu dem ich jetzt kaum Kontakt habe, war bei uns eher das Kind, mit dem es mehr Probleme gab. Ich habe meine Eltern sehr lieb. Sie wissen, dass ich gleichgeschlechtlich bin und ich bin ihnen dankbar für alles, was sie für mich getan haben.

Ich wüsste allerdings gar nicht, was ich auf deine Frage beantworten soll, was mich an dem Verhalten eines Partners entlasten würde? Da liegt das Problem! Ich habe das Gefühl, dass mein innerer Kritiker das alles zunichte macht. Am Anfang habe ich mich immer total gefreut, dass wir etwas gemeinsam haben, aber mit der Zeit wird dieser innere Kritiker dann so groß, dass ich als einzigen Ausweg nur noch den Kontaktabbruch sehe. Das will ich aber eigentlich auch nicht. Ich bin schon bereit zu kämpfen für einen tollen Menschen. Das ist so ein doofer innerer Konflikt, der mich in den letzten Tagen total fertig gemacht hat.

13.10.2016 16:57 • #4


BirdSetFree


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Liebe Community,

ich habe mal wieder ein Problem, das mich schon mehrmals umgetrieben hat und auch mehrere Beziehungen von mir zerstört hat.

Ich würde mich freuen, wenn sich einige von euch die Zeit nehmen, meinen Beitrag zu lesen:
Es ist folgendermaßen. Seit knapp zwei Monaten bin ich wieder in einer Beziehung. Ich habe meinen Partner vor etwas fünf Monaten kennengelernt, und zwar als ich eine Freundin in England besucht habe. Wir haben uns seitdem vier Mal gesehen und sprechen jeden Abend miteinander. Wir führen als eine Fernbeziehung, haben aber täglich Kontakt miteinander.

Nun ist es so, dass einen Gedanken habe, der mich verrückt macht. Ich stehe mit dem Gedanken auf und lege mich mit dem Gedanken wieder ins Bett. Es ist der Gedanke, so schrecklich das auch klingen mag, dass ich meinen Partner eigentlich nicht liebe und dass ich sofort Schluss machen sollte. Ich hatte das nun schon bei zwei Männern, mit denen es enger oder ernster wurde und ich frage mich wirklich, woher das kommt. Irgendwie glaube ich fast nicht, dass erst noch der Richtige kommen muss, denn es sind ja schon einige an mir vorbeigezogen und ich habe dieses Problem immer wieder.

Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich habe mit meinem Partner schon darüber gesprochen und er ist absolut verständnisvoll und meint, dass wir daran zusammen arbeiten sollen, weil wir ein Team sind. Das ist doch eigentlich die Reaktion, die man sich wünscht und erhofft und trotzdem fühle ich mich so, als müsste ich das SOFORT beenden. Dieses Gefühl schnürt mir die Brust zu und ich esse auch weniger, was bei mir eigentlich NIE passiert

Ich habe schon einiges über Bindungsangst gelesen, war sogar schon bei einem Therapeuten, aber irgendwie bin ich da auch nicht so wirklich weitergekommen. Deshalb wende ich mich jetzt an euch. Hat jemand vielleicht schon einmal ähnlich Erfahrungen gemacht? Ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

Vielen lieben Dank!
Ich freue mich auf eure Antworten.

28.07.2017 16:26 • #5


dandelia


Nun ist es so, dass einen Gedanken habe, der mich verrückt macht. Ich stehe mit dem Gedanken auf und lege mich mit dem Gedanken wieder ins Bett. Es ist der Gedanke, so schrecklich das auch klingen mag, dass ich meinen Partner eigentlich nicht liebe und dass ich sofort Schluss machen sollte.

du machst dir ja selbst einen fürchterlichen stress
und hast so unerträglich hohe ansprüche an dich selbst.

ihr kennt euch noch gar nicht richtig und seht euch äusserst selten.

was genau stellst du dir denn unter liebe vor ?
wie glaubst du müsstest du fühlen ?
was erwartest du denn von liebe ?

herzrasen, völlige hingabe, verschmelzung ?

echte liebe muss wachsen, wie eine pflanze.

die liebe auf den ersten blick
ist eine illusion,
die trifft einen zwar wie ein blitz
fühlt sich auch bemerkenswert an
und man ist in einem rauschhaften, fast abhängigen zustand
und hormonell völlig aus dem häuschen

aber hinterher hat man einen kater,
sobald man wieder klar denken kann....

und stellt fest, daß diese liebe eine projektion der eigenen wünsche auf eine person ist.
was heisst,
man stellt den anderen auf den sockel und schmachtet ihn leicht bescheuert an

ich glaube es gibt durchaus menschen die nicht lieben,
manche trauen sich nicht, manche sind zu kühl

es hat etwas damit zu tun ob man sich auf den anderen einlassen kann,
wie gefühlvoll man ist
und wie mutig,
denn liebe bedeutet auch schmerz.

28.07.2017 18:57 • #6




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