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Kann meinen Expartner nach 13 Jahren nicht loslassen

JaRu2905

JaRu2905

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Ich bin vor 5 Wochen von meinem langjährigen Partner mit der Aussage "Ich brauche meine eigenen 4 Wände, ich fühle mich eingeengt, möchte mich nicht mehr erklären müssen und keine Verantwortung mehr tragen,. " konfrontiert worden und 2 Wochen später war er schon ausgezogen. Ob eine andere Frau im Spiel ist, weiß ich nicht, da mein Partner diesbezüglich eh nicht ehrlich wäre. Er sagt "Nein".
Für mich war es wie ein riesiges Brett vor den Kopf. Ich war extrem überrumpelt und absolut nicht darauf vorbereitet. Im Gegenteil. Ende Januar hab ich noch einen Heiratsantrag bekommen, mit "Ja!" geantwortet und mich entsprechend sicher gefühlt.
Meinerseits haben wir eine gesunde Beziehung geführt, haben Tiefen überwunden und etliche Höhen erlebt. Langweilig war mir nicht.
Er führte offensichtlich eine ganz andere Beziehung, in der es Zitat: "manchmal gut, aber meistens halt nicht" war und er es Zitat: "kaum erwarten kann, was da jetzt auf ihn zu kommt".
In den ersten 3 Wochen habe ich geweint, gebettelt, geschrieben, etc. , aber gar nichts konnte ihn umstimmen. Dennoch habe ich ihm dadurch, bezogen auf die Frage, ob wir jemals wieder zusammen sein könnten, ein "Vielleicht" abgerungen.
Wegen dieses "Vielleichts" kann ich jetzt nicht loslassen.
Ich bin am Boden und schaff es nicht aus eigener Kraft aufzustehen.
Meine Gedanken sind nur bei ihm. Ich sehe UNS wieder glücklich vereint. Alles, was ich im Moment fühle, sind Idealvorstellungen von unserer Beziehung. Alles war soooo toll!
Warum kann ich die Wut und Enttäuschung nicht in der Vordergrund schieben?
Ich wäre wirklich dankbar für ein paar gute Ratschläge, wie ich mich von diesem Gedanken lösen soll, dass wir noch eine gemeinsame Zukunft haben und ich mich somit auch von ihm trennen kann.

21.06.2020 02:23 • #1


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Hallo JaRu,

willkommen in einem Forum, in dem niemand sein möchte...

Du bist seit 5 Wochen nach einer 13jährigen Beziehung getrennt. Sei nicht so streng mit Dir! Du darfst traurig sein, Du darfst fassungslos sein, Du musst nicht akzeptieren. Das braucht alles Zeit; eine Abkürzung gibt es nicht. Wenn Dein Kummer sich "normal" weiterentwickelt, dann kommt die Wut und die Akzeptanz schon von ganz alleine. Bis dahin: Atmen. Ein und aus. Und sich selber was gutes tun. Mit Freundinnen alles hoch und runter besprechen (gute Freunde machen das ne zeitlang gerne mit).

Proaktiver Tipp von mir (hört sich komisch an, funktioniert aber): Setz Dir feste Zeiten, an denen Du an den Ex und Dein Elend denkst. Beispielsweise von 20 - 21 Uhr. Kommen Dir außerhalb dieser Zeit die Tränen , dann sag Dir "jetzt nicht, erst um 20 Uhr!"

Mir ist dieser Tipp damals gegeben worden und er funktionierte nicht immer, aber immer besser. Man kann es echt trainieren und es hilft, um nicht ständig im Gedankenkreisel zu verweilen. Du kannst Dir auch ruhig mehr Stunden geben, von 20 - 24 Uhr oder so. Wie auch immer - nur nicht 24/7!

Fakt ist, er ist weg. Er hat noch ein paar Floskeln hinterlassen, die Interpretationsspielraum geben, inkl. Schuldzuweisungen. Leider solltest Du Dich auch mit dem Gedanken beschäftigen, dass es eine andere Frau gibt. Natürlich wird das abgestritten; scheint ein Naturgesetz zu sein...

Aber all das nur in der Zeit, die Du ihm lässt. Ich hatte meinem Ex (nach weit über 20 gemeinsamen Jahren) bald nur noch ne Viertelstunde zugestanden - und upps, hab sie immer öfter verpasst. Musste dann am nächsten Tag nachgeholt werden (wenn ich dran gedacht habe )

Im Moment musst Du erst einmal selber wieder auf die Beine kommen und brauchst Deine Kraft für Dich!

Ich wünsche Dir alles Gute!

21.06.2020 03:16 • x 1 #2



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Kroenchen_richten

Kroenchen_richt.


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Hey JaRu2605,

alles Mist. schau mal, was er da macht, aus dem Nichts für Dich so eine Ansage.
Heißt?
Er füllt das schon unter Umständen länger und sagt nichts. Wie nett. Keine Chance gegenzusteuerern.
Oder es gibt jemanden, damit würde er schon länger lügen.
Egal wie, Du wurdest im Unklaren gelassen. Ist das Respekt gegenüber Dir?
Ist das irgendeine Achtung Deiner Person?

Was mir hilft, keine Liebeslieder oder traurige Lieder. Alles nur mit Kraft und Wut hören, notfalls Metal.
Und dann mal anschauen, wie würdest Du reagieren, wenn Du plötzlich weniger für Deinen Partner fühlst, oder Du feststellst die Liebe ist nicht mehr da und jemand anders vielleicht interessanter, so?
Würdest Du so täuschen und reagieren? Also ich hätte dann Wut. Du bist doch mehr wert, als so einen schnöden Abgang.
Wobei Wut nur kurz sein sollte. Danach hilft akzeptieren und irgendwann ist es egal.

21.06.2020 03:35 • x 1 #3


BrokenHeart

BrokenHeart


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Du bist -nach 13 Jahren- seit fünf Wochen getrennt.
Gib Dir selbst Zeit ..... es ist nicht einfach, aber eben Realität .... schlimm und unerklärlich für Dich, aber es ist so

Tut mir sehr leid für Dich ...... ich wünsche Dir viel Kraft und Energie

21.06.2020 03:36 • x 1 #4


JaRu2905

JaRu2905


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Danke schon einmal für die wirklich lieben Worte. Die sind jetzt schon ganz heilsam, weil ich spüre, dass ich nicht alleine bin mit diesen Gefühlen.
Den Tip mit der festgelegten "Grübelzeit" werde ich versuchen, umzusetzen. Das klingt echt hilfreich. Muss mir nur noch 'ne gute Zeit überlegen.
Auch über Respekt im Umgang mit mir werde ich noch nachdenken müssen.
Etwas schwieriger ist es für mich, dauernd Freundinnen und Familie zum "Ausweinen" zu kontaktieren...
Ich habe jetzt schon oft das Gefühl, dass niemand mehr immer und immer wieder die gleiche Leier hören mag. Ich befürchte, es ist der Anstand, der ihnen sagt, hör zu, tue interessiert, sei eine gute Freundin.
Deshalb mache ich schon vieles mit mir selber aus. Ich lese "Trennung überwinden" von Wieland Stolzenburg, recherchiere nach Hilfreichem im Internet und habe mich hier angemeldet.
Alles ist noch schwer im Moment.
In einer Stunde fühle ich mich schon besser und gestärkt und in der nächsten bekomme ich einen Heulkrampf und kann nicht aufhören, mich zu bemitleiden.
Es ist gut zu hören, dass ich noch traurig sein darf. In meinem Umfeld rät man mir nämlich schon zum Krone richten und Aufstehen, was ich unbedingt will, aber noch nicht schaffe.

21.06.2020 04:59 • #5


Kroenchen_richten

Kroenchen_richt.


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Alles hat seine Zeit. Aber einen kritischen Blick darfst Du werfen. Und ja, das Forum hilft einen Weg zu finden.
Sein Verhalten war unfair, was auch immer dahinter war, er fühlt (soory für füllt) anscheinden etwas, was er nicht mitgeteilt hat.
Obwohl, ja ich muss sagen es ging mir auch mal so. Urplötzlich musste ich raus. Es war, als würde man mir die Luft abdrücken, oder ich ertrinken. Heute ewig später kann ich mein Gefühle besser einordnen. Es brodelte unterschwellig, passte nicht. Aber ich sah es nicht deutlich, konnte das nicht zuordnen. Es tut mir heute noch weh, er war mir wertvoll, aber den Weg musste ich gehen.
Vielleicht ist auch das sein Problem. Keine Ahnung, dafür kenne ich zu wenig von Deiner Geschichte.
Ich hab es in dem Moment gesagt, auch wenn ich keine völlig schlüssige Erklärung liefern konnte.

Egal wie, es tut weh, aber es hilft nur den Ist-Stand zu akzeptieren.

21.06.2020 05:20 • x 1 #6


T4U

T4U


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Zitat von JaRu2905:
in der es Zitat: "manchmal gut, aber meistens halt nicht"

Er muss es für sich rechtfertigen. Meist lernt man den Partner ein zweites Mal kennen - wenn er sich verzupft!


Zitat von JaRu2905:
ob wir jemals wieder zusammen sein könnten, ein "Vielleicht" abgerungen.
Wegen dieses "Vielleichts" kann ich jetzt nicht loslassen.

Dieses kann ja auch sein. Doch dazwischen liegen bestimmt einige Jahre der Entwicklung und ich bin mir sicher, deine Weiterentwicklung wird ihn danach nicht mehr wollen, selbst wenn er sich vergolden würde.

Tröst.

21.06.2020 05:31 • x 1 #7


Thor71


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Mir tut das auch sehr leid, was dir passiert ist und wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.
Ich kann mich gut in dich hineinversetzen, mir ging es genauso. Aber schau, ich habe das alles auch überlebt, wie ganz viele die hier schreiben.
Man fühlt sich, so war es bei mir, ob man mitten ins Meer geworfen wird. Man weiß nicht in welche Richtung man schwimmen
soll, aber man muss schwimmen, sonst sauft man ab.
Ich habe wieder für mich Land gefunden, aber es braucht Zeit.
Ich kann dir auf Dauer nur eins empfehlen, konsequente Kontaktsperre, wenn es auch manchmal gegen die Natur ist, man will ihn ja sehen.

Halte dich hier an das Forum, es wird dir geholfen und du fühlst dich verstanden.

21.06.2020 06:33 • x 1 #8


KPeter


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Fünf Wochen sind nur wirklich noch nicht lange nach einer solch langen Beziehung, die sogar durch einen Heiratsantrag zur Lebensbeziehung gemacht werden sollte. Alles, was in dir auf lange Perspektiven eingestellt war, muss nun nach und nach beendet werden. Das geht nicht in ein paar Wochen.

Ich rate dir dazu, dich nicht seiner Trennung sozusagen unterzuordnen oder sie zu akzeptieren, sondern dich nun deinerseits nach langen Überlegungen VON IHM ZU TRENNEN. Du kannst nach dem Abwägen von all dem, was du da erlebt hast, nach dem Blick auf das, was ihn JETZT ausmacht, zu dem Schluss kommen, dich von ihm zu trennen. Wenn du das tust, bist du nicht in der REAKTION, sondern in der AKTION. Du bist nicht Opfer, sondern du bist Täter, du bist Handelnde und selbstbestimmt.

Auch das muss nicht von heut auf morgen erfolgreich sein. Aber ich habe das hier schon mehrfach angesprochen: Wenn du herausfinden willst, ob deine Trennungsabsicht erfolgreich war, solltest du dir irgendwann sehr konkret folgende Szene vorstellen: Es klingelt an deiner Tür und er steht davor. Er spricht sein Bedauern aus und möchte gern zu dir zurück, weiter mit dir leben. Und wenn du dann sagen kannst: "NEIN, es ist jetzt zu spät dafür, du kannst gern einen Kaffee mit mir trinken, mehr aber nicht" dann warst du mit deiner Trennung erfolgreich, dann bist du frei für einen anderen Partner.

Du siehst an diesem Beispiel, dass das keine Sache von ein paar Tagen ist. Du musst dich also auf den Weg machen, diese Trennung von ihm anzustreben und irgendwann dann auch zu wollen. Es ist unwichtig, ob das Wochen oder Monate dauert. Wichtig ist, dass du von ihm frei werden möchtest, von deinem Heiratsversprechen ebenso wie von seinem.

Da meiner Erfahrung nach sehr viel dafür spricht, dass eine andere Frau beim ihm im Spiel ist, könntest du bei deinen Trennungsabsichten sogar einfach davon ausgehen. Es könnte hilfreich für dich sein, sein Verhalten so zu interpretieren, dass er dich sozusagen betrogen hat und du dich nun darum von ihm trennst, weil er dich nicht mehr exklusiv in seinem Leben haben möchte. Wenn du das als Tatsache voraussetzt, dann ist das tatsächlich auch in deiner Gedankenwelt ein Fakt, der mithelfen kann, deine Trennung von ihm einzuleiten und bald auch auszusprechen. Du kannst es ihm dann sogar schreiben, dass du dich von ihm trennst, weil das besser für dich ist. Dass du ihn los lässt und in deinem Leben nicht mehr haben möchtest. Und ob du diesen Brief/Mail dann abschickst oder nicht, ist nicht mehr so wichtig. Wichtig ist, dass du von ihm frei werden willst, und das wird nicht leicht. Aber es wird leichter, als den Rest deines Lebens auf ihn zu warten.

Die von dir auf diese Weise angestrebte Trennung ist also eine klare Entscheidung von dir. Sie ist nicht die Unterordnung einer Entscheidung deines Expartners. Und wenn es dir dabei helfen sollte: Jede Entscheidung kann auch unter bestimmten Voraussetzungen zurück genommen werden. Du wärest auch an diese Entscheidung nicht lebenslang gebunden. Aber das ist sekundär. Primär ist, dass du frei wirst und selbstbestimmt.

21.06.2020 07:06 • x 3 #9


JaRu2905

JaRu2905


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Ich werde all diese sinnvollen Antworten noch mal in Ruhe auf mich wirken lassen und dann schauen, wie ich was umsetze. Tolle Worte auch von KPeter. Danke! Schon das Lesen war mir eine Hilfe, jetzt noch die passende Tat in Angriff nehmen. Mich von ihm zu trennen, scheint nur konsequent und wird sicherlich den Ablöseprozess extrem verkürzen.
Drückt mir die Daumen, dass ich stark bleibe und bei der Umsetzung der Dinge vorankomme.

21.06.2020 08:13 • #10


JaRu2905

JaRu2905


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Ich weiß gar nicht, ob ich alles zu "meinem Thema" hier reinschreiben soll oder immer wieder ein "neues Thema" eröffnen.?
Es sind jetzt gute 4 Wochen nach dem Auszug meines Ex-Partner und seit ich alleine mit meiner 17jährigen Tochter in der Wohnung lebe.
Ich unternehme so viel meine Freundinnen und Bekannte für mich Zeit haben. Das tut auch sehr gut.
Doch kaum bin ich wieder allein zu Hause, fällt mir die Decke auf den Kopf.
Ich werde wehmütig, denke über meinen Ex-Partner nach, möchte wissen, was er gerade macht und ob er wohl auch schon mal genauer in sich gegangen ist, was er bei der Trennung "versprochen" hat.
Ich stelle mir vor, was ich sagen würde oder wie ich reagieren würde, wenn er wieder Kontakt mit mir haben wollte.
Im Moment (seit 02.06.) besteht nur nichtemotionaler Kontakt bzgl Post und Rechnungen...
Ich bin dauernd hin und her gerissen zwischen "Wir haben keine gemeinsame Zukunft mehr, weil er es so entschieden hat. " und "Es gibt für uns noch eine glückliche Zukunft, wenn wir nur mit neuen Erkenntnissen in diese "neue Beziehung" gingen."
Macht es Sinn darauf zu hoffen, irgendwann nochmal glücklich miteinander zu sein?
Ich mag nicht allein sein! Ich bin kommunikativ und habe heute zum Beispiel noch kein einziges Wort gesprochen.
Mein Befinden hat sich zwar schon etwas gebessert, ich bin stärker, weine nicht mehr so viel und der Druck fällt gaaaanz laaaangsam vom Herzen und der Magengegend.
Dennoch mag ich mir nicht vorstellen, mein weiteres Leben ohne meinen Ex zu verbringen.
Hilfreich wäre, wenn mein Ex mir ein Zeichen gäbe... Eine Nachricht, dass er trotz Bedenkzeit kein "Wir" mehr sieht. Dann hätte ich etwas Klares.
Oder eine Nachricht in der steht, dass er mich manchmal vermisst, etc...
Ich kann einfach immer noch nicht glauben, dass er mich nicht mehr liebt.
Was soll ich bloß tun?
Ich würde ihm gerne schreiben, weiß aber, dass das meeega kontraproduktiv wäre.
Ich sehne mich nach dieser Geborgenheit, die ich bis vor kurzem noch fühlte, nach Nähe, einer richtig ernst gemeinten Umarmung und so einem Kuss, wie ich ihn bei unserem Kennenlernen vor 13 Jahren hatte und dann im Anschluss sooo oft spüren durfte...

27.06.2020 18:36 • x 1 #11


Sliderman


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Das ist ganz normal nach so kurzer Zeit. Das dauert länger und es wird auch immer mal Rückschläge geben.

27.06.2020 22:46 • #12


T4U

T4U


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Zitat von JaRu2905:
immer wieder ein "neues Thema" eröffnen.

guggst du Forumregel, da steht so manch Info


Zitat von JaRu2905:
Macht es Sinn darauf zu hoffen, irgendwann nochmal glücklich miteinander zu sein?

Hoffen auf Glück - ja, mit ihm? Weniger.
Ihr habt euch in den 13 Jahren miteinander weiter entwickelt, nur nicht immer parallel. Und nun von dir weg. Es wird seine Gründe haben, warum er es beendete und die Miteinander Entwicklung so keine Chance mehr gibt

28.06.2020 04:43 • #13



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