Karili
Gast
Ein toller Beitrag. Und so auf den Punkt. Danke dafür!
Ich habe in meiner eigenen Kindheit eine Mutter erlebt, die versucht hat uns Kinder zu beschützen und vor einem tatsächlich narzisstischen Familienmitglied und ihrem Helfers-Helfer zu retten. Sie hat versucht eine Balance herzustellen, wo nie eine war. Die Mutter meines Vaters war diagnostiziert als "tyrannisch", das war bevor der Begriff narzisstisch geläufiger wurde. Mein Vater, ihr Sohn, kannte es nicht anders als zwei Rollen im Leben zu spielen. Der starke Ehemann und Vater und der gehorsame Sohn, der die Familie dazu aufforderte vor dem Tyrannen zu kuschen und wie er es formulierte, den Drachen nicht zu wecken. Als der Drache gestorben war, war meine Mutter ebenfalls am Ende und ging, obwohl meine Schwester und ich erst Teenager waren. Sie lebte in der Nähe, aber mit deutlicher Distanz zu meinem Vater, den sie letztendlich für sich als Mittäter ausgemacht hatte. Wir haben als Jugendliche und Erwachsene diesen Schritt immer verstanden und einen guten Kontakt zu ihr gepflegt. Wir verstehen auch die Rolle unseres Vaters und sein Unvermögen sich damals zu befreien.
Was aber immer wichtig ist, das Verhalten anderer mag manchmal unser Leben überschatten. Wenn wir in Spiralen sind, die uns nicht sehen lassen (wollen) wie wir mit uns umspringen lassen, dann hilft nur eine harte Vollbremsung. Steht man erst einmal, dann den Blick vom "Tyrannen" wenden und sich auf das eigene Gefühl konzentrieren. Sehr schnell danach den Blick heben, um zu sehen, ob noch andere zu Schaden gekommen sind. Dazu wäre es interessant zu hören was dein Mann zu deiner Freundschaft mit Lola zu sagen hat und mit welchen Gefühlen er deinen Zuständen nach "Lola Einsatz" begegnet ist. Wie er sich gefühlt hat, wenn du Hilfe durch euch beide zugesagt hast.
Mach dir klar, dass unser Handeln andere betrifft. Toxische Beziehungen ziehen häufig eine größeren Kollateralschaden mit sich als wir in unserem Gedankentunnel vermuten. Sprich mal mit deinem Mann.

