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Können Narzismusopfer massive Energierräuber werden?

Annika82


Zitat:
Konnte, wenn ich ehrlich bin nie so recht verstehen, wie man sich nicht trennen kann, wenn es einem nur weh tut, anstrengend.


Hier kommst du zum Kern. Der Benefit ihres Problems ist aktuell noch größer als der Leidensdruck, den sie durch ihr Problem erfährt.

Für dich als Aussenstehende scheint ihre Situation furchtbar, trostlos und verfahren. Für sie aber bietet das Problem Gesprächsstoff, Mitgefühl und die Möglichkeit im Mittelpunkt zu stehen. Dass sie noch Kraft hat, zeigen ihre verschnupften Reaktionen und Nachrichten. - Wer wirklich am Boden liegt schweigt.

Du kannst dir einer Sache gewiss sein: Sie leidet weniger als du es dir vorstellst. Sie hat auch noch Hebel, die sie bewusst einsetzt, um das Gespräch über sich wieder aufzunehmen, dein Mitgefühl zu erhalten und so wieder im Mittelpunkt zu stehen. Zum einen drückt sie ja gerade deinen Knopf "Gute Kinderstube" und möchte zum Besuch vorbeikommen, als Anreiz und Belohnung ein Geschenk...

Du hattest aber um Abstand gebeten und signalisiert, dass du eben nicht zu ihren gewählten Zeitpunkten zur Verfügung stehst. Diese Bitte hat sie bereits ignoriert und überrollt. Sie hat auf den AB gesprochen und ein Selbstgespräch über sich selbst geführt.

Hätte dir jemand gesagt:"Du, ich brauche im Moment Zeit für mich, weil ich gemerkt habe, dass ich mich in letzter Zeit zu viel um andere und zu wenig um meine Themen gekümmert habe". Wie hättest du reagiert? Dich verschnupft gemeldet? Ein Telefonat ausschließlich zu deinen Themen geführt? Gesagt, dass du zum Geburtstag rumkämst? - So wie ich deine Beiträge hier lese wohl eher nicht. Vielleicht hättest du gesagt: "Kein Problem. Verstehe ich total. Tut mir leid, vielleicht war ich in letzter Zeit dir gegenüber auch unaufmerksam. Melde dich wenn du etwas brauchst". Ein Geschenk hättest du vielleicht als Überraschung an die Haustür gestellt. - Schätze ich mal.

Wenn du den Besuch zulässt, frage dich, wie ein guter Besuch aussähe, wie eine Katastrophe. Könnte dir eine Katastrophe deinen Ehrentag ruinieren? Wie realistisch ist ein guter Besuch?

09.01.2021 23:13 • x 3 #76


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von Lumba:
Naja, das ist lieb von ihr. Vielleicht erkennt sie Dinge, man soll nicht mit Menschen brechen (Erziehung, dulden). Ich lasse das noch reifen in mir.


Zum Erkennen:

Nein. Wird sie nicht.

Warum? Weil es ihr nicht dient.

Erkennen macht, dass man kein Opfer mehr ist. Eigenverantwortung übernehmen müsste. Was ändern müsste. Und was ändern könnte.

Änderte man was, verschwände das Problem, um das man sich dreht.

Man hätte kein Drama mehr.

Man wäre einfach nur Mensch unter Menschen... wie langweilig.

"Geh mir weg mit Deiner Lööösung...sie ist der Tod für mein Problem..."

Zitat von Annika82:
Du hattest aber um Abstand gebeten und signalisiert, dass du eben nicht zu ihren gewählten Zeitpunkten zur Verfügung stehst.

Diese Bitte hat sie bereits ignoriert und überrollt. Sie hat auf den AB gesprochen und ein Selbstgespräch über sich selbst geführt.


So ist es.

Dieser Mensch dreht sich nur um sich selbst. Du als wichtiger Mensch kommst in ihrem Verhältnis zu Dir gar nicht vor.

Sie benimmt sich Dir gegenüber, als sei sie selbst ebenfalls Narzisst.

10.01.2021 08:41 • x 4 #77



Können Narzismusopfer massive Energierräuber werden?

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CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von Annika82:
Sie fragte sich öfter warum sie selbst so fühlt, und warum sie so handelt.


Frauen bestimmter Generationen sind zu "braven" Mädchen erzogen worden.

Sie haben früh gelernt, Dinge zu tun, die sie ursprünglich ablehnten.

"Gib der Tante das schöne Händchen" ist das beste Beispiel dafür. Man musste sich von Menschen berühren lassen, die man weder kannte noch mochte.

Je mehr man sich den Anschein gab, es von sich aus zu tun umso mehr wurde man gelobt. "Ach, das wohlerzogene Kind!"

Jo. Dass die Tante Schwitzepfoten hatte und man ihr Lavendelparfum nicht mochte... war unwichtig.

Erlernen, ohne Gegenwehr zu erdulden. Bravsein. "Das macht man nicht."
Gesellschaftskonventionen einer anderen Zeit.

Zitat von Lumba:
Sie ist total ambivalent und gehört meiner Meinung nach professionell unterstützt. Die Wechseljahre machen es nicht besser. Ich sags ganz deutlich.


Sie spiegelt Deine eigene Abivalenz ihr gegenüber.

"Verhalten doof, Mensch ganz ok". Hm.

Zitat von nimmermehr:
Manche Narzissten leben ihren Narzissmus auch über die Mitleidsschiene aus. Denen kann man nicht helfen weil sie ja das scheinbare Leiden brauchen, um ständig deine Aufmerksamkeit zu haben. Da wird dann ständig mit Mitleid, Schuldgefühlen, Sorgen etc. manipuliert damit Du dran bleibst.


Es gibt anscheinend Narzissmus unterschiedlicher Ausformung.

Die eine "maligner/ offener" Narzissmus genannt kommt auf King Kong Füßen daher. Der laute Prahler, der bei allem der Beste ist.

Der verdeckte Narzisst, der Opfer der Umstände, Opfer der Institutionen, Opfer anderer Menschen ist. Erkann ja nix dafür, weil...

Danach genau klingt Deine Freundin. Und das würde auch erklären, warum Dich das so stresst. Warum Du Dich so schwer tust, genau das zu tun, was Du ihr angeraten hattest:

Dich zu trennen. Du tust Dir das ja selbst auch schon länger an...

D.h. es gab bislang für Dich dabei bei aller Genervtheit ein Benefit...einen Nutzen.

Du fühltest Dich gebraucht. Und über das Helfen erhöht man sich selbst oft innerlich dem anderen gegenüber.

Wir sind heil. Der andere ist arm/ krank/ klein/ unwissend/ hilflos.

Zitat von nimmermehr:
Solche Menschen riechen förmlich wer ein Helfersyndrom hat.


"Helfen" hat eine spannende Komponente.

Wir beugen uns innerlich zum Anderen herab. Fühlen uns wichtig. Sind in dieser Zeit nicht einsam oder alleine.

Wir werden ja gebraucht.

Die Hälfte der Zeit verbringt diese Freundin aber doch damit, Dich anzugreifen und Dir zu demonstrieren, warum Du selber.... und sie nicht.

= Du doof. Sie alles richtig, alles gut.

Sie will Aufmerksamkeit, nicht Hilfe...

Der Narzisst ernährt sich davon. Er mag Energie. Er zehrt auch davon, dass der Andere sich über ihn ärgert. Sich stresst. Hat er gemacht.

"Sie hat die Macht, dafür zu sorgen, dass Du Dich in Gedanken permanent mit ihr beschäftigst." Und das kostet sie aus.

Diese Freundin hat einen Zugewinn darin, dass sie Dich beschäftigt. Dass Du über sie nachdenkst.

Dich stresst das. Sie in keiner Weise.

Heisst: in Eurer Freundschaft geht es ihr um sich selbst.

Dir geht es in der Freundschaft um Euch. Um Freundschaft. Um Hilfe. Um sie.

Da ist die Diskrepanz zu finden. "Das Loch im Zahn" , an dem Du gedanklich hängen bleibst.

10.01.2021 09:08 • x 3 #78


Annika82


Da stimme ich dir zu @CaveCanem.

Mich hat Lumbas Reaktion zu meiner Beschreibung was es mit einem Kind macht sehr berührt. Dazu möchte ich noch etwas schreiben.

Menschen, die ungesunde Beziehungen zu anderen suchen, weil sie selbst im Fokus stehen wollen/müssen, die kommen nicht zufällig auf ihr "Publikum". Sie haben früh gelernt, welche Personen ihnen eine Arena bieten und welche ihnen sagen (würden): "Gott ja, jeder hat Probleme. Werd damit fertig!"

Toxische Menschen und Menschen, die psychische Energie rauben, die gehen immer gezielt an die, von denen sie durch Erfahrung wissen, dass die sich immer und immer wieder um den Finger wickeln lassen. Was das bedeutet ist, unbewusst oder bewusst, wenden sie sich an das überforderte und weinende Kind, das in fast allen Fällen in den Helfern schlummert. Sie wenden sich nicht an den Erwachsenen, der vor ihnen steht und der ihnen Paroli gibt, sie ahnen das Kind und setzen dort an. Stichwort: Gute Kinderstube - meine Erziehung zu einem dienenden Menschen.

Das ist das Perfide. Und deshalb fühlen wir uns solchen Menschen oft ausgeliefert. Denn sie sprechen nicht mit uns, sondern sie sprechen mit unwerteren Erinnerungen an ein überfordertes und innerlich weinendes Kind.

Lumba, wenn du dir im Klaren bist, ob und wie du diese Beziehung zu Lola, denn eine wirkliche Freundschaft auf Augenhöhe ist sie leider nicht, weiterführen möchtest, könnte es Sinn machen sich professionelle Hilfe zu suchen. Der positive Effekt dieser Geschichte könnte sein, dass du eine noch unverarbeitete Baustelle aus deiner Kindheit verarbeitest und diesen Teil in dir heilst. Damit löst sich dein Lola Problem dann wahrscheinlich auch von selbst.

Wie du sagst, es geht nicht von heute auf morgen - es ist ein Prozess Aber er ist eine große Chance für dich.

10.01.2021 09:10 • x 3 #79


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von Annika82:
Was das bedeutet ist, unbewusst oder bewusst, wenden sie sich an das überforderte und weinende Kind, das in fast allen Fällen in den Helfern schlummert. Sie wenden sich nicht an den Erwachsenen, der vor ihnen steht und der ihnen Paroli gibt, sie ahnen das Kind und setzen dort an. Stichwort: Gute Kinderstube - meine Erziehung zu einem dienenden Menschen.


Bämm. Bingo.

Mit gesunden Menschen in gesunden Beziehungen kommt man an das eigene verletzte Kind gar nicht erst dran.

Es gibt nichts und niemanden, der unser inneres Kind dermaßen aktiviert, wie diese Energieräuber.

Ihr eigenes verletztes und weinendes Kind spricht unseres an. Das sich im Anderen erkennt.

Dessen Hand nimmt. Und bämms... ist das "ich bleibe bei Dir. Ich kenne Deinen Schmerz" Programm aktiviert.

Und das "wenn ich Dich heile, heile ich vielleicht selbst ein Stück."

Und es laufen im Kontakt mit dem Narzissten permanent Prozesse ab, die machen, dass man sich extrem unwohl fühlt.

Auf die man aber den Finger nicht legen kann. Weil kaum einem von uns bewusst ist, dass wir dieses Kind noch in uns haben.

Und wieviel Einfluss es auf unser Erwachsenen-Empfinden es noch haben kann.

10.01.2021 09:22 • x 3 #80


Perzet


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Liebe @Lumba
auch ich kenne deine Situation. Ich brauchte eine Weile, bis ich merkte, wie sehr Menschen, neben den schon beschriebenen Saiten und Tasten, auch das Thema "Wenn ich nicht helfe, passiert etwas schlimmes!" bemüht haben. Nach dem Motto, nur ich werde als guter/erfahrener/vertrauenswürdiger Retter zugelassen, alle anderen können das nicht.
Super Zwickmühle, denn die Sorge, es könnte etwas passieren, wird gerne dramatisch untermalt. Und es gibt sonst niemanden. Erhöht den Druck massiv.

Du kannst sie getrost machen lassen Sie findet ihren Weg weit besser, als sie dir gegenüber darstellen wird. War in allen diesen Fällen in meinem Leben dann so, auch wenn es zwischendurch glaubhaft anders aussah.

10.01.2021 12:36 • x 2 #81


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von Perzet:
Wenn ich nicht helfe, passiert etwas schlimmes!" bemüht haben. Nach dem Motto, nur ich werde als guter/erfahrener/vertrauenswürdiger Retter zugelassen, alle anderen können das nicht.


Guter und wichtiger Punkt.

"Wenn Du nicht hilfst hilft mir keiner."

Emotionale Erpressung vom Feinsten.

10.01.2021 14:40 • #82


Lumba


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Hallo zusammen!

Sie ist gestern nicht gekommen - wir hatten einen massiven Wintereinbruch - und ich war froh darüber. Allein wie sie die Absage gestaltet hat (Dauer-Monologe auf dem AB, Whatsapp - sie hat mich nicht gleich erreicht) und dann am Telefon, als ich zurückrief, haben mich belastet.

Sie hat mir auch so wirklich nicht gratuliert, eigentlich nur sehr oberflächlich. Und dann hat es plopp gemacht bei mir. Nicht enttäuscht oder wütend oder dergleichen, sondern ganz ruhig in mir.

Das Pferd ist tot - es ist schade, wir haben schöne Ausritte gehabt, aber jetzt ist es tot und ich steige nicht mehr drauf. Sie wollte dann heute kommen, das habe ich abgesagt.

Es ist keiner Schuld. Sie nicht, ich nicht. Aber das was da ist, empfinde ich als ungesund und ich mag nicht mehr. Das ist alles nur künstliches Verlängern.

Sie hat dann noch geschrieben woher, wollte mich überreden, hat mir subtil Schuldgefühle gemacht. Ich habe aber nicht geantwortet und ich werde es auch nicht mehr tun.

Nichtsdestotrotz möchte ich an meinen Baustellen dran bleiben. Überlege eine Therapie zu machen. Aber was für eine? Verhaltenstherapie oder was anderes?

Was meint ihr? Die kleine Lumba möchte wohl endlich gesehen werden...

Vor 5 Stunden • x 1 #83


Perzet


1688
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Liebe @Lumba
herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, nachträglich.

Und herzlichen Glückwunsch zum neuen Abschnitt in Deinem Leben.

Wenn erst mal die Erkenntnis da ist, ist es wie eine Befreiung. Vieles, was man über Jahre gewohnt war, wird immer wieder einmal durchscheinen. Das ist normal.

Ich gratuliere dir auch gerne zu deinen nächsten geplanten Schritten. Klingt echt gut und gesund.
Du machst deinen Weg.

Vor 4 Stunden • #84


Karili


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Liebe Lumba, manchmal hilft das Schicksal mit - und schickt Schnee

Was deine Frage angeht, gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich finde ein guter Richtwert ist immer das eigene Glücksempfinden außerhalb des Problems. Wie frei und glücklich fühlst du dich mit anderen Freunden, deinem Mann, bei der Arbeit, mit deinen Hobbies? Hast du das Gefühl von Licht und Schatten? Wenn ja, dominiert das Licht den Schatten oder gibt es mehr Schatten als Licht? Diese Frage wird man mit unterschiedlicher Tagesform unterschiedlich beantworten. Guck mal, was dein Mittelwert hier ist.

Insgesamt klingst du sehr reflektiert und hast dein Problem mitsamt der Ursache schon gut eingekreist. Das würde tatsächlich für eine Verhaltenstherapie sprechen oder auch für ein Coaching - es muss ja nicht immer das Wälzen in der Vergangenheit sein, manchmal hilft es ein Anliegen bei den Hörnern zu packen und sich Strategien für zukünftiges Handeln bereit zu legen. Dabei kann dir schon ein Coaching helfen.

Ich mache aktuell ja eine Therapie, in der es noch einmal um meine Kindheit und Jugend geht und ich muss sagen, dass sie eindeutig hilft. Manchmal bin ich allerdings sehr erschöpft nach der Sitzung und frage mich, ob ich wirklich alles noch einmal durchleben wollte und ob es mir wirklich neue Erkenntnisse gebracht hat. Für eine wirksame Therapie braucht man tatsächlich Kraft, Zeit und ein verständnisvolles Umfeld. Zu deinem Thema könnte ich mir vorstellen, dass du die Schachtel der Pandora vielleicht geschlossen halten möchtest, da sie dir außer innerer Aufruhr vielleicht wenig Neues bringen würde. Manche Dinge hat man nämlich bereits gut verarbeitet. Da muss man nicht noch einmal dran. Deshalb wäre mein Rat eine Verhaltenstherapie oder ein Coaching zu Exit Strategien.

Vor 3 Stunden • #85



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