Zitat von Honighase:Lange haben wir uns „gewehrt“, aber dann waren eben diese Gefühle. Wir sind nicht gleich in die Kiste gesprungen, unsere Gefühle füreinander haben sich entwickelt, auf beiden Seiten. Keiner von uns hat „einen anderen gesucht“, aber dann hat es sich so entwickelt. Und niemand kann sich in eine gut funktionierende Ehe mischen. Unglücklich waren/sind wir beide. Ich bin sicher nicht stolz auf das, was passiert ist, aber unsere Ehepartner haben auch ihren Teil dazu beigetragen. Ich habe mich endlich daraus befreit und er bleibt aus Pflichtgefühl und einer Form von Sicherheit bei ihr. Liebe war da keine mehr! Er hat einfach „Schiss“ was neues auszuprobieren
Ich fette mal die kritischen Stellen.
Schau mal: Du formulierst hier ein "Wir", wo in deiner Realität gar kein echtes "Wir" statt findet. Sprich: Du projizierst da etwas. Woher willst du wissen, dass er aus Pflichtgefühl bleibt? Vielleicht bedeutet ihm seine Frau einfach mehr als das 1,5jährige Abenteuer mit dir. Denn - so hart das jetzt klingen mag, bitte verzeih: Wärst d u diejenige, die er wirklich liebt, wäre er jetzt bei d i r.
Du sagst: "Liebe war da keine mehr!" Woher willst du das wissen? Ihr wart 400 km voneinander entfernt. Er hat dir die ganzen Klassiker erzählt, die eine Geliebte halt hören will. Schwall-schwall. Realitätscheck: Wäre es anders, wäre er doch jetzt
bei dir.
Du schreibst: "Niemand kann sich in eine gut funktionierende Ehe mischen."
Mag sein, dass es schwerer wird, sich in eine gute Ehe hinein zu drängen. Letztlich aber sind wir alle nur Menschen. Und jeder ist bis zu einem gewissen Grad auch verführbar. Wer erstmal 20 Jahre mit ein und derselben Person zusammen ist, durch Herz, Schmerz, Alltag, Kinder, Stress, Job, Hausbau, Todesfälle etc. hindurch gegangen ist, ist verführbarer.
Will heißen: Doch. Man kann sich als dritte Instanz sehr wohl in eine Ehe mischen.
Man könnte es auch lassen. Und NEIN sagen. Nein, der ist verheiratet, ich lass die Finger weg, weil unfair der anderen Frau gegenüber. Nein, ich bin verheiratet, ich will meinen Ehemann nicht verletzten, meine Ehe nicht riskieren. Nein, meine Treue ist mir wichtiger als ein Abenteuer.
Fremdgehen ist eine bewusste Entscheidung und kein Zufall.
Man hat immer auch die Wahl, nein zu sagen. Wenn man nur will.