Vielen lieben Dank euch beiden für die Antworten!
Ich tue mich (schon immer) schwer damit, wenn ich irgendwas nicht wirklich beeinflussen kann. In vielen Bereichen habe ich das in den letzten Jahren gelernt...also einfach ergebnisoffen auf den Prozess zu vertrauen. Aber in dieser Beziehung fällt mir das unendlich schwer. Ich bin mitten in einem Prozess, der richtig gut ist und in dem ich mich das erste Mal richtig tiefgehend mit mir selbst beschäftige, begleitet von meiner Therapeutin und Freundin. Es fällt mir wieder viel leichter, mich selbst zu spüren und mich abzugrenzen, wenn mir was nicht gut tut. Ich entscheide gerade von Tag zu Tag, ob ich mit ihm kommuniziere oder nicht, je nachdem wie ich mich fühle. Jetzt entwickelt sich bei mir gerade eine gewisse Angst davor, dass ich vielleicht irgendwann mal merke, dass es einfach jeden Tag am besten wäre, keinen bzw das erforderliche Minimum an Kontakt zu haben....und das macht mich für mein Kind sehr traurig. Es fällt mir da schwer ergebnisoffen in diesen Ebtwicklungsprozess reinzugehen, aber ich kann ein Vergeben auch nicht erzwingen (ich habe schon öfter mal versucht, dort reinzugehen...)
Mir steht also in der Hinsicht gerade mein eigener Anspruch im Weg.
@plentysweet : danke für deine immer wieder sehr hilfreichen Fragen!
Er meinte, er konnte es nicht anders, er war überfordert. Emotional am Ende weil sein Vater im Sterben lag, wir mit unserem Kleinen viel zu tun und keine Zeit für uns hatten und dann hat er sich verliebt. Er hat wohl ein paar Wochen versucht, dagegen anzukämpfen (allein), ohne dass irgendwas passiert ist und der Betrug ist dann eher spontan passiert (weil er jemanden besuchen wollte, der nicht da war und in ihrer Nachbarschaft wohnte und dann ist er irgendwie dorthin geraten...Wasauchimmer). Es ist ein Mal passiert, dann hat er es mir gesagt. Ich habe sehr lange gehofft und gewartet und bin dann nach ein paar Monaten doch ausgezogen, weil er sich nicht bewegt hat und nur in seinem Sud war. Mit der anderen hatte er aber angeblich keinen Kontakt. So ca. 1 Jahr nach der ganzen Aktion sind sie dann aber jetzt zusammen gekommen (offiziell).
Ja, warum hat er nicht offen kommuniziert? Er sagt, er hatte Angst, war wie gelähmt. Er hat sich auch nicht von mir getrennt, das musste alles ich machen.
In meinem Schmerz geht es schon viel um mich, ja. Ich vermisse nicht ihn als Person, vor allem nicht die Person der letzten Jahre. Ich bin traurig, aber mehr weil es die Familie nicht mehr gibt, traurig darüber dass die Verbindung (von der ich mal dachte, sie wäre einzigartig gewesen) sowas nicht ausgehalten hat, dass ihm eine Beziehung zu ihr am Ende wichtiger war als eine freundschaftliche Elternbeziehung mit mir, dass er mich so behandelt hat. Es geht mir mehr darum, dass er mich so respektlos behandelt hat, mich Zb tagelang nixht angeschaut hat, weil er mit seiner Verliebtheit nicht umgehen und mir es nicht sagen konnte, weil er sich danach auch an viele Absprachen nicht gehalten hat (um die ich ihn gebeten und die er mir zugesichert hatte), weil es sich laut ihm in den Situationen irgendwie anders ergeben und richtig angefühlt hat und so was. Dass er es nixht geschafft hat, irgendwann mal klar auszusprechen, was er fühlt und was er will und mich somit monatelang hingehalten hat.
Ich ärgere mich über mich selbst darüber, dass ich das mit mir habe machen lassen...alles! Dass ich nach dem Betrug Lebenszeit damit verschwendet habe, mich um ihn zu kümmern und ihn in Depression und Trauer zu unterstützen. Und jetzt hat er vor kurzem noch gesagt, für ihn wären wir schon seit dem Tag des Betrugs nicht mehr zusammen gewesen. Aber mir das mal zu kommunizieren? In den ganzen Monaten, die wir noch zusammen gelebt haben...neee!
Er war meine erste tiefere Verbindung und ich habe noch keinerlei Erfahrung mit endgültigen Trennungen und Verletzungen dieser Art. Meine einzigen Trennungserfahrungen sind die Trennungen von ihm und da kamen wir dann immer wieder zusammen.
am liebsten würde ich mich überhaupt nicht mehr mit ihm beschäftigen. Ihn komplett aus meinem Leben verbannen. Aber ich muss ja und da habe ich dnn wieder diesen blöden Anspruch an mich, dass es irgendwann jawohl freundschaftlich sein soll...
Ach plenty, es ist einfach so viel, für jemanden wie mich, die sich sonst nicht sonderlich viel mit ihren Gefühlen beschäftigt hat und hauptsächlich im Kopf zuhause war (und dabei vieles verdrängt hat)...
Hat das schon narzisstische Züge?
Ich habe gerade so Lust, mich und meine Gefühle und Bedürfnisse noch näher kennenzulernen und meinen Weg weiterzugehen...wenn ich da nicht fast jeden Tag wieder durch Nachrichten etc. an ihn erinnert werden würde. Er löst einfach immer noch sehr viel bei mir aus....
@Miss March: wie hast du dich der anderen Frau gegenüber dann verhalten? Toll, dass du das für deine TTochter geschafft hast...