Zitat von Margerite: Blut ist immer dicker als Wasser.
Von der Konsistenz natürlich schon. Sonst nicht. Das ist ein romantischer Gedanke der Neuzeit.
Ein Blick zurück in die Geschichte der Menschheit reicht: Da wurden munter eigene Väter, Mütter, Kinder, Geschwister gemeuchelt. Meist aus den üblichen Gründen: Macht, Neid, Stolz, Eifersucht, Habgier…
Zitat von Margerite: Wenn Du Kinder hast, werden sie Dich immer beschäftigen und ob es dann im Alter schön für Dich ist, wenn sie sich nicht um dich kümmern, ja, sich nicht mal mehr für Dich interessieren, ist fraglich
Zum einen ist es leider nicht die Realität, dass alle Eltern sich immer mit ihren Kindern beschäftigen. Es gibt auch in unserem muckeligen Mitteleuropa viele Kinder, für die sich die Eltern nicht interessieren. Offensichtliche Verwahrlosung wird zum Glück oft (bei weitem nicht immer!) entgegen gewirkt und Kinder aus den Familien genommen. Emotionale Verwahrlosung findet viel subtiler und versteckter statt. Trotzdem gibt es sie.
In den meisten Familien gibt es den üblichen Zoff zwischen den Generationen (zumindest in einem bestimmten Alter), aber grundsätzlich gibt es eine Basis aus Liebe, Vertrauen, Interesse und Verlässlichkeit. Aber es gibt eben auch andere und so selten sind die nicht.
Eine Schwägerin von mir hat den Kontakt zu ihren Eltern auch abgebrochen; ich kenne die Gründe und ich kann sie total nachvollziehen. Dennoch ist sie eine total empathische, liebe und hilfsbereite Frau, war sie auch lange ihren Eltern gegenüber. Bis es sie selber krank gemacht hat.
Sorge und Kümmern ist keine Einbahnstraße.
Zitat von BernhardQXY: Auch sieht der Staat vor, dass Kinder ihren Eltern grundsätzlich unterhaltspflichtig sind.
Naja, seit 2020 ist die Einkommensgrenze dafür schon recht hoch.
Zitat von Silence_: Meine Therapeutin meint, dass Kinder den Eltern grundsätzlich nichts schulden.
Ich sehe das auch so. Kinder sind ein Produkt ihrer Eltern und werden ungefragt in die Welt gesetzt. Natürlich gibt es Menschen, die in ein liebevolles Umfeld geboren werden und trotzdem zum Soziopathen werden - das ist aber ja nun wirklich eine zu vernachlässigende Ausnahme. Ansonsten liegt es an den Eltern, Liebe und Werte zu vermitteln. Wenn dann später von den Kindern so gar nichts zurück kommt, dann hat man vielleicht etwas falsch gemacht?
Ich würde von meinem Kind nie erwarten, dass es mich mal pflegt. Ich gehe aber natürlich davon aus, dass es daran interessiert ist, wie es mir geht - weil ich das schlicht selbstverständlich finde, weil es umgekehrt immer genauso ist und war. Je älter das Kind (meines ist erwachsen), desto mehr gibt es eine Balance und eine Augenhöhe. Nur das, was ich für mein Kind getan habe (es versorgt, gefüttert, gewärmt, getröstet, beschäftigt tbc) bekomme ich ganz klar nicht zurück, warum auch? Im besten Fall werden meine Enkel genauso liebevoll betüdelt und auf den Weg ins Leben geschickt.