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Kurz vor Trennung aufgrund verschiedener Vorstellungen

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TomR
Gast

Hallo zusammen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber ich schreib einfach mal drauf los

Meine Freundin und ich sind seit ca. 3 Jahren zusammen, beide 23 Jahre alt. Ich selber arbeite bereits Vollzeit nach meiner Ausbildung und sie ist noch voll im Studium drin. Sie ist eher ein Freigeist, gerne unter Menschen, macht viel Sport etc. Ich bin auch mal froh alleine zu sein & meine Ruhe zu haben, plane manchmal zu tief in die Zukunft und plane viel.

Wir hatten damals als wir zusammengekommen sind schon festgestellt, dass wir menschlich nicht wirklich zu 100% zueinander passen. Wir teilen zwar teils die selben Leidenschaften, im generellen gehen aber viele Lebensvorstellungen auseinander. Wir haben es aber dennoch probiert, denn Gegensätze ziehen sich ja schließlich an? Und es hat auch alles super geklappt. Wir haben beide eine sehr tiefe Bindung zueinander aufbauen können.

Meine Freundin hatte damals schon immer den Wunsch zu ihrem Studium alles hinter sich zu lassen, in eine neue Stadt zu ziehen & frei und unabhängig zu sein. Eine Beziehung wollte sie eig. dabei auch vermeiden. Wie aber eins zum anderen gekommen ist, hatte sie dann eben mich an der Backe & war eigentlich auch immer glücklich, so kam es mir zumindest vor. Dazu sei noch gesagt, meine Freundin darf immer machen was sie will, feiern gehen, anziehen was sie möchte, nur bei manchen Dingen wie z.B. *beep* mit Freunden und Freundinnen habe ich manchmal noch so meine Probleme, was sie enorm stört, auch wenn sie es nicht zugeben kann.

Aufgrund meiner fertigen Ausbildung, haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam in die Stadt zu ziehen, in der sie studiert. Haben uns also um eine gemeinsame Wohnung gekümmert, ich habe einen neuen Job in der Nähe gefunden. Wir wohnen auch bereits seit ca. 1,5 Jahren gemeinsam & haben uns für unsere Alter etwas wirklich schönes aufbauen können.

Bereits seit einiger Zeit aber, wurde die Intimität zwischen uns weniger & die Ansichten gingen immer weiter auseinander, dennoch wussten wir im Kern immer was wir vom anderen haben & zumindest ich war dennoch sehr glücklich in der Beziehung.

Wie immer kommt es für den Mann dann ziemlich plötzlich, wenn es heißt "wir müssen mal reden". Und genau das ist auch passiert. Wie bereits oben beschrieben stört sie vor allem die Lebensvorstellung, der Fakt dass sie nicht so frei & unbestimmt sein kann wie sie gerne würde. Sie betont dabei zwar immer, dass es dabei nicht primär um andere Partner geht, aber ich denke das gehört natürlich auch dazu. Sie liebt uns, alles was wir geschaffen haben, hat aber das Gefühl, dass sich unsere Zukunftsvorstellungen und Wege zu sehr spalten, dass ihr die Freiheit, die sie immer wollte einfach fehlt.
Das war natürlich ein ziemlicher Schlag ins Gesicht, denn die Art wie sie es sagt, fühlt sich nach einer Sackgasse für mich an. Es tut unendlich weh damit umzugehen, gesagt zu bekommen, es liege wirklich nicht an einem selber, man wäre ein wunderbarer Partner, aber die Angst der verschiedenen Lebensweisen sei zu groß.

Es fühlt sich alles wie ein Alptraum an, nach all der Zeit & nach all dem was ich auch aufgeben habe, um das alles möglich zu machen. Ich möchte mich wirklich nicht trennen und unbedingt eine Lösung finden, aber "Reisende soll man nicht aufhalten" oder so.

Ich brauche dringend Rat, da ich wahnsinnig Angst habe, vor dem was passieren wird/kann & vor allem, dass das ganze mich richtig kaputt machen könnte. Danke euch!

x 1 #1


T
@tomr hat Sie sich denn jetzt getrennt? Was hast Du zu Ihr gesagt? Wie soll euer Leben denn konkret aussehen? Du bist doch schon mit Ihr in eine andere Stadt gezogen.

#2


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Kurz vor Trennung aufgrund verschiedener Vorstellungen

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GreenTara
Hi @tomr, es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht.
Zitat von TomR:
Wie immer kommt es für den Mann dann ziemlich plötzlich

War es denn wirklich so plötzlich? Immerhin war euch euere unterschiedliche Lebensauffassung bewusst.
Zitat von TomR:
meine Freundin darf immer machen was sie will, feiern gehen, anziehen was sie möchte,

sie darf: dad setzt deine Erlaubnis voraus, und das ist etwas anderes, als : Sie kann machen, was sie will, sie braucht niemanden zu fragen.

Zitat von TomR:
nur bei manchen Dingen wie z.B. *beep* mit Freunden und Freundinnen habe ich manchmal noch so meine Probleme, was sie enorm stört, auch wenn sie es nicht zugeben kann

Jetzt weiß ich nicht, was mit *beep* gemeint ist, es ist hier ein Ersatzwort für unerwünschte Bezeichnungen. Aber es gab ja schon einen unterschwelligen Konflikt.
Sie ist 23, hat wohl ihr Studium hinter sich, und ihre Vorstellung war es von jeher, frei und ungebunden ihr Leben zu genießen, sich auszuprobieren. Ich denke, dass wirst du sie kaum umstimmen können. Vielleicht lief auch euer bisheriges Leben "sich etwas aufbauen" eher nach deinen Vorstellungen?
Ihr seid mit 20 zusammengekommen, und eure Lebensvorstellungen haben sich scheinbar jeweils verfestigt. Ist eure Intimität etwas kurz gekommen, weil ihr mit eurer sonstigen Lebensgestaltung beschäftigt gewesen seid? Und inwiefern bist du ihr entgegen gekommen, außer dass du erlaubt hast, dass ..... ?

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Sonnenschein85
Auf mich wirkt es, als sei sie noch nicht bereit für eine Beziehung und will tatsächlich lieber alleine und unabhängig sein. Denn du richtest dich schon nach ihr und schränkst sie nicht ein. Trotzdem fühlt sie sich eingeengt. Viel machen kannst du nicht. Ihr Entschluss scheint zu stehen.
Es tut mir sehr Leid, dass du trotz deiner Entgegenkommen nun vor den Kopf gestoßen wurdest. Und schade, dass ihr es nach 3 Jahren dann erst final auffällt, dass es ihr doch zuviel ist.

Hast du Freunde, die für dich da sind. Kannst du dich ablenken?

#4


Canis_Lupus
Irgendwie treibt mir die Geschichte die Tränen in die Augen, vermutlich weil es mich an meinen Forengrund erinnert. Sie hat mich verlassen, weil die Zukunft und die Vorstellung davon wohl auch eine andere war als die meine. Allerdings muss ich auch einräumen, dass ich mehr Belastung bin, als du es bist.
Ich kann euch nur raten, so viel miteinander zu reden, wie es nur geht, sonst endet diese Geschichte wie die meine.

Ich wünsche dir alles Gute.

x 2 #5


Worrior
@tomr
Jetzt hat es Dich leider erwischt.
Euere Beziehung wurde von gegenseitiger Anziehung, Leidenschaft und Begierde gezragen.
Obwohl sie wohl mehr so der Freigeist ist und Du mehr der Macher, der Fakten und Tatsachen schafft, stabile Fundamente aufbaut.
Eine Zeit lang war das wohl für Euch beide sehr spannend doch dann ging die Schere hinsichtlich gemeinsamer Zukunftsgestaltung und Lebensplanung zu weit auseinander.
Ihr habt unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und der Liebe.
Dann kam der Bruch, es wurde ihr zu eingefahren, ihr wurde alles zu eng.

So traurig dies sein mag, nimm es als Erfahrung, sei dankbar für die Zeit und die tollen Momente.
Loslassen beginnt mit einer Entscheidung aber es ist ein Prozess.
Bei Dir alles noch ganz frisch, sie war Teil Deines Lebens, Deiner Realität und auch Deiner Identität.
Jetzt hast Du Angst was kommt, bist traurig.
Doch dieses Kapitel des Buches Deines Lebens ist zu Ende aber nicht Dein Leben.
Jetzt wirst Du ein neues Kapitel schreiben und Du kannst wesentlich mitbestimmen wie es aussieht.
Loslassen heisst nicht vergessen oder verdrängen.
Es heisst diese Gefühle, positiv wie negativ zu akzeptieren und zuzulassen.
Sie sind ok und haben ihre Berechtigung Du kannst die Erinnerung nicht einfach löschen Du bist ein Mensch, keine Maschine und diese Geschichte war ein Teil Deines Lebens.
Du bist aber so viel mehr wie Deine Gegühle und Emotionen und hast die Macht ihnen ihren Platz und ihre Zeit zuzuweisen.
Du musst Dich nicht von ihnen hin und herreissen lassen wie ein Fähnchen im Wind.
Emotional gefestigt zu sein bedeutet nicht zu verdrängen oder zu vergessen, es bedeutet mit Gefühlen und Emotionen umgehen zu können, innere Stärke.
Sie ist wie ein Echo in Deinem Kopf und dieses Echo braucht Platz zum ausklingen.

Neben absoluter Vermeidung jeglichen Kontaktes, virtuell wie real, ist es wichtig dass Dein innerer Fokus voll auf Dich geht.
Das ist wichtig für das Danach welches mit Sicherheit folgt.
Stärke Die Säulen Deines Lebens.
Alles organisatorische zügig und freundlich regeln und so weh es auch tut emotionales außen vor lassen.
Loslassen und sich neu aufstellen ist, egal wie es kommt auch wenn es ein Revival geben würde, der Weg der zu gehen ist.
Dass Du unbedürftig bist falls sie sich tatsächlich wieder nähern sollte.
Nur mache nicht den Fehler und fokussiere Deine künftige Entwicklung auf einen eventuell möglichen Neuanfang, denn das würde Dich noch mehr runterdrücken wie jetzt, wenn Du enttäuscht wirst.
Nicht für sie, nicht für irgendjemand oder irgendetwas, nur für DICH.

x 4 #6


Arella
Zitat von TomR:
aber die Angst der verschiedenen Lebensweisen sei zu groß.


Worum mag es dabei gehen?

#7


GreenTara
@Arella
Vielleicht meldet er sich ja nochmal und verrät es uns

#8


Löwenzeh
@Worrior
Schön geschrieben. Da steckt alles drin 👍

x 1 #9


Plague
Zitat von TomR:
nach all der Zeit & nach all dem was ich auch aufgeben habe, um das alles möglich zu machen. Ich möchte mich wirklich nicht trennen und unbedingt eine Lösung finden, aber "Reisende soll man nicht aufhalten" oder so.

Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade ein paar wichtige Lektionen fürs Leben gelernt:

1. Setz niemals für eine Frau bzw. Beziehung so viel auf eine Karte, dass du beim Scheitern der ganzen Geschichte den Eindruck hast, mit vollkommen leeren Händen dazustehen bzw. komplett ins Bodenlose zu fallen.

2. Eine Beziehung ist kein Sparkonto, auf das man ordentlich einzahlt, damit es sich dann irgendwann auch zwangsläuft auszahlt.

#10


Plague
Zitat von Canis_Lupus:
Ich kann euch nur raten, so viel miteinander zu reden, wie es nur geht, sonst endet diese Geschichte wie die meine.

Gefühle sind nicht verhandelbar.

Wenn der TE jetzt versucht, die Dame zurückquatschen zu wollen, wird sie sich in ihrem Autonomiebedürfnis noch weiter eingeengt fühlen und der Schuss geht erst recht nach hinten los.

Meine Empfehlung:
Nur noch so viel Konakt wie notwendig, um die organisatorischen Dinge zu regeln und dann Konzentration auf die Probleme, die jetzt unmittelbar für dich, lieber TE, wichtig sind.

#11


hotte
@tomr

Ich kann verstehen das es sich für dich wie ein Weltuntergang anfühlt aber ehrlich, du bist anfang 20 und hast noch alle Zeit der Welt. Augenscheinlich, so habe ich es zumindest verstanden, möchte sie eine offene Beziehung. Das du ein "Problem" hast wenn da was mit Freunden passiert, liest sich für mich wie eine Unsicherheit (ich hatte/habe das gleiche Problem, deshlab erlaube ich mir ein Urteil). Diese Unsicherheit kann durch verschiedene Dinge kommen, ist aber primär dein Problem (selbst wenn sie von aussen induziert wird). In dem moment geht es um Resillienz und dafür zu sorgen das jemand von außen nicht die Möglichkeit bekommt dich in deinem Kern zu verletzen. Es ist etwas schwierig wähend man in einer Beziehung ist, da man sich dort ja auch öffnen sollte aber einen vernünftigen Mittelweg kann man(n) bestimmt finden.

Ähnlich wie einige meiner Vorredner würde ich hier auch empfehlen damit abzuschliessen. Ersten scheint ihr nicht über alles reden zu können oder dein "overthinking" ist zu groß. Das mache ich an dem Punkt fest das du "annimmst" das es sie stört aber gleichzeitig aussagst das sie nicht drüber reden kann.

x 1 #12


Worrior
So und nun

#13


A


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