Ich versuche mal, unsere Geschichte möglichst chronologisch zusammenzufassen, weil ich gerade überhaupt nicht mehr weiß, wie ich die Situation einschätzen soll.
P. und ich waren ungefähr 9 Jahre zusammen. Wir hatten grundsätzlich eine sehr enge Bindung, aber ein wiederkehrendes Problem war, dass ihm von meiner Seite teilweise körperliche Nähe, Initiative und das Gefühl gefehlt haben, wirklich begehrt und geliebt zu werden. Ich wiederum hatte immer wieder Probleme damit, mich komplett fallen zu lassen und Nähe zuzulassen.
Die erste größere Trennung war 2022. Ungefähr im September trennte er sich von mir. Damals sagte er unter anderem, dass er schon länger unglücklich sei, von mir zu wenig komme und er sich unter Liebe irgendwie „mehr“ vorgestellt habe bzw. eine Beziehung doch eigentlich leichter funktionieren müsste. Gleichzeitig gab es bereits eine andere Frau.
Mit ihr ging er relativ schnell eine Beziehung ein, stellte sie auch seinen Eltern vor, unternahm viel mit ihr usw. Mir gegenüber war er nach der Trennung plötzlich extrem kühl und es gab über Monate praktisch keinen Kontakt. Damals sagte er ebenfalls, dass es vorbei sei und er es gerade einfach nicht mehr fühle, schloss aber auf Nachfrage auch nicht komplett aus, dass es irgendwann wieder etwas werden könnte.
Diese Trennung ging bis ungefähr 15.12.2022. Irgendwann kam er wieder auf mich zu. Später erzählte er, dass ihm die andere Frau auf Dauer zu viel gewesen sei, die anfänglichen Gefühle abgeflacht wären und er eigentlich eher Ruhe, Nähe und dieses vertraute Miteinander brauche. Ihm hätten Dinge an mir bzw. unserer Beziehung gefehlt.
2024 kam es erneut zu einer Trennung. Auch dort wurde er vorher unsicher und sagte, dass er die Beziehung so nicht mehr könne und wir es offenbar einfach nicht hinbekämen. Ich fragte ausdrücklich, ob eine andere Frau im Spiel sei, was er zunächst verneinte. Später stellte sich heraus, dass es doch eine gab. Er traf sie, nach meinem Wissen hatten sie keinen Sex. Die Trennung dauerte diesmal nur wenige Wochen. Danach kam er wieder und sagte sinngemäß, er hätte eine „geistige Eingebung“ gehabt und wisse jetzt, dass ich diejenige sei und dass er unsere Beziehung unbedingt wolle.
Die aktuelle Krise begann 2026 allerdings etwas anders, weil diesmal zunächst ICH die Unsichere war.
Spätestens seit März 2026 hatte ich große Zweifel an unserer Beziehung. Es gab außerdem einen Arbeitskollegen, bei dem ich mich sehr gesehen gefühlt habe. Das habe ich P. auch erzählt. Ich wusste irgendwann selbst nicht mehr, was ich wollte, und bin deshalb im Mai 2026 räumlich ausgezogen. Ich habe mich aber nicht komplett aus seinem Leben verabschiedet.
Unser letzter Sex war bereits im Februar 2026. Im Juni und Juli haben wir uns trotzdem noch regelmäßig gesehen, telefoniert usw., aber viel körperliche Nähe gab es nicht mehr. P. hat die Situation sehr mitgenommen. Er hat auch geweint und gesagt, dass er Angst hat, mich an den anderen Mann zu verlieren. Gleichzeitig meinte er sinngemäß: Wenn ich das ausprobieren müsse, müsse er mich eben gehen lassen und hoffen, dass ich zurückkomme. „Was man liebt, lässt man los.“
Im August 2026 waren wir noch gemeinsam an der Ostsee. Zu diesem Zeitpunkt waren wir also keineswegs komplett getrennt oder ohne Kontakt. Ich konnte trotzdem noch nicht die körperliche Nähe geben, die er sich gewünscht hätte. Im Nachhinein sagt er heute, auch die Ostsee sei für ihn nicht mehr schön gewesen und die räumliche Trennung hätte viel mit ihm gemacht.
Gleichzeitig hat er aber noch Ende August völlig anders über mich gesprochen.
Am 30.08.2026 um ca. 04:30 Uhr schrieb er mir:
„Ich liebe dich und habe mich für dich entschieden.“
Am selben Tag schrieb er später unter anderem:
„Ich liebe dich mein Engel und will noch so viele schöne Dinge mit dir erleben. Bitte lass mich all meine gemachten Fehler korrigieren und dir zeigen, dass ich dich für immer an meiner Seite haben will.“
Am Abend des 30.08. schrieb er mir außerdem einen sehr langen Liebestext. Darin erklärte er detailliert, warum er mich liebt, dass sich Kopf und Herz nach mir sehnen, dass er lieber auf andere Frauen verzichten würde, wenn er mich wieder in den Armen halten könne, dass er mit mir alt werden möchte und noch viele Erinnerungen mit mir schaffen will.
Am 31.08. sprach er davon, Therapie auch für sich bzw. für uns machen zu wollen. Er deaktivierte teilweise Social
Media/Dating-Dinge und schrieb sinngemäß:
„Damit du siehst, dass meine Entscheidung für dich endgültig ist.“
Ich wiederum sagte ihm seit August immer wieder: Ich glaube an uns und möchte es versuchen, ich brauche nur noch Zeit, um wirklich vollkommen klar zu sein.
Anfang September war er mit einem Freund im Urlaub. Auch dort schrieb er mir weiter.
Am 05.09.: „Ich vermisse dich und wäre gern bei dir.“
Am 06./07.09. nannte er mich weiterhin „mein Schatz“, schrieb, dass er mich vermisst, und meinte sogar, dass dieses ganze luxuriöse/aufregende Leben gar nicht sein Ding sei und er viel lieber ein einfaches gemeinsames Leben mit mir hätte, z. B. Fahrrad fahren, gemeinsame Unternehmungen usw.
Auch danach hatten wir fast täglich Kontakt und telefonierten sehr viel.
Noch Ende September, also nur ungefähr ein bis zwei Wochen vor der jetzigen Trennung, wollte er weiterhin körperliche Nähe mit mir. Wir waren gemeinsam unterwegs/Pilze sammeln bzw. in Tschechien, er wollte mit mir schlafen, kuscheln und dass ich bei ihm übernachte. Er sagte weiterhin, dass er Hoffnung für uns sieht. In der darauffolgenden Woche bezog er sein Bett frisch und schrieb sinngemäß, dass er wünschte, ich wäre bei ihm bzw. dass die zweite Decke bereit wäre, wenn ich bei ihm schlafe.
Wir hatten allerdings auch Streit. Ein großes Thema war, dass er sich von mir kontrolliert fühlte. Beispielsweise gab es einen Konflikt um sein Handy. Ich wiederum hatte aufgrund seines Verhaltens das Gefühl, dass er etwas verheimlicht.
Dann lernte er Ende September/Anfang Oktober über eine Dating-App eine andere Frau kennen. Sie ist 22, also ungefähr 11 Jahre jünger als er, wohnt etwa 1,5 Stunden entfernt und pendelt beruflich zusätzlich noch zwischen verschiedenen Orten. Er selbst sagte bereits, dass das dann eine Art Fernbeziehung wäre und man erst einmal schauen müsse, wie sich das entwickelt.
Anfang Oktober merkte ich, dass er am Telefon plötzlich komisch war. Er sagte mir zunächst nicht ehrlich, wo er war bzw. mit wem er sich traf. Mein Bauchgefühl war so stark, dass ich leider etwas gemacht habe, was ich heute selbst nicht gut finde: Ich bin hingefahren bzw. habe geschaut, ob sein Auto dort steht. Dadurch kam heraus, dass er sich tatsächlich mit dieser Frau getroffen hatte.
Genau an diesem Abend wurde mir paradoxerweise komplett klar, dass ich ihn will.
Ich habe ihm gesagt, dass ich mich entschieden habe, dass ich ihn liebe und dass ich ihm endlich auch die Nähe und körperliche Zuneigung geben möchte, die ich zuvor aus Angst und Unsicherheit oft zurückgehalten habe.
Er war an diesem Abend selbst sehr emotional, hat geweint und sagte zeitweise Dinge wie, dass er eigentlich wisse, dass er mich liebt, aber völlig unsicher sei und nicht wisse, was er machen soll.
Am nächsten Morgen brachte ich ihm einen kleinen Otter, der bei uns eine besondere Bedeutung hat, zusammen mit einem Brief. Darin schrieb ich ihm sehr deutlich, dass meine Entscheidung nicht daraus entsteht, dass ich mich gezwungen fühle, sondern dass ich ihn bewusst will, ihn liebe und nicht mehr aus Angst vor Nähe davonlaufen möchte.
Darauf reagierte er ebenfalls emotional und weinte wohl auch.
Noch am 04.10. morgens schrieb er mir sogar: „Bist du vor der Tür Schatz?“
Später schrieb er bezüglich des Otters:
„Otti wird zum Wanderotti und wird uns den Weg schon weisen.“
Deshalb verwirrt mich die jetzige Situation auch so sehr.
Denn im Laufe dieses Wochenendes wurde er immer distanzierter. Anfangs sagte er noch, er brauche ein paar Tage Ruhe und müsse überlegen. Er meinte außerdem mehrfach Dinge wie:
Er könne jetzt nicht wissen, wie es in einigen Monaten aussieht.
Ich würde ihn kennen und bei ihm könne es genauso sein wie bei mir, dass er nach ein paar Monaten plötzlich Klarheit habe.
Ich solle ihm Zeit bzw. teilweise sogar „bis Ende des Jahres“ geben.
Mit der neuen Frau müsse er ohnehin erst einmal schauen, was daraus wird, weil die Entfernung problematisch sein könnte.
Als ich jedoch immer wieder nachfragte, ihn anrief und teilweise erneut hinfuhr, wurde er zunehmend genervt und kalt.
Dann kamen plötzlich Aussagen wie:
„Ich fühle nichts mehr.“
„Vielleicht habe ich dich nie wirklich geliebt.“
„Wenn es mit uns hätte funktionieren sollen, hätten wir es längst hinbekommen.“
„Es ist zu viel passiert.“
„Du konntest mir die körperliche Zuneigung sowieso nicht geben.“
„Das Neue ist unbeschrieben und unsere Beziehung so schwer zu retten.“
Er will jetzt einen klaren Cut und möchte diese andere Frau kennenlernen. Er hat auch gesagt, ich solle das bitte nicht „sabotieren“ und ihn in Ruhe lassen.
Gleichzeitig sagte er aber eben nicht konsequent: „Es wird niemals wieder etwas zwischen uns geben.“ Auf Fragen nach der Zukunft kamen wieder Aussagen wie, dass er nicht wisse, wie es in ein paar Monaten aussieht, dass ich ihn kennen würde und dass seine Entscheidung irgendwann genauso kippen könnte wie meine.
Meine Sachen sind teilweise auch noch bei ihm. Er sagte, er könne sie in einen Beutel packen bzw. in den Keller stellen. Einen radikalen sofortigen kompletten Schnitt hat er organisatorisch also bisher auch nicht vollzogen.
Am 07.10. habe ich ihn leider mit der neuen Frau gesehen. Sie war bei ihm und hat vermutlich auch dort übernachtet. Ich gehe davon aus, dass zwischen ihnen inzwischen auch Sex stattgefunden hat. Das tut natürlich besonders weh, weil zwischen uns seit Februar kein Sex mehr war und körperliche Nähe für ihn immer ein großes Thema war.
Was mich so fertig macht, ist, dass ich dieses Verhalten von ihm bereits kenne: Sobald eine andere Frau auftaucht, kann er scheinbar extrem schnell umschalten. Dann bin ich plötzlich wie Luft für ihn, er wird kalt, konzentriert sich komplett auf die Neue und stellt unsere Beziehung im Nachhinein sehr negativ dar. Bei den beiden früheren Trennungen kam er später trotzdem wieder zurück.
Der große Unterschied diesmal ist allerdings, dass ich ihn vorher über Monate in Unsicherheit gehalten habe. Deshalb frage ich mich, ob er diesmal wirklich endgültig innerlich abgeschlossen hat oder ob wir gerade zum dritten Mal in dasselbe Muster geraten: schwierige Beziehungssituation andere Frau taucht auf er stürzt sich komplett ins Neue macht mich emotional komplett weg irgendwann lässt der Reiz des Neuen nach und er denkt wieder über unsere Beziehung nach.
Ich lasse ihn jetzt komplett in Ruhe, weil er ausdrücklich Abstand verlangt hat. Er weiß inzwischen eindeutig, dass ich ihn liebe und mich für ihn entschieden habe.
Mich würde vor allem interessieren, wie Außenstehende das einschätzen: Wirkt das für euch nach einer endgültigen Trennung nach einem langen Ablöseprozess oder eher nach jemandem, der gerade sehr stark auf etwas Neues umschaltet? Und wie würdet ihr diese extremen Widersprüche zwischen seinen Aussagen noch Ende August/September und „ich habe dich nie geliebt“ wenige Wochen später einordnen?
Denkt ihr er kommt nochmal ? Er ist übrigens 34 J.
Danke ! <3 😘