Zitat von Ortrere: Ich möchte noch einen Versuch machen, den vielen "wie kannst du nur"-Fragern ein Stück Antwort zu liefern:
"Die "5 zu 1-Regel besagt, dass es einer Beziehung gut tut, wenn das Verhältnis von Kritik zu Zustimmung oder Lob 5 zu 1 entspricht. Wer einmal kritisiert, sollte danach also fünf Mal loben. J. M. Gottmann fand bei seiner Forschung mit Ehepaaren, dass dieses Verhältnis bei glücklichen Ehen vorlag, während Ehen, bei denen dieses Verhältnis niedriger war, eher scheiterten. Am instabilsten waren die Ehen von Paaren, bei denen dieses Verhältnis 0,8 bis 1 zu 1 betrug, diese scheiterten am häufigsten.
Dies widerspricht dem, was die meisten Menschen intuitiv annehmen: dass es ausreichen sollte, wenn man sich für etwas Negatives einmal entschuldigt (bzw. dass eine negative Anmerkung durch eine positive ausgeglichen wird). ABER: Für eine glückliche Beziehung ist entscheidend, dass beide Partner das Gefühl haben, dass Positives und Negatives sich mindestens die Waage halten und dieses Gefühl stellt sich im Schnitt bei Menschen ein, wenn das Verhältnis bei 5 zu 1 liegt. Negatives scheint somit deutlich schwerer zu wiegen als Positives."
Quelle u.a. feminine.de
Ohne, dass ich das jetzt für meine Affäre detailreich zerdrösele, bitte ich darum, meinem grundsätzlichen Zufriedenheitsgefühl zu glauben. Bei all den berechtigterweise als schlimm und herabsetzend bewerteten Verhaltensweisen meines AM gab es im Verhältnis dazu für mich ganz persönlich sehr schöne, beglückende, fröhliche, hilfreiche, unterstützende und ja, auch berauschende Erlebnisse, vor allem in diesen letzten 1,5 Jahren, die ähnlich wie oben beschrieben einen "Ausgleich" hergestellt haben.
Durch die erwähnte Gewöhnung nun ist das Niveau dieses Ausgleichs gesunken. Ich bin nicht mehr so verletzbar, es gibt nicht mehr so viele Gelegenheiten, dass ich verletzt werde (keine Konkurrenzsituation), aber auch nicht mehr so viel Besonderes. Das führt dazu, dass ich bei einer mich betreffenden Lüge oder Nachlässigkeit länger auf die "5 Ausgleiche" warten muss. Klingt jetzt sehr abstrakt, war aber heute meine Erkenntnis.
Mit anderen Worten, du hirnst selbst eine Menge darüber herum, warum du in dieser Dreiecksbeziehung bleibst. Du findest selbst Erklärungsansätze dafür und entschuldigst dich quasi vor deinem eigenen innreren Tribunal.
Mensch Ortrere, du brauchst dich nicht rechtfertigen und entschuldigen. Vor uns nicht, vor mir nicht, noch nichtmal vor dir selbst. Du lebst einfach weiter in dieser Beziehung, weil sie dir unterm Strich etwas zu geben schein. Etwas, dass du nicht zu hoffen wagst, von woanders zu bekommen, bzw. von jemand anderem. Das ist in meinen Augen zwar ein bisschen traurig aber verständlich.
Die Luft für uns Frauen ü 50 wird halt immer dünner, was Beziehungen betrifft. Männer unseres Alters suchen in der Regel jüngere Frauen und die ü60 Männer wollen wir nicht. Wer will schon einen Pflegefall zu Hause oder einen Mann mit gesundheitlichen oder sonstigen Defiziten. Auch werden wir selbst ja immer eigener und wählerischer, je älter wir werden. Mit deinem Lover hast du jedenfalls immernoch schöne Stunden. Die prickeln vielleicht nicht mehr so schön, wie zu Anfang aber sie sind besser als nichts.
Ich bin ja selbst Singel und mache erste zaghaft Gehversuche im Online-Markt. Das ist tatsächlich ein (Jahr-) Markt der Eitelkeiten und ich staune über all die skurilen Erlebnisse, die ich bereits machen durfte. Aber es macht mir Spaß und ich bin gespannt, was mich noch so alles erwartet. An die große Liebe mag ich selbst kaum mehr glauben, denn ich bin ja auch von meinem Ex aufgrund seines Warmwechsels getrennt. Er war meine große Liebe und eine weitere in meinem Leben wäre schön aber eben ein großer Glücksfall und nicht erwartbar.
Ich verurteile dich nicht im geringsten und ich verstehe deine Beweggründe sehr gut. Aber bitte pass gut auf dich auf und ziehe die Notbremse, wenn du plötzlich bemerkst, dass du drauf zahlst. Eine Beziehung sollte schön, leicht und positiv sein. Sie sollte das Leben heller und den Tag schöner machen. Leid haben wir beide genug erlebt. Das brauchen wir nicht mehr. In diesem Sinne.... Alles Liebe für dich!