Liebe Ortrere,
ich habe nun doch nochmal deinen alten Thread überflogen (ich schlafe auch oft schlecht, bin eben ein Nachtlicht...) und möchte meiner Antwort etwas hinterherschicken.
Du fragtest ja eingangs nach dem Gestalten eines Langzeitdreiecks. Wie gesagt, aus polyamorer/OB-Sicht hätte ich da einiges beisteuern können. Aber, ich denke, das geht an deiner eigentlichen Fragestellung vorbei, weil das Dreieck gar nicht euer Hauptproblem zu sein scheint.
Ich sehe es jetzt eher wie @Ema mit Trauer und Schrecken, dass du es nicht geschafft hast, dich von einem Mann zu lösen, den du als psychopathisch (inklusive Vorstrafen) beschrieben und dessen Beziehung zu ihm du wie folgt erkannt hast:
Zitat von Ortrere: Ich habe nicht "einfach" als Äffäre zur Verfügung gestanden, wie bis gestern gedacht, emotionale Abhängigkeit hin oder her, sondern ich wurde benutzt wie eine H*r*e, belogen selbst bis in kleinste Details, hinters Licht geführt und bei Laune gehalten. Das ist alles typisch für Affären, ich weiß, aber dieses komplett heimliche parallele Leben, die Planung einer Hochzeit - eines Bekenntnisses zum Partner! - während mir die LG als "Kumpel", "beste Freundin" usw. verkauft wurde und die Hoffnung und Leidenschaft bei mir künstlich immer wieder angefacht wurde (gibt halt den allerbesten Säggs) das ist ein Niveau, was ich mir niemals hätte vorstellen können.
Somit brauche ich ja gar nicht behutsam mutmaßen, dass auch du weiterhin permanent und massiv von diesem Mann belogen wirst, du weißt es ja längst.
Nun könnte man sich fragen, wie du in so einer Geschichte "Zufriedenheit" erlangen konntest. Aus meiner Sicht kann das eigentlich nur erfolgt sein, indem du deine Wünsche, Bedürfnisse, Erwartungen radikal reduziert hast. Dich also - analog zu deinem alten Threadtitel - letztlich doch zerbrochen und nicht nur verbogen hast. Das könnte man mit deiner Traumabindung an diesen Mann erklären, und die wiederum hat natürlich Ursachen in seinem Verhalten - aber eben auch in deiner Disposition, dafür anfällig zu sein.
Dein Kernthema könnte also weniger die Fragestellung nach der Affärenbeziehung sein, sondern eher die nach der nicht aufgelösten toxischen Bindung.
Denn selbst wenn dein Freund unverheirateter Single und ohne je eine einzige weitere Frau angeguckt zu haben mit dir zusammen wäre, blieben ja immer noch die grundlegenden Probleme seiner psychopathologischen Persönlichkeitsanteile bestehen. Und die Frage, warum du diese in Kauf nimmst. Akzeptierst, in einer giftigen Bindung mit jemandem, der dich nicht lieben kann, für anscheinend immer stecken zu bleiben und dir die Genesung nicht gönnst.
Vielleicht ist das auch ein Stück weit Sunk Cost Fallacy. Man ist eher bereit, noch mehr in das Falsche zu investieren, weil man ja schon so irre viel dareingesteckt hat und sich das doch jetzt endlich rentieren muss, als zu erkennen, dass es Falsch war und die Investition zu stoppen.