Mikel963
Gast
alles als Selbstverständlich zu nehmen ist früher oder später ein Beziehungskiller. Auch hier habe ich vieles als gottgegeben hingenommen. Habe mich blenden lassen, von Sätzen „es ist alles in Ordnung“ und “meine Arbeitskollegen beneiden mich darum wie viel du im Haushalt machst“ usw usw. Ich habe den "Kleinigkeiten" keinerlei Beachtung geschenkt, weil ich der Auffassung war, dass ich schon mehr als genug mache, weil sie ja „nur“ 2-3 Abende in der Woche arbeiten geht. Ich war der Auffassung, dass wenn ich 3 x die Woche von 05:00 bis 20:30 fulltime mich um alles kümmere (arbeiten + Kind beschäftigen + ein wenig kochen, aufräumen usw) mir auch eine „Pause“ zusteht. Vielleicht war das einfach zu egoistisch gedacht. Jedenfalls war nicht wirklich viel Zeit für ein „uns“. Ich hatte dafür keine Kraft mehr, um immer und immer wieder Gemeinsamkeit zu fordern. Ich habe es irgendwann als gottgegeben hingenommen und gehofft, dass wir durchkommen, bis der Kleine nicht mehr so Klein ist und wir so mehr Zeit für uns haben werden. Ich hatte es ihr gesagt, wie viel Hoffnung ich auf diese Zeit lege. Scheinbar war ihr die Zeit bis dahin zu lange. Wirklich gesagt hat sie es nie. Wirklich gezeigt hat sie es nie.
Es ist richtig, dass Beide in einer Beziehung voneinander lernen müssen. Beide müssen aktiv mitarbeiten, ansonsten funktioniert es einfach nicht. Wenn man drüber philosophiert ist immer alles so einfach. Man sieht immer alles so klar, vor allen Dingen wenn das Kind im Brunnen liegt. Ungleich schwerer ist es, sein Wissen und seine Überzeugungen in den Alltag mit zu nehmen.
Was für mich der Sinn einer Beziehung für mich ist, darüber muss ich jetzt erst mal nachdenken. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, wenn ich ehrlich bin.

