Zitat von Valerieee: gibt das diesen Beziehungen tatsächlich mehr Daseinsberechtigung?
Das ist interessanterweise gar nicht die Frage, die ich mir in diesem Kontext stellen würde...
Aber ich frage mich eher wie tief die Liebe wirklich geht, wenn man einen Menschen nicht mit all seinen Facetten kennt UND ihn trotzdem oder gerade auch deswegen liebt und akzeptiert wie er ist..?
Ich meine, als ich meinen Mann kennenlernte war ich wie vom Blitz getroffen - große Liebe, irre Verliebtheit...
Natürlich macht man sich ein Bild vom Anderen... und das ist ja erstmal perfekt!
Mit der Zeit - den Jahren - ist dann doch nicht alles so perfekt... und anfangs hadert man vielleicht sogar etwas damit (zumindest wenn man sehr jung und unerfahren ist.)
Dann lernt und sieht man immer mehr... und man versteht auch immer mehr... und die Gefühle werden tiefer. Irgendwie.
Kann das leider gar nicht gut beschreiben... finde gerade nicht die passenden Worte.
Ich denke schon, dass ich meinen Mann heute mit mehr Ecken und Kanten kenne und sehe und ihn dennoch tiefer liebe als damals in den ersten Jahren unserer Beziehung obwohl ich unsterblich verliebt war (und auch heute noch Verliebtheitsgefühle empfinde).
Aber ehrlichgesagt geht es mir nicht nur mit der Beziehung so - mit Freunden ist es doch ähnlich. Die Beziehung zu Freunden, die ich seit 25 Jahren kenne und mit all ihren Ecken und Kannten und liebenswerten Eigenschaften mag, kommt mir tiefer vor als die zu netten, lustigen Bekannten, wenn ich sie nicht gut kenne und nur wenig von ihnen mitbekomme - egal wie nett und angenehm das Wenige auch sein mag.
Soll keine Wertung der jeweiligen Menschen sein (!) - sondern eine der Tiefe der Beziehung/Gefühle.
Aber wirklich schwer zu erklären was ich meine. Kommt vielleicht nicht richtig rüber!