Zitat von Brennessl: das ist wieder mal der streit um des kaisers bart.
die einen denken, dass der affairenpartner am betrug mitverantwortlich und die anderen nicht.
und die einen werden die anderen nicht überzeugen können, ebenso vice versa.
wurde in diesem forum in x affairenthemen schon ellenlang abgehandelt, da kommt nie was raus.
Ich denke manchmal, daß es eigentlich um einen anderen Aspekt geht.
Mal überlegen, ob ich das formuliert bekomme: Wenn die Affäre aufgedeckt wird (passiv oder aktiv), fliegt häufig dem Betrüger die Situation genauso um die Ohren. Die Politik der kleinen Schritte, das Verschieben der Grenzen, ein bissl hier, ein bissl da, ich kann mich doch mal zu einem Kaffee treffen, Gedanken sind erlaubt, wir sind Freunde, es war nur ein Kuss, der kommt nicht wieder vor und zack ist ein halbes Jahr vergangen und man schläft regelmäßig miteinander. Und ich könnte mir vorstellen, daß erst dann überhaupt mal wieder darüber nachgedacht wird, wie man das in Bezug auf die Hauptbeziehung bewertet. Es stehen unangenehme innere Auseinandersetzungen vielleicht Entscheidungen an und die werden eben auch gerne ein Stück weit nach hinten vertagt oder verdrängt. Dann platzt die Bubble und man ist mit dem gesamten Ausmaß des eigenen Handelns schlagartig konfrontiert.
Und an der Stelle muß der Betrüger plötzlich das eigene Handeln mit den eigenen Werten übereinbekommen und dazu ist es oft genug notwendig das Narrativ der Einmaligkeit entstehen zu lassen.
Ja, ich bin fremdgegangen, aber (xyz). Bei der Ehe 2.0 kommt ja dann noch hinzu, daß man eine Einmaligkeit begründen muss, die nach Möglichkeit auf Dinge abstellt, die nicht gleich geblieben sind.
Ich glaube an der Stelle bewusst oder unbewusst, ex- oder implizit wird automatisch eine Situation kreiert, in der auch der Geliebten/dem Geliebten Verantwortung zugewiesen wird, denn nur durch sie/ihn ist man letztlich zum Betrüger geworden, denn ansonsten und vor allem in der Zukunft wäre man kein Fremdgänger.
Die meisten liierten Menschen, die in einer Affäre landen, sind doch "eigentlich" treu, und die Begründung dafür, daß sie es ausnahmsweise nicht waren, wird in dem Zustand der Beziehung einerseits und eben in den "besonderen" Gefühlen andererseits verortet. Ich glaube, daß, wenn man sich das mal ganz genau anschaut, dann entdeckt man ein nichtzutreffendes, aber allgemein sehr verbreitetes Narrativ, was dem AP Besonderheit zuweisen muss und für diese Besonderheit sollen die APs dann in die Verantwortung gehen.