Lieber eine schlechte Beziehung als gar keine ?

Ehemaliger User

Hallo ihr Lieben,

es gibt ein paar Gedanken, die mich zur Zeit sehr beschäftigen, einmal aus den Berichten hier im Forum heraus, aber auch durch meinen Bekanntenkreis.

Was bewegt einen Menschen dazu, an einer langjährigen Beziehung festzuhalten, wenn die Gefühle auf einer oder beiden Seiten eigentlich schon längst nicht mehr vorhanden sind?

Sind Kinder / Finanzen zB ein guter Grund zusammenzubleiben, auch wenn man sich nicht mehr liebt?

Oder kann man nur aus Liebe zusammenbleiben, und nicht wegen irgendetwas anderem?

Ist es sinnvoll, sich aufzugeben, und eventuell ein neues Glück mit neuem Partner nach einer Trennung als unsinnig abzutun?

Muss man sich für den Erhalt der Familie / der Finanzen etc "aufopfern"?

Wenn ja, zu welchem Preis und mit welcher Berechtigung?

Leiden Kinder nicht ebenso sehr unter einer schlechten Beziehung der Eltern wie unter einer Trennung?

Oder sind es nur faule Ausreden, wenn man Kinder / Finanzen etc vorschiebt?

Wie sieht es innerlich in einem Menschen aus, der eigentlich nur noch unglücklich in der bestehenden Beziehung ist, aber es dennoch nicht schafft, sich zu lösen, aus Angst vorm Alleinsein, vor der Selbständigkeit, vor finanziellen Schwierigkeiten?

Ich selber kann das nicht nachvollziehen, denn mein Kind oder finanzielle Notwendigkeiten haben mich noch nie dazu bewogen, bei jemandem zu bleiben.

Wäre schön, wenn hier verschiedene Meinungen und Gedankengänge geäussert werden könnten.


Nachdenkliche Grüsse
Thilde

06.03.2005 21:55 • #1


Ehemaliger User


Hallo Thilde,

ich denke es macht keinen Sinn, an einer Beziehung festzuhalten, wo keine Liebe mehr im Spiel ist. Egal ob Kinder da sind, finanzielle Aspekte etc. Vor einem Jahr habe ich aber auch noch gedacht, daß eine schlechte Beziehung besser ist als gar keine. Ich habe wegen unserem 4-jährigen Sohn an unsere Beziehung festgehalten. Dabei war ich sehr unglücklich. Oft wollte ich diesen Zustand beenden, also die Beziehung beenden, doch ich hab mich nicht getraut. Ich dachte immer, es wird schon wieder alles besser. Doch zum Glück hat dann mein Partner die Beziehung beendet. Obwohl ich selber schon oft daran gedacht hatte, war es dann doch ein sehr harter Schlag. Unser Sohn hat mir leid getan, ich hab mir leid getan...Zum Glück ist er zwar als Partner weg, doch als Vater da. Und das sogar besser als vorher (empfinde ich so). Sohnemann hat das wohl auch ganz gut hinbekommen, ich habe zumindest nicht den Eindruck das er leidet. Er freut sich sehr auf die Wochenenden mit Papa, die im 14-tägigem Rythmus stattfinden.

Ich möchte aus Liebe mit einem Partner zusammensein und nicht aus einem anderen Grund. Das kann ich heute sagen und ich hoffe, es fällt mir dann auch wieder ein, wenn ich mal wieder in einer Beziehung stecke wo die Liebe abhanden gekommen ist. Was jetzt nicht heißen soll, daß ich eine Beziehung einfach wegwerfe. Aber in unserem Fall habe ich wohl nicht gekämpft, habe aber auch leider nicht bemerkt, daß er gekämpft hat.

Ich bin jetzt lieber alleine, als unglücklich mit Partner.

Liebe Grüße, Bille

08.03.2005 23:43 • #2



Lieber eine schlechte Beziehung als gar keine ?

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Delfin22


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Hallo Thilde,

da stellt sich mir erst mal die Frage: Was versteht man unter Liebe?

Je länger eine Beziehung dauert, um so mehr verändert sich auch die Liebe. Zuerst sind es Schmetterlinge im Bauch. Aber man kann nicht erwarten, dass sowas ein Leben lang anhält. Und was kommt dann?

Ich bin der Meinung, dass man eine Beziehung nicht aufrecht erhalten sollte, wenn es einem dabei nicht gut geht und man unzufrieden wird. Vielleicht kann man gemeinsam eine Lösung finden oder über eine Partnerberatung. Aber wenn das alles nichts nutzt, dann sollte man sich trennen. Und wenn Kinder da sind ist es, wie du bereits erwähnt hast besser, sich zu trennen als zu leiden. Kinder bekommen viel mehr mit, als manche so denken.

Die von Bille beschriebene Lösung ist super. Klappt aber leider nicht immer.

Finanzielle Dinge sollte man auf garkeinen Fall vorschieben. Geld kann das Seelenheil nicht aufwiegen.

Das ist meine Meinung  ;)

Lieben Gruß
Delfinchen

09.03.2005 11:55 • #3


Banshee


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Hi Thilde,

ich hab jetzt schon seit Tagen drüber nachgedacht, wie ich das ganze sehe mit den "schlechten Beziehungen".... so arg viel weiß ich gar nicht dazu zu sagen, denn ich habe weder Kinder noch hab ich bisher mit nem Freund die Finanzen geteilt (sprich: hab noch nicht mit einem zusammen gewohnt o.ä.).

Trotzdem hab ich hin- und her überlegt, wie das denn in meiner letzten Beziehung war.... Das Ding ist: mir ist es, in der Zeit in der wir zusammen waren, gar nicht als schlechte Beziehung vorgekommen. Erst nachdem wir auseinanderwaren und viiiiiiiiel Zeit zum Nachdenken war, ist mir aufgegangen, das diese Beziehung nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei war.

Wenn ich heute manchmal meinem Freund was von damals erzähle, fragt er mich schon mal: Warum wart ihr eigentlich zusammen? - Und ich kann keine Antwort darauf geben.

Wäre mir das damals bewußt gewesen: nein, ich hätte genau so wie du und meine Vorrednerinnen auch nicht an dieser Beziehung festgehalten. Denn - so schlimm die Trennungszeit war - mir ging es echt viel viel besser als wir dann entgültig auseinander waren und ich genug Abstand hatte.

Ich kann mir gut vorstellen, daß man Angst hat, sich zu trennen, wenn man Kinder und/oder ein gemeinsames Haus/Wohnung hat. Wenn man sich daran gewöhnt hat, sein Leben mit jemandem zu teilen (was ja auch die Verantwortung für gewisse Dinge beinhaltet) ist es vielleicht schwer, sich wieder auf sich selbst zu besinnen und sich klar zu machen, daß man auch alleine alles meistern kann (außerdem ist es ja auch viel bequemer, wenn man sich auf jemand anderen mit verlassen kann....).

Nicht jeder hat den Mut ins kalte Wasser zu springen und sich auf eigene Füße zu stellen - aber wer hat schon behauptet, daß das Leben leicht ist

Lieber Gruß

Bansh

10.03.2005 14:26 • #4




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