Anne28
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ich war in den letzten Tagen schon einige Male als Gast hier und habe mit grossem Interesse den ein oder anderen Beitrag gelesen. Heute habe ich mich registriert und dies ist nun mein erster Beitrag.
Mein Freund hat sich vor knapp einer Woche nach 1 Jahr und 3 Monaten von mir getrennt. Ich bin, wie wohl die meisten hier, am Boden zerstört und verstehe die Welt nicht mehr. Wir sind zwar beide schon 27 bzw. 28 Jahre alt, aber für uns beide war es die erste richtige Beziehung.
Alles fing im Januar letzten Jahres an, als wir uns über eine Partnerbörse im Internet kennengelernt haben. Bereits unser erster Chat ging über 4 Stunden und wir telefonierten gleich am nächsten Tag über 2 Stunden. Zwei Wochen nach unserem allerersten Kontakt fand dann unser 1. Treffen statt. Von Anfang an lief alles wie am Schnürchen, wir waren uns auf Anhieb symphatisch und auf einer Wellenlänge und haben uns super verstanden. Knapp 2 Monate später sind wir dann zusammengekommen.
Wir sprachen bereits über eine gemeinsame Wohnung, Heirat und Kinder. Er hat immer wieder betont, ich sei die Liebe seines Lebens, seine grosse Liebe. Und jetzt scheint alles aus.
3 Wochen vor dem Aus hatten wir eine heftige Auseinandersetzung, eine, wie wir sie während unserer Beziehung schon des öfteren hatten. Bisher kam danach immer wieder alles in Ordnung, bei diesem Mal leider nicht. Plötzlich meinte er, er könnte nicht mehr mit Überzeugung sagen, dass er mich noch so liebt wie vorher und ob er mich noch will. Das Gefühl des "Frischverliebtseins" sei weg. Ausserdem gestand er mir, dass ihn schon seit einigen Monaten immer mehr Zweifel an unserer Beziehung befallen hätten. Ich fiel aus allen Wolken, war vollkommen ahnungslos, obwohl ich eigentlich einen recht gutes Gespühr für sowas habe. Aber er hat sich bis dahin nie etwas anmerken lassen, wirkte verliebt wie am ersten Tag bzw. sagte und zeigte mir das auch deutlich. Er bat mich um einige Tage Bedenkzeit, die ich ihm auch gewährte. Ich habe gehofft und ihm versichert, dass ich an mir arbeite, wenn ich nur noch die Chance dazu bekäme. Alles umsonst.
Er meint, er liebt mich noch, aber nicht mehr genug, um unsere Beziehung so fortzusetzen. Darüber hinaus musste ich herausfinden, dass leider auch noch eine andere Frau mit im Spiel ist, eine Kumpeline, mit der er hauptsächlich nur per SMS und Telefon seit letztem Sommer wieder Kontakt hat, weil sie sich nach Jahren überraschend wieder bei ihm gemeldet hatte. Ich war zwar nie begeistert darüber, aber da sie ebenfalls in festen Händen war, akzeptierte ich es zähneknirschend. Anfang diesen Jahres hat sie sich wohl von diesem besagten Freund getrennt und schrieb meinem Ex letzte Woche per SMS, dass sie wieder jemand Neues kennengelernt hat. Das wiederum löste in meinem Ex Eifersucht aus, was ihn, laut seinen Worten, erkennen liess, dass in unserer Beziehung etwas nicht stimmen kann. Er hat ihr dann seine Gefühle per SMS mitgeteilt, die sie aber abgeblockt hat. Aus den beiden wird also vermutlich nichts werden. Trotzdem hat er sich letzten Samstag von mir getrennt.
Er sagt, er will mich als Mensch dennoch nicht verlieren, die guten Gespräche usw. Er möchte auch weiterhin jeden Tag mit mir telefonieren, mich an den Wochenenden sehen (wir wohnen in verschiedenen Städten). Am erstaunlichsten aber finde ich, dass er auch weiterhin Hand in Hand mit mir gehen, mich küssen möchte und auch Sex wäre noch möglich, sollte das für mich in Ordnung sein. Als Begründung gab er an, Händchen zu halten und zu küssen wäre einfach ein so schönes Gefühl und er hätte sehr gern Sex mit mir. Und die Liebe wäre ja nicht völlig tot. Was soll ich nur davon halten? Einerseits will er mich nicht mehr, aber ganz aufgeben will er mich auch nicht. ???
Ich habe mich erst einmal mehr oder weniger darauf eingelassen, weil mir das Übel, ihn auf einen Schlag ganz zu verlieren, momentan noch grösser erscheint als das. Er sagt, er überlässt es komplett mir, wie es jetzt weitergeht, ob wie gerade beschrieben, als Freunde oder gar nicht. Ich meinte dazu, ich müsste es ausprobieren und abwarten, ob und wie ich damit zurechtkomme, und dass sich meine Meinung jederzeit ändern könnte. Er versteht das. Nur ich verstehe gar nichts mehr.
Wie kann denn die grosse Liebe bei ihm so ganz ohne Vorwarnung fast verschwunden sein? Er hat sich im Vorfeld auch so manches geleistet, aber an meiner Liebe hat das nie etwas geändert. Und ich bekomme nicht einmal eine einzige Chance? Alle (seine Familie, Verwandten) sagen, wir passen super zusammen, und noch wichtiger, er sagt es selbst nach wie vor. Und doch ist alles vorbei? Wie passt das zusammen? ???
Meiner Meinung nach befinden wir uns gerade an dem Punkt unserer Beziehung, wo die Phase des "Frischverliebtseins" in die nächste Phase übergeht (laut Wissenschaft passiert das nach 1-2 Jahren). Die Schmetterlinge im Bauch sind weitesgehend verschwunden, die Liebe fühlt sich nicht mehr so himmelhochjauchzend und euphorisch an wie am Anfang. Aber ist das nicht normal? Das bedeutet doch nicht automatisch, dass man den Partner weniger liebt. Nur anders. Warum erkennt er das nicht? Oder mache ich mir etwas vor?
Ich weiss nicht, was ich tun soll. Instinktiv fühle ich, dass ich mit meiner Theorie richtig liege (meine Psychologin hat die gleiche), aber wie mache ich ihm das nur begreiflich? Ich möchte unsere Beziehung unbedingt retten, so viele Faktoren sprechen dafür. Nur wie?
Seit 3 Tagen habe ich mich komplett vor ihm zurückgezogen, um ungestört nachzudenken, aber auch, weil jeder Kontakt zu ihm unter diesem Umständen unheimlich weh tut. Er simst, ruft immer wieder an und bittet, ich möge mich doch bei ihm melden, weil er sich Sorgen macht und wissen möchte, was mit mir ist.
Ich weiss nicht, wie das Ganze ausgehen wird. Ich weiss nur, dass ich ihn über alles liebe und den Rest meines Lebens mit ihm verbringen will.
Soweit also unsere Geschichte. Ich fürchte, sie ist extrem lang ausgefallen, hoffentlich nicht zu lang in euren Augen. Aber es hat gut getan, sich das alles von der Seele zu schreiben, trotz des Herzschmerzes. Es würde auch gut tun, eure Gedanken dazu zu erfahren. Wenn mir also der/die ein oder andere antworten möchte, wäre ich dafür dankbar.
Liebe Grüsse,
Anne