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Lohnt es sich zu kämpfen?

Ehemaliger User

Lohnt es sich zu kämpfen?


Stellen wir alle, die da versuchen alles nur Mögliche zu tun um jemanden wieder zurück zu gewinnen, diese Frage nicht immer wieder? Mal ehrlich!
Wissen wir eigentlich was wir da tun? Wohin wir gehen?
Oder lassen wir uns einfach von der völligen Hoffnungslosigkeit, dem Schmerz, der Trauer einvernehmen die dann in einen Kampf ausartet, den wir als eine Art letzten Kreuzzug betrachten? Alles dem Siege geweiht und bis zum bitteren Ende?

Habe selbst schon einiges hinter mir zu diesem Thema, bzw. befinde mich mittendrin.
Bin nun selber an einen Punkt angelangt, wo ich mich frage ob es sich lohnt. Macht es Sinn? Wenn EX er/sie einen liebt sollte man doch nicht kämpfen müssen, zumindest nicht so das es einen alles an Kraft kostet und einen zermürbt.
Ich für meinen Teil sehe es so, je länger dieser Kampf geht, umso schwieriger und aussichtsloser wird es. Und es macht den Neuanfang nicht leichter, im Gegenteil.    

Man selbst kann, so glaube ich zumindest, dies gar nicht einschätzen, vor allem wenn man an EX noch
so hängt und trauert. Ich glaube man ist in diesem Stadium selbst nicht in der Lage, die Sache objektiv zu beurteilen und versucht auch davor weg zu laufen. Weil wenn man den Kopf einschaltet kommt man zu diesem Schluss, sagt vielleicht zu sich selbst, es hat doch keinen Wert, es lohnt sich nicht darum  zu kämpfen. Und genau davor haben wir Angst.
Wichtig daher die Scheuklappen ablegen und sich helfen lassen. Man ist in diesem Moment so anfällig für alles das man sonst total den Kopf verliert.

Wenn wir das nicht tun, ziehen wir unverdrossen weiter, schauen nicht nach links und rechts, nur nach vorne.Nach vorne zu schauen ist auch in Ordnung, nur sollte man dabei nicht vergessen das jede Schlacht und jeder Kampf einmal zu Ende gehen sollte. Und dann muss man wissen wo man steht.

Wenn man dann allerdings feststellt, das man immer noch an der gleichen Stelle ist wo alles begann, dann weiss man sicher das die Schlacht verloren ist. Aber sollte man so lange warten?


Eure Meinung ?


ronan

16.11.2003 16:49 • #1


Ehemaliger User


hallo ronan,

> Weil wenn man den Kopf einschaltet kommt man zu diesem Schluss, sagt vielleicht zu sich selbst, es hat doch keinen Wert, es lohnt sich nicht darum  zu kämpfen. Und genau davor haben wir Angst.

Nun, ich hatte den Kopf eingeschaltet und trotzdem lange (mehr als 6 Monate) gekämpft und geforscht nach Gründen. Habe so ziemlich alles analysiert. Aber ich habe das Wichtigste vergessen: Sie war neu verliebt. In diesem Fall kannst Du das Kämpfen vergessen, denn den Gefühlen kann man nichts entgegensetzen. Es bleibt nur die Geduld, eventuell über Jahre hinweg. Aber die meisten, die ihren Partner verlassen, würden einen Ex aus Prinzip nie mehr aufwärmen.

cu

18.11.2003 05:11 • #2


Dom


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Hallo Ronan,

rein objektiv betrachtet hast Du ganz sicher recht mit Deine Auffassung. Aber – wie Du selbst anführst -, eine Weile lang ist der Mensch nicht für Objektivität offen, so dass jeder bezug zu Realität auch verwehrt bleibt.
Jetzt – nach 23 Monaten – würde ich sagen: es lohnt sich überhaupt nicht zu kämpfen! Besser wäre es, sich so zu verhalten, wie es eben angab: sich in Geduld, Engelsgeduld zu üben und abwarten, was die Zeit bringt. Denn eines stellt sich meist nach einer gewissen Zeit heraus: ein Zurück wird immer weniger wahrscheinlich!
Mit der Zeit gewinnt man wieder an Objektivität und findet zu sich. Das ändert der Standpunkt so drastisch, dass man am Ende nicht mehr versteht, warum man nicht schon vorher dieser Realitätsbezug hatte.
Ist es nicht die Schule des Lebens, auch persönliche Entwicklung genannt?

LG

Dom

18.11.2003 09:37 • x 1 #3


Ehemaliger User


hallo ronan,
ich bin nicht ganz der meinung meiner vorredner. ich habe auch gekämpft. zuerst offensiv. ich habe versucht, ihm durch argumente "klarzumachen", dass er mich noch liebt und dass er das nur merken muss . dann durch rückzug, sprich kontaktabbruch. dann später, als er wieder auf mich zukam dadurch, dass ich nicht ständig für ihn parat stand. das ganze dauerte 11 monate lang. ich habe in der ganzen zeit immer "gewusst", dass wir wieder zusammen kommen. obwohl ich sogar in jemand anders "verknallt" war (ich denke, verliebt war ich nicht wirklich, sonst hätte ex nicht soviel macht gehabt in meinen gedanken...)...
naja, wir sind seit über einem jahr wieder zusammen. ich denke, ich habe gekämpft, auch wenn es ein sanfter kampf war und wenn ich mit meiner ganzen hoffnung hier alle in den wahnsinn getrieben habe (gell!? very, susa3, lindi, patsmith, jensi, bente...)
bei einer sache widerspreche ich ganz besonders. dass es umso weniger "sinn" macht, je länger alles dauert... erstens denke ich, ein "aufwärmen" der beziehung macht eh keinen sinn, dann macht man die alten fehler wieder. wenn, funktioniert es nur durch einen neuanfang und dazu muss man erstmal jeder sein eigenes leben führen, grenzen neu stecken, neue erfahrungen machen und dann merken, was man verloren hat. am anfang ist der schmerz noch viel zu groß, die vorwürfe zu hart und das schlechte gewissen nagt. das muss man erst mal überstehen. leider.

18.11.2003 11:15 • #4


Jill35


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Hallo,

auch ich steck in der Phase eines "Neuanfangs" und bin bereit zu kämpfen. Allerdings weiß ich nicht so recht, ob ich mich nicht lieber wieder zurückziehen sollte. Allerdings bekomm ich Panik, da mein Selbstvertrauen hin ist und ich befürchte, daß er irgendwann jemand anderes kennelernt und sich dann neu verliebt. Als Mensch sei ich ihm wichtig allerdings will er die Beziehung nicht so weiterlaufen lassen. Dann frag ich mich auch, ob es sich lohn zu warten, zu kämpfen und sich nicht neu zu orientieren, falls ich dann im nachinhein doch wieder auf die nase falle und alles nocheinmal von vorn beginnt. Vielleicht wird es dann schlimmer als je zuvor. Denn dann einzusehen, daß es wirklich endgültig aus ist, erscheint mir als größter Krampf/Kampf.
Das wäre dann das zweite unentlich tiefe loch in das ich wieder fallen würde. Meine Depressionen, die z.Z. da er ja bis ende des jahres wieder da ist, würden zrückkommen, die angst vorm alleinsein und die angst, jemanden neues kennenzulernen, sich neu zu verlieben und neue gefühle in einee partnerschaft einzubringen. wieder enttäuscht zu werden. zieh ich mich in mein schneckenhaus und stecke den kopr nicht wieder hinaus?

Bei ihm ist es scheinbar einfach, er lernt neue Frauen kennen.


Sorry, jetzt bin ich -denke ich- öllig am eigentlichen Thema vorbei???!!!

LG
Jill

18.11.2003 11:44 • #5


Ehemaliger User


Hallo Ronan,

mir hat noch nie das Wort  Kampf im Zusammenhang mit Liebe
gefallen. Liebe wird allerdings Dein ganzes Leben lang eine Herausforderung sein. Sich zu bemühen. Das könnte realistisch sein. Um sich selbst sich bemühen, um den anderen sich bemühen, um ein "gemeinsames" WIR. Das kaputt gegangen ist. Weil Deine Freundin "schlapp" gemacht hat.

Kampf? Kampf lohnt sich, wenn noch Liebe da ist. Dann gibt es noch was zu "erobern", zu "retten", zu "kitten".
Man kann seine Erinnerungen retten, es in seinem Herzen bewahren oder den Kampf bis zum  bitteren Ende riskieren.
Wer ist eigentlich dein "Gegner"?
Deine Freundin, ein anderer, oder Du selbst, wobei ich letzteres am allerwenigsten beim sich "Abkämpfen" verstehe.

Wenn die Gefühle der Liebe in Dir bleiben, warum nicht?!

Dennoch ist Liebe ein Geschenk, ein Bemühen, ein Geben
und Nehmen... Ist Dir "erkämpfte Liebe" mehr wert oder weniger?


Lieben Gruß
wilde Flocke

PS: Tschuldigung, mir ist da ein Fehler unterlaufen.
Wollte schreiben wer ist eigentlich dein Gegner, Deine Ex
(Freundin)

18.11.2003 14:54 • #6


Ehemaliger User


Hallo Flöckchen,

> mir hat noch nie das Wort  Kampf im Zusammenhang mit Liebe
gefallen.

und mir gefällt das Wort Liebe im Zusammenhang mit direkten Erwartungen, Ansprüchen und Besitzdenken nicht.

> Kampf? Kampf lohnt sich, wenn noch Liebe da ist. Dann gibt es noch was zu "erobern", zu "retten", zu "kitten".

Ja, das gilt dann, wenn eine Beziehung in der Krise steckt. Aber nicht, wenn einer der Partner schon wieder neue Schmetterlinge im Bauch hat. Dann kämpfst Du als Verlassene(r) gegen eine Betonwand. Man kann seine Wünsche gerne in den anderen hineinprojizieren, die Realität wird einem aber irgendwann zeigen, daß alle Bemühungen umsonst waren.

> Wenn die Gefühle der Liebe in Dir bleiben, warum nicht?!

Weil es weh tut. Die Liebe bekommt man sowieso nicht raus, sie geht erst mit der Zeit, aber die Abhängigkeit kann man durch aktives Verhalten neutralisieren, und sei es durch völligen Kontaktabbruch oder andere Aktionen.

@susa
Du bist eine der wenigen Ausnahmen, wo es geklappt hat. Wahrscheinlich, weil ihr beide recht bodenständige, bzw. pragmatische Menschen seid und wirklich gut zusammen passt. Aber wie Du schreibst, Du hast den Kontaktabbruch vollzogen und bist nicht gleich wieder auf ihn zugegangen. Er hatte genug Gelegenheit, seine Sichtweise und seine Ansprüche zu überdenken und hat diese Zeit wohl auch genutzt. Ihr beide habt das. Dann, und nur dann kann es wieder klappen. Die Karten waren neu gemischt.

cu

19.11.2003 20:19 • #7


Ehemaliger User


Hallo ,

> mir hat noch nie das Wort  Kampf im Zusammenhang mit Liebe gefallen.

und mir gefällt das Wort Liebe im Zusammenhang mit direkten Erwartungen, Ansprüchen und Besitzdenken nicht.

Mir auch nicht, wenn man Babys in die Welt setzt, um einen Mann damit zu binden, den man garnicht liebt, er aber einen guten Ernährer abgibt, bis man ihn nicht mehr will.
Nichts ist schrecklicher als schlimme Eifersuchtszenen, und dahinter steckt keine Liebe sondern Besitzdenken, Neid
und über den anderen hinweg entscheiden. Der hat seine eigenen Gefühle, die sich abgewendet haben von einem "wir".  

Wenn eine Beziehung zu verenden droht und zu Ende geht, heißt das doch noch lange nicht, daß die Liebe aufgehört hat und es wirklich so ist wie es unter der "Frustbrille" aussieht.

Was wenn der Idealfall, daß aus Verliebtheit Liebe wird nicht wie gewünscht mit dem Neuen sich entwickeln kann, weil man durch das Vermissen, den Schmerz, die Zweifel, die Hoffnung und alles eben mehr und mehr zu der Einsicht gelangt, ALLES hat keinen Sinn und es war ja doch noch Liebe da, man kam nur mit sich selbst nicht mehr klar und erst recht nicht mit dem anderen?

> Wenn die Gefühle der Liebe in Dir bleiben, warum nicht?!

Weil es weh tut. Die Liebe bekommt man sowieso nicht raus, sie geht erst mit der Zeit, aber die Abhängigkeit kann man durch aktives Verhalten neutralisieren, und sei es durch völligen Kontaktabbruch oder andere Aktionen.

Neutralisieren - Cant get what you mean. Please try it again

 

Lieben Gruß
wilde Flocke

19.11.2003 21:47 • #8


Ehemaliger User


Hallo ronan,

Wie kann man um etwas kämpfen, was einem doch nur geschenkt werden kann?  :-/

Warum meinen wir überhaupt, um Liebe kämpfen zu müssen?
Ist es nicht so, dass bestimmte Verhaltensweisen greifen wenn man verlassen worden ist, so ähnlich wie bei einem Kind, dem sein Lieblingsspielzeug weggenommen worden ist?

Man will sich einfach nicht damit abfinden, dass der Partner gegangen ist, oder gar jemand anderen liebt, man redet sich ein, dass doch alles gut war, und es eigentlich gar keinen Grund gibt, warum er / sie uns verlassen hat.

Aus diesem Grund beginnen wir zu kämpfen um eine Sache die schon längst verloren ist, der Partner ist schon weit weg, denn sonst hätte er sich ja nicht getrennt, dennoch meinen wir, alles tun zu müssen, um ihn oder sie zurückzuerobern.  :(

Wir glauben, der Partner müsse doch noch das Gleiche empfinden wie wir, dabei übersieht man, dass er schon viel länger über die Beziehung nachgedacht hat und zu dem Schluss gekommen ist, sich trennen zu wollen. Man wacht ja  nicht morgens auf und denkt: das war´s, ich muss mich trennen.

Das ist ja das Perfide an der ganzen Sache, hätte unser Partner ehrlich und offen mit uns geredet, als er zum 1. Mal die Beziehung in Zweifel zog, DANN hätte man was tun können, gemeinsam Wege und Möglichkeiten suchen und evtl. die Liebe retten können. So aber stehen wir da, und führen einen aussichtslosen Kampf und zwar einen Kampf gegen uns selbst.  ;)


@ Flöckchen

< Wer ist eigentlich dein "Gegner"? Deine Freundin, ein anderer, oder Du selbst, wobei ich letzteres am allerwenigsten beim sich "Abkämpfen" verstehe. >


genau DAS ist der Punkt: eigentlich kämpft man nicht um den Partner, sondern gegen sich selbst, gegen das, was das Herz und der Verstand einem sagt.

Man kann hundertmal vom Kopf her wissen, dass eine Trennung akzeptiert werden muss, man wird immer wieder das berühmte ABER anführen, welches einen in Richtungen stolpern lässt, die nicht gut sind.  >:(

Es ist nicht so sehr der Partner der uns weh tut, sondern wir selbst mit unserem Unvermögen zu akzeptieren, unseren Selbstzweifeln, unserem Unwillen zu lernen und eigenständig zu leben und unserer Unfähigkeit uns selbst zu lieben wie wir eben sind.

Solange wir uns nur durch den Partner definieren, wird Liebe immer ein Kampf sein, und nicht ein Geschenk, welches man leichten Herzens gibt und annimmt.



LG
Thilde

20.11.2003 08:32 • #9


Ehemaliger User


Hallo Thilde,

< Wer ist eigentlich dein "Gegner"? Deine Freundin, ein anderer, oder Du selbst, wobei ich letzteres am allerwenigsten beim sich "Abkämpfen" verstehe. >


genau DAS ist der Punkt: eigentlich kämpft man nicht um den Partner, sondern gegen sich selbst, gegen das, was das Herz und der Verstand einem sagt.

Genau. Deswegen gefällt mir ja auch das Wort Kampf in Zusammenhang mit Liebe nicht. Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. Sind solche Sprüche nicht ein Indiz von purem
Besitzdenken?
 

Man kann hundertmal vom Kopf her wissen, dass eine Trennung akzeptiert werden muss, man wird immer wieder das berühmte ABER anführen, welches einen in Richtungen stolpern lässt, die nicht gut sind.

Weil der Bauch es nicht kann. Nicht sofort zumindest, sonst gäbe es da nicht diesen Schmerz, in deinem Herz, in Deiner Seele.    

Es ist nicht so sehr der Partner der uns weh tut, sondern wir selbst mit unserem Unvermögen zu akzeptieren, unseren Selbstzweifeln, unserem Unwillen zu lernen und eigenständig zu leben und unserer Unfähigkeit uns selbst zu lieben wie wir eben sind.

Hmm. Wie so schön immer sagt: Sichtweise ändern.
Sich vom Konkurrenzdenken verabschieden.
Weh tut das Ego, daß nicht mehr "bestätigt", "geliebt", "einfach hängengelassen" wird.
Sitzengelassen.
Man muß gucken, daß man bei sich bleibt, dann wird das alles nicht ganz so schlimm.
Jemand gehört zu Dir, aber niemals Dir. Jeder ist frei und hat seinen freien Willen, zu entscheiden, welche Wahl er hat.
Zu bleiben, oder zu gehen.
Der Kampf in Dir ist dann die Hölle.
Ein toller Kampf ist das, wer also ist der Gegner "wenn
man um Liebe (um Liebe??) kämpfen muß? Das Engelchen oder das Teufelchen in Dir  :o?

Solange wir uns nur durch den Partner definieren, wird Liebe immer ein Kampf sein, und nicht ein Geschenk, welches man leichten Herzens gibt und annimmt.

nur....
Dann ist da ganz schön wenig Selbstwertgefühl.
Sag ich doch: Liebe ist leicht  :)


Lieben Gruß
wilde Flocke




20.11.2003 12:17 • #10


Ehemaliger User


Hallo Flocke,

> Solange wir uns nur durch den Partner definieren, wird Liebe immer ein Kampf sein, und nicht ein Geschenk, welches man leichten Herzens gibt und annimmt.  
nur....
Dann ist da ganz schön wenig Selbstwertgefühl.

Hab ich das richtig verstanden? Wenig Selbstwertgefühl wenn man Liebe ohne direkte Erwartung schenkt? Gerade das zeugt von Stärke und von der Fähigkeit zu menschlicher Liebe im Gegensatz zur S..
Sich über den Partner zu definieren muß auch keinen Mangel an Selbstwertgefühl als Ursache haben, sondern das hat was mit dem Aufschauen, mit "Anbetung" zu tun, mit der Projektion seiner eigenen Wünsche in den Partner, mit der Unfähigkeit, den anderen als fehlerhaftes Wesen sehen zu können, also mit Blindheit. Aber diese Art von Liebe ist wahrscheinlich die intensivste und glücklichste. Bis zu dem Zeitpunkt, wo der angebetete Partner nicht mehr mitmacht, weil ihm die Last der Verantwortung für die Seele und manchmal auch den Alltag des anderen zu schwer fällt. Außerdem ist für fast jeden Menschen das, was er sich erkämpfen muß wertvoller als das, was er freiwillig angeboten bekommt. Und somit wird es immer uninteressanter auf dem Podest zu stehen, selbst wenn man sich eine Weile daran erlabt hatte. Bei einer solchen, "hörigen", Liebe polarisiert sich der Grad der Verliebtheit mit der Zeit, bis die Beziehung aus Gleichgewichtsgründen auseinanderbrechen muß.
Bei mir hat es ca. knapp 3 Jahre gedauert, bis es soweit war.


> Sag ich doch: Liebe ist leicht  

Du solltest nicht so oft "Titanic" schauen, Flöckchen:-)
Liebe und Leidenschaft sind wie Kuchen und Sahne, erinnerst du Dich noch an das was ich bezüglich Dalai Lamas Ansichten dazu mal geschrieben habe? Von zuviel Sahne wird einem schlecht, vor allem, wenn man sie ohne den Kuchen verspeist. Dalai Lama hatte sinngemäß gesagt, daß das Haus der leidenschaftlichen Liebe nur dann Bestand haben kann, wenn es auf dem soliden Fundament der menschlichen Liebe und des Vertrauens gebaut ist. Sonst bricht es irgendwann zusammen, wenn es windet.

cu

20.11.2003 14:50 • #11


Ehemaliger User


Wow.

Hallo ,

nein, kann mich grad nicht erinnern, aber schlimm ist das wirklich nicht.
Wegen deiner ersten Sätze kann ich nur verlegen hä?
sagen.
Denke drüber nach, sonst fang ich an zu grübeln. Darüber
unterhalten wir uns noch.

Ach ja, die Titanic. Danke für den schönen Vergleich.

Bis denne
wilde Flocke

20.11.2003 16:14 • #12


Ehemaliger User


Hallo Flocke,

> Darüber
unterhalten wir uns noch.

dann aber nur auf neutralem Boden, am Besten beim Essen;-)

Also nochmal zum Thema Neutralisieren: Es ist ähnlich wie mit dem Entzug von einer Dro.. Hatte ich schon mal geschieben, warte....

"entlieben" = Das eigene Leiden, die Abhängigkeit abstellen. Das hat eigentlich nix mit der Liebe im Herzen zu tun, ist ne reine Kopfentscheidung. Manche Leute können das sogar ohne Tricks und Verrenkungen, ich nicht so ganz.

Das "Entlieben" will gelernt sein. Der Anfang ist sehr schwer, denn die Bereitschaft, das Schicksal zu akzeptieren, ist bei den meisten Menschen (noch) nicht vorhanden. Der eigene Wille ist stärker, die Einsicht wird unterdrückt. Eifersucht belastet zusätzlich das Ego. Mein Weg war, die Sache Schritt für Schritt anzupacken, im alten Forum steht einiges über die Phasen nach der Trennung, es gibt auch Bücher darüber, Buchempfehlungen von Henry und anderen auf der Hauptseite.
Das Schreiben im Forum und per e-mail mit Betroffenen, bei dem sich die Gedanken im Kopf ordnen, hilft sehr, vielleicht nicht jedem, aber jeder sollte es mal versuchen. Die erste Ablösung passiert nämlich im Kopf, sobald die Einsicht da ist. Das Herz weigert sich dagegen standhaft gegen eine Beschleunigung des "Entliebens", deshalb sage ich immer wieder: Lass den/die Ex im Herzen drin, im stillen Kämmerlein, bis er/sie von selbst auszieht. Mittlerweile kann ein neuer Mensch in Dein Herz eintreten oder neue Interessen. Sei Dir sicher, EX wird irgendwann von selbst ausziehen wenn es ihm zu ungemütlich wird
Die Trennung von Kopf und Herz kann aber aktiv beschleunigt werden, z.B. durch Analyse des Partners, der Beziehung und Selbstanalyse. Wer das nicht selbst kann der hat die Möglichkeit, das mit Hilfe anderer zu machen, so wie das hier im Forum oft geschieht.

ciao

20.11.2003 17:38 • #13




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