Du kannst Grenzen ziehen, du willst es nur nicht, weil die Hoffnung dich antreibt. Hoffnung verhindert Verarbeitung. So platt kann man es zusammenfassen. Diese Zeit, die du jetzt verschenkst, gibt dir keiner mehr zurück. Sicherlich ist Trauer, Hoffnung, Wut, usw. förderlich bei der Verarbeitung, aber du nährst diese Anteile in dir, indem du schaust, Nachrichten schreibst, Kopfkino betreibst... Hast du mal "Gedanken-Stopp" gegoogelt?
Die Energie, die du für die Verarbeitung benötigst, steckst du in die "Rückgewinnung". Alleine deine ganz eigenen von ihr unabhängigen Baustellen bedürfen Aufmerksamkeit. Wie willst du das leisten, wenn du ihr weiterhin so viel Raum in deinem Leben einräumst?
Ganz platt: sie will nicht mehr mit dir zusammen sein. Da kannst du reden, jammern, betteln und wütend sein, wie du willst. Es wird nichts an ihrer (derzeitigen Einstellung) ändern. Klar steckt sie die 10 Jahre auch nicht einfach weg. Was ihr da betreibt, ist für dich Rückgewinnung und für sie ein Abnabelungsprozess. Ihr seid nicht auf Augenhöhe und habt eine unterschiedliche Erwartungshaltung, ob und wie es mit euch weitergehen kann und soll. Nochmals: du kannst nichts tun, rein gar nichts. Wenn überhaupt, müsste der Impuls von und bei ihr stattfinden. Aber das torpedierst du schon im Ansatz, indem du dich anbietest wie Sauerbier.
Und schau auf dich, was und wer du mittlerweile geworden bist. Du bist nicht mehr Partner, du bist ein derzeit zerstörter Bittsteller. Du suchst Halt (Ex von vor 10 Jahren) und empfindest offensichtlich einiges als unfair. Kann man machen und sich in der Opferrolle sehen, die Welt verfluchen und glauben, dass man mit seinen Ansichten und Handlungen im Recht ist. Oder aber man hinterfragt sich ein wenig, ob man nicht doch an der ein oder anderen Stelle etwas für sich und seine Gesundung tun kann, ob einige Sichtweisen noch passend und der Situation angemessen sind. Gemeinhin nennt man das heute ganz flippig-hip: Reflektieren.
Es liegt bei dir, wie weit du den Weg der Selbstgeißelung gehen möchtest oder ob du ein einer Kreuzung vielleicht den Weg der Selbstheilung betreten willst.
Wie die meisten Menschen, hast du nämlich nicht nur das "Problem" der Trennung vor der Brust. Du hast auch die Zukunft, deine Baustellen, Reviews deiner Anteile und Neugestaltung (das "wie" ist relvant) vor der Brust. Macht alles Angst, das ist mir bewusst und was Angst betrifft, brauchst du mir nichts erzählen. Da bin ich Experte. Aber weißt du was? Als ich mich auf die Hinterbeine gestellt habe und mir sagte, dass ich so nicht leben will, Veränderungen (gaaaanz übles Wort) für mich möchte, da ging es auf einmal. Daher behaupte ich dein "kann nicht" ist ein "will nicht".
Versuchs doch mal mit kleinen Schritten: hier schonungslos ehrlich dem Forum und dir gegenüber zu sein. Wir sind hier anonym und kein Mensch will dir was Böses oder es gegen dich verwenden. Sammle doch mal neue Erfahrungen, indem du wirklich zu dem stehst, wer du bist und was du getan hast.
Du bist ein cleverer Bursche und magst es, dir selbst Recht zu geben bzw. behalten zu wollen. Ist völlig menschlich. Gerne hindert das auch daran, neue Erfahrungen zu sammeln, die man eben nicht einschätzen kann ob und inweit du da Recht behälst. Nicht gleich denken: ach, das wird so und so laufen und eh nichts bringen. Versuchs mal. Ich glaube du könntest davon wirklich profitieren. Nicht die Frau ist derzeit dein Problem und der Berg, den du erklimmen solltest. Das bist allein du und deine Einstellung.
Das ist nicht böse oder herablassend gemeint.
Aber ich weiss eben, wie ich in großem Liebeskummer getickt habe. Rückblickend sage ich: ich war ein anderer Mensch, wusste nicht was richtig und was falsch ist. Also versuchs mal ein wenig mehr mit zuhören und in Ruhe bewerten.
