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Love Bombing Flirt - Verabredung trotz Beziehung

Karl_Martell

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Hallo ihr Lieben,

ich denke mir gerade so: Wenn Du beim Betreff/Titel schon so lange brauchst, um das Thema zu treffen, dürfte es im Text mal so richtig schwierig werden. Ich versuche es trotzdem, denn es zerreißt mich langsam aber sicher. Vorab herzlichen Dank an alle, die hier lesen:

Vorgeschichte

Meine Liebe, ich nenne Sie im Verlauf "Julia" und ich sind seit circa 11 Monaten in einer Beziehung. Der Start war, wie so oft, wunderschön, auch im Verlauf haben wir uns viel gegeben. Wir haben viel unternommen, waren in Urlauben, haben unsere freie Zeit (davon gab es berufsbedingt leider nur wenig) genossen, haben unsere Gemeinsamkeiten aber auch unsere Unterschiede ergründet. Alles in allem eine tolle Zeit.

Wir wissen von uns beiden, dass sie eher der emotionale Mensch ist, ich der rationale. Mit genügend Objektivität kann man einschätzen, dass es hierbei auch schon mal zu Differenzen kommen kann. Ich will nicht direkt von "Vernachlässigung" sprechen, wenn ich sage, dass sie sich teilweise zu wenig berührt gefühlt hat, mehr kuscheln wollte etc., denn wir waren uns dennoch sehr nahe. Es gab die gesamte Zeit hindurch keinen Spaziergang oder Bummeltag, an dem wir nicht Arm in Arm oder Hand in Hand gegangen sind (steht nun exemplarisch für die Nähe, die wir hatten). Von "Kälte" oder übermäßiger Distanz würde ich daher nicht sprechen wollen. Wir haben darüber auch einige Diskussionen gehabt, in denen ich [natürlich] immer einen sachlichen Grund hatte.

Aus mehreren Gründen (Beruf, Familie (Eltern und Co.), eigener Gesundheit) habe ich Ab ca. 2 Monate vor Ende der Beziehung (übrigens erst wenige Tage her) - auch für mich merklich - emotionale Distanz aufgebaut. Ich musste einfach meine Emotionen an anderen Stellen einsetzen (ja, klingt rational, habe aber gerade keine andere Umschreibung dafür). Das bedeutete nicht, dass wir uns körperlich nicht mehr nahe waren. Jedoch: S. und dergleichen blieb aus. Weil wir uns in diesen acht Wochen trotzdem gut verstanden, keinen Streit hatten, und uns in diversen Situationen ergänzten, war das [vermeintlich] in Ordnung für sie.

Kern des Themas

Dann schlug die Stimmung um. Und zwar so richtig, richtig plötzlich. Dienstags fragte mich Julia per Chat, ob alles in Ordnung sei - sie habe ein seltsames Gefühl. Ich beteuerte ihr, dass durchaus alles OK sei, bis auf die Dinge ("mehrere Gründe", siehe oben), von denen sie jederzeit transparent wusste.

Mittwochs dann (an der Stelle sei kurz erwähnt, dass wir von Beginn sehr viel über einen Messenger geschrieben haben, nahezu jeden Tag, den wir uns nicht sehen konnten, diverse Smiley-Partys (Küsschen hier, Küsschen da), Statusmeldungen, Gute Nacht-Gute Morgen Nachrichten etc. geschrieben haben) änderte sich ihr "textlicher Auftritt". Von Kosenamen komplett weg, begann sie plötzlich mit eiskalten Texten, statisch und distanziert. Mein Bauchgefühl (darauf ist seit einigen Jahrzehnten für mich Verlass) teilte mir mit: Da stimmt was nicht, sei wachsam! Also fragte ich, was los sei. Es ging ein bisschen hin und her, steigerte sich aber in der "Aggression" merklich. Man würde sagen, es schaukelte sich hoch, bis samstags. Ich war auf diese Art Konversation nicht vorbereitet, bin aber auch kein Mensch, der sich scheut, Herausforderungen anzunehmen. Gesagt, getan - wir haben uns für ein persönliches Gespräch verabredet.

Sonntagdann haben wir uns getroffen. Sie betrat mit hängenden Schultern meine Wohnung. Keine freundliche Begrüßung, keine Umarmung, kein Kuss (Mindeststandard bei uns, in der Vergangenheit). Mir war bauchgefühlt klar: Das wird hier und heute ein Ende finden. Fragt mich nicht, warum mir das da schon klar war. Wir haben drei, vielleicht vier Stunden gesprochen, haben unsere Sorgen, Ängste, aber auch guten und positiven Empfindungen für unsere Beziehung. Das Gespräch war ruhig, dennoch von Tränen begleitet - sie fühlte sich teilweise überrannt von meinen Liebesgeständnissen, die, und das muss ich an der Stelle klar sagen, einfach den Status quo darstellen, und nicht als verzweifelter Versuch zur Rettung dienen sollten.
Im Verlauf des Gesprächs bahnte sich ein Entscheidungskonstrukt an, welches keins war: Bleiben und optimieren oder gehen. Ebenfalls im Gesprächsverlauf fielen mir Dinge auf, die ich par tout nicht zuordnen konnte. Dabei waren wichtige Aussagen wie "warum hast Du mir das nicht vor 8 Wochen schon gesagt" oder "es wäre unfair, jetzt bei Dir zu bleiben". Alarmglocken! Es drehte sich also nun dem Ende hin: Ich habe ihr gesagt, und meinte das auch so, dass wir jede der Entscheidungsmöglichkeiten gemeinsam treffen - aus aufrichtiger Liebe. "Wir" entschieden uns also für die Trennung. Wir packten ihre Sachen aus diversen Schränkchen und Kistchen zusammen und ich begleitete sie noch zum Ausgang.

Fataler Teil des Themas

Sie hat eines ihrer Handys (Smartphone, natürlich) vergessen.
Was tust Du in so einem Augenblick, als gerade Verlassener, dem das Herz in tausend Teile zersprungen ist, in dem bauchgefühligen Wissen, dass da irgendwas sein muss? Richtig: Du hackst Dir lieber die Hände ab, als diesen Vertrauensbruch zu begehen, und zu spionieren. Denkste Dir so. An Schlaf war nicht zu denken. Also: Raus, laufen, abregen, bloß nicht dran denken, was da sein könnte und was man sehen könnte, wenn man nur nachschaute.
Knapp 6 Stunden später dann, als ich wieder daheim war, habe ich geheult, die Zerstörung meiner Welt, wie ich sie hatte und wir sie geplant hatten, begann wie ein Tsunami, über alles hereinzubrechen. Alle Gefühle, der absolute Tiefpunkt seit vielen Monaten. Und immer die brutal mitschwingenden Fragen: Warum? Warum so? Warum so plötzlich? Immer und immer wieder.

Es ging nicht mehr, ich musste wissen, was da los war. Und habe einen Vertrauensmißbrauch begangen, der gegen jedes Grundvertrauen stößt. Ich nahm ihr Handy und schaute rein. Ich habe so etwas noch nie gemacht. Ich fand, ohne groß zu suchen, einen Chat-Verlauf mit einem Mann aus einer nicht weit entfernten Stadt. Dem Verlauf nach hat er sie angeschrieben, weil sie sich irgendwann mal unverfänglich gesehen hatten (dienstlich). Der Chat war zunächst normal. Ein bisschen flirty vielleicht. Nichts, was ich nicht auch als liebender Partner toleriert hätte. Und dann wurde es pikanter. Man verabschiedete sich mit Gute-Nacht-Kuss-Smileys, verabredete sich um gemeinsamen Essen, einem "Couch-Abend", plante weitere Wiedersehen. Das lief seit. genau: 8 Wochen.

Aufgekratzt und angestachelt durch diesen Schock habe ich weiter geschaut und einen digitalen Brief (eine Woche alt) gefunden - und der hat mir dann endgültig den Boden unter den Füßen weggezogen. Liebesbekundungen noch und nöcher! Auszug gefällig? Bitte: "Ich wusste immer, das mit uns ist echt", "In tiefer Liebe", "ich wünsche mir viele Kinder von Dir!", "auf baldige Heirat!". Ja, genau so habe ich auch geguckt. Ich war platt. Am Ende. Komplett durch. Natürlich war an Schlaf nicht mehr zu denken. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt nur vorstellen, dass die Beiden irgend ein Spiel spielen. Ich meine: Nach dieser kurzen Zeit?! Und dem Chatverlauf nach haben sie sich einmal, maximal zweimal erst gesehen (wenn überhaupt)?! Ich habe das Handy beiseite gelegt und Julia darüber informiert, dass sie noch etwas vergessen habe. "Danke, ich hole es morgen ab, wenn das für Dich in Ordnung ist" - war es. Die Übergabe verlief kurz aber freundlich. Ich konnte und wollte nicht offenbaren, was ich gesehen habe.

Später am Tag schrieb ich Julia noch eine lange, sehr lange Nachricht - habe sie aber noch nicht abgeschickt. Ich schrieb ihr unter anderem, dass ich zu wissen glaube, was sie mit ihrer Aussage "Warum hast Du mir das nicht vor 8 Wochen gesagt?" meint und glaube (und fühle), dass sie jemanden kennengelernt hat. Kein Fleh- oder Drohbrief, sondern einfach meine Erkenntnisse aus der Beziehung als Wegbegleiter für ihre Zukunft. Natürlich schrieb ich ihr, dass ich sie liebe und ihr nur das allerbeste wünsche - sie aber endlich an ihrer Ehrlichkeit arbeiten müsse.

Zugegeben: Ich kann bei so etwas sehr schnell sehr große Distanz (in den Augen anderer) aufbauen. Danach: Ruhe. Dass ich selbst immer noch kein Auge zu tun konnte und die Uhr mittlerweile 0:00 Uhr schlug, habe ich mir auch die folgende Nacht an die Backe geschmiert (meint: nicht geschlafen) und die Nachricht wieder gelesen, korrigiert, überarbeitet. Bis ich soweit war und die Nachricht abschickte, war es der sonnige Mittag des Folgetags.

Keine Antwort.

Abends dann, ein Anruf. Julia war mit schluchzender und verweinter Stimme dran. Sie bat mich, ihr Teile aus der Nachricht nochmals zu erläutern. Nicht fordernd, freundlich bittend. Sie sprach diverse Abschnitte an, ich äußerte mich dazu und sie verstand, was ich schrieb. Und dann kamen wir zum Abschnitt, in dem ich Julia mit ihrer Aussage "[. ] 8 Wochen" konfrontierte. Natürlich mit der Absicht, sie zu einer Aussage von sich aus zu bewegen, sie dazu zu bekommen, jetzt, wo alles eh vorbei ist, die Wahrheit zu sagen. Gründe zu nennen. Denkste. Sie stritt diese Passage völlig ab, es sei in ihren Beziehungen immer die Bedingung des Grundvertrauens gewesen, dass, wenn es jemand anderen gäbe, das immer offen und rechtzeitig kommuniziert würde.

Julia sagte, sie habe große Angst, einen großen Fehler gemacht zu haben. Dass die Entscheidung zu gehen falsch war. Sie wisse es aktuell nicht, ihr Geist sei wie vernebelt. "Verständlich", konnte ich da nur widergeben.

Das Telefonat endete mit dem Konsens, dass Julia jetzt Zeit, Abstand braucht, um über die Trennung und das, was ich ihr im Gespräch gesagt hatte, nachzudenken. Sie möchte (und bat höflich, freundlich und wirklich "bittend") am Ende der Woche nochmals mit mir sprechen. Um über das Nachgedachte zu reden.

Der Status quo

Ich sitze hier, vor meinem Rechner und schreibe euch. Wissend, dass Julia jemanden regelrecht ge-Love-Bombed hat (wer nicht weiß, was Love Bombing ist, möge das gern mal googlen. Interessantes Phänomen.) und womöglich noch bis gerade jetzt und darüber hinaus mit diesem Typen in Kontakt steht, sie sich womöglich sehen oder gesehen haben. Und, dass ich es nicht verstehe. Gar nicht. Nicht diesen Verlauf (der wirklich so krass und abrupt war, wie er hier beschrieben wurde), nicht diese Entscheidung, nicht dieses Weglaufen.

Die Frage(n)

Was, wenn Julia jetzt am Ende der Woche, ihre Entscheidung gründlich überdacht hat, und zu dem Ergebnis kommt, dass sie falsch war? Was, wenn sie sich den Neustart unserer Beziehung wünscht? Ich wäre doch blöde, wenn ich es nicht tun würde - wenn nur dieses Geheimnis nicht wäre, von dem immer noch kein Wort gefallen ist. Weder von Julia noch von mir.
Soll ich sie darauf ansprechen? Soll ich ihr gestehen, dass ich Dinge weiß, die sie abstreitet? Ein Neustart unter diesen Umständen wäre doch beiderseits verlogen, nicht?

---

Ich bin, und das meine ich mit jedem Buchstaben so, völlig verzweifelt, weil ich nicht weiß, was ich tun soll. Was sagst Du dazu?

Bis hierhin waren das jetzt 1072 Wörter. einen ganz besonderen Dank, wenn Du bis hier gelesen hast. Deine Meinung dazu wäre mir immens wichtig.

Sonnige (rein wettertechnisch) Grüße
Karl_Martell


PS: Es gibt noch eine tl;dr Variante:

Freundin macht trotz guter und liebevoller Beziehung Schluss, ich checke ihr Handy (böse ), sehe, dass sie heftigst mit mit einem Anderen flirtet (mindestens, Essengehen und Treffen sind kommuniziert, kann aber den Vollzug nicht nachweisen), ich konfrontiere sie nicht mit meinen Erkenntnissen, sondern versuche ihr das mit umgehenden Fragen zu entlocken, sie gibt es immer noch zu 0% zu, (Ex-)Freundin fürchtet sich, dass Schluss Machen falsch war, möchte nochmal mit mir reden, ich fürchte mich vor einem vertrauenslosen Neustart der Beziehung (Vertrauen beiderseits mißbraucht, sie "geht fremd", ich kontrolliere ihr Handy)

18.02.2019 11:01 • #1


monchichi_82

monchichi_82

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Jeder Beziehungsbeginn verläuft schön. Andernfalls würde man vermutlich eine Beziehung erst gar nicht eingehen. Zu dem Zeitpunkt kennt man sich aber nicht und weiß vom jeweils anderen vielleicht die Eckdaten. Es gibt in einer Partnerschaft mehrere Phasen und innerhalb eines Jahres kristallisiert sich heraus ob man zusammen passt. Ob die Wünsche, Bedürfnisse, Prioritäten, Lebensziele und Weltanschauungen harmonieren.

Die Gefühle waren vielleicht ausreichend für ein Kennenlernen aber nicht für eine Beziehung die man vertiefen könnte andernfalls käme sich auch nicht auf die Idee mit anderen Männern näheren Kontakt aufzunehmen.
Wenn du sie auf die Chatverläufe ansprechen- und eine Erklärung haben möchtest dann tu es. In meinen Augen ist das nicht mehr notwendig da sie dir bereits in ihren Taten zeigt, dass es für mehr nicht reicht. Du musst mit deinen eigenen Vorstellungen von Beziehung abgleichen ob dir das was sie bereit ist zu geben für dich ausreichend ist oder nicht.

18.02.2019 11:20 • x 1 #2


UnglücklicherXX.

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Was Dir passiert ist (Partner lernt jemand anderen kennen, der ist erstmal viel interessanter, sie checkt ihn erstmal wochenlang ab...), kommt vermutlich öfter vor. Ich denke auch, dass nicht wenige hier unehrlich sind und das nicht zugeben werden. Auch die Geschichte mit dem Handy scheint wohl eine bekannte Nummer zu sein.

Aber zur Dir: Es tut mir Leid, dass Du das durchmachen musstest. Als kleine Lehre würde ich daraus ziehen, dass die Eigenschaft "Liebevoll" nicht unbedingt bedeutet, dass der andere sich nur monogam auf Dich fokussiert. Gerade promiske Männer sind oft sehr liebevoll, sind aber trotzdem gerne für was Neues offen. Bei Frauen kommt das wohl etwas seltener vor, aber eben manchmal auch. Du kannst so jemanden im Wesentlichen nicht ändern, jedenfalls nicht kurzfristig (langfristig werden sich die Hormone eventuell mal beruhigen). Meiner Meinung nach muss man den anderen dann akzeptieren wie er ist - und damit auch, dass Beziehungen ggf. nicht von Dauer sind und sich der Partner auch noch für andere interessiert - oder sich jemand anderen suchen. Wenn man verliebt ist, wird man das nicht gerne hören, aber so ist es halt.

18.02.2019 11:24 • x 1 #3


frechdachs1

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Ich verstehe dieses "nicht ins Handy schauen" Ding bis heute nicht. Wo liegt das Problem ins Handy des Partners zu sehen? Ich durchsuche es doch deswegen nicht, oder? Wenn ich dann einen Chat mit einer Person sehe, die ich nicht kenne und von der mir mein Partner nicht erzählt hat, schaue ich vielleicht auch mal rein. Ich wüde natürlich nicht alle Nachrichten lesen. Oder ich würde ihn fragen, wer das ist. Sollte doch kein Problem sein, wenn man nichts zu verbergen hat, oder? Wenn mein Partner mit einer anderen Person spricht, kann ich mich doch auch daneben stellen, oder muss ich dann weggehen um seine Privatsphäre zu respektieren?

Du hast nunmal etwas gelesen, was dich verunsichert, also sprich es an. Nichts sagen und Andeutungen machen bringt nichts. In einer Beziehung ist Offenheit und Ehrlichkeit ein wichtiger Punkt. Also sag ihr offen was du denkst.

18.02.2019 11:48 • x 7 #4


Karl_Martell


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Zitat von monchichi_82:
Jeder Beziehungsbeginn verläuft schön. Andernfalls würde man vermutlich eine Beziehung erst gar nicht eingehen. Zu dem Zeitpunkt kennt man sich aber nicht und weiß vom jeweils anderen vielleicht die Eckdaten. Es gibt in einer Partnerschaft mehrere Phasen und innerhalb eines Jahres kristallisiert sich heraus ob man zusammen passt. Ob die Wünsche, Bedürfnisse, Prioritäten, Lebensziele und Weltanschauungen harmonieren.

Die Gefühle waren vielleicht ausreichend für ein Kennenlernen aber nicht für eine Beziehung die man vertiefen könnte andernfalls käme sich auch nicht auf die Idee mit anderen Männern näheren Kontakt aufzunehmen.
Wenn du sie auf die Chatverläufe ansprechen- und eine Erklärung haben möchtest dann tu es. In meinen Augen ist das nicht mehr notwendig da sie dir bereits in ihren Taten zeigt, dass es für mehr nicht reicht. Du musst mit deinen eigenen Vorstellungen von Beziehung abgleichen ob dir das was sie bereit ist zu geben für dich ausreichend ist oder nicht.


Danke für Deine Antwort!
Ich habe das im ersten Abschnitt meines Textes wohl etwas zu knapp beschrieben, dass diese guten Zeiten (wie darunter beschrieben) nicht eben nur am Anfang gehalten haben, sondern nahezu die gesamte Zeit durch. Umso geschockter war ich eben, als sich dieser schnelle Wandel vollzog. Ich glaube eben doch, aufgrund der vielen tollen Zeiten (es waren wirklich viele Momente, Erlebnisse und Ereignisse, auch auf intellektueller Ebene), dass es mehr als nur oberflächliches Kennenlernen war.

Zitat von UnglücklicherXX:
Aber zur Dir: Es tut mir Leid, dass Du das durchmachen musstest. Als kleine Lehre würde ich daraus ziehen, dass die Eigenschaft "Liebevoll" nicht unbedingt bedeutet, dass der andere sich nur monogam auf Dich fokussiert. Gerade promiske Männer sind oft sehr liebevoll, sind aber trotzdem gerne für was Neues offen. Bei Frauen kommt das wohl etwas seltener vor, aber eben manchmal auch. Du kannst so jemanden im Wesentlichen nicht ändern, jedenfalls nicht kurzfristig (langfristig werden sich die Hormone eventuell mal beruhigen). Meiner Meinung nach muss man den anderen dann akzeptieren wie er ist - und damit auch, dass Beziehungen ggf. nicht von Dauer sind und sich der Partner auch noch für andere interessiert - oder sich jemand anderen suchen. Wenn man verliebt ist, wird man das nicht gerne hören, aber so ist es halt.


Danke für Dein Mitgefühl in der Sache.
Der Ansatz mit der promisken Frau klingt nach einem neuen Weg zur Recherche für mich - danke für den Anstoß.

Zitat von frechdachs1:
Du hast nunmal etwas gelesen, was dich verunsichert, also sprich es an. Nichts sagen und Andeutungen machen bringt nichts. In einer Beziehung ist Offenheit und Ehrlichkeit ein wichtiger Punkt. Also sag ihr offen was du denkst.


Das ist, was in mir vorgeht. Transparenz, Ehrlichkeit, Gleichwissen - für mich extrem wichtige Merkmale in einer Beziehung. Einzig das "wie sage ich es ihr" finde ich schwierig. Ich möchte nicht, dass sie direkt danach dicht macht, und ich schlussendlich nur meine Nachricht abladen konnte, aber nichts daraus resultiert. Die Dame ist recht temperamentvoll (ist aber süß )

18.02.2019 13:51 • #5


frechdachs1

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Zitat von Karl_Martell:
Das ist, was in mir vorgeht. Transparenz, Ehrlichkeit, Gleichwissen - für mich extrem wichtige Merkmale in einer Beziehung. Einzig das "wie sage ich es ihr" finde ich schwierig. Ich möchte nicht, dass sie direkt danach dicht macht, und ich schlussendlich nur meine Nachricht abladen konnte, aber nichts daraus resultiert. Die Dame ist recht temperamentvoll (ist aber süß )


Das sind wir alle Einfach raus mit der Sprache. Sonst wird es ja nicht besser. Sag ihr das du Antworten wolltest und du dann eben nachgesehen hast. Hilft ja nix, so ist es ja nun mal. Wenn sie dir dann Vertrauensbruch vorwirft, könnt ihr auf die berühmte Suche nach dem Huhn oder Ei gehen. Welcher Vertrauensbruch war zu erst da?

18.02.2019 14:36 • x 3 #6


Karl_Martell


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Zitat von frechdachs1:
Das sind wir alle Einfach raus mit der Sprache. Sonst wird es ja nicht besser. Sag ihr das du Antworten wolltest und du dann eben nachgesehen hast. Hilft ja nix, so ist es ja nun mal. Wenn sie dir dann Vertrauensbruch vorwirft, könnt ihr auf die berühmte Suche nach dem Huhn oder Ei gehen. Welcher Vertrauensbruch war zu erst da?


Ob Du das glaubst oder nicht: Ich habe echt schon daran gedacht einen Deal "Vertrauen gegen Vertrauen, Du sagst 1 Ding, ich sag 1 Ding" auszuhandeln. Ich weiß gar nicht, ob ich das lächerlich oder genial finden soll.. Huhn und Ei eben. Danke

18.02.2019 14:40 • #7


Kummerkasten007

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Zitat von Karl_Martell:
Aus mehreren Gründen (Beruf, Familie (Eltern und Co.), eigener Gesundheit) habe ich Ab ca. 2 Monate vor Ende der Beziehung (übrigens erst wenige Tage her) - auch für mich merklich - emotionale Distanz aufgebaut. Ich musste einfach meine Emotionen an anderen Stellen einsetzen (ja, klingt rational, habe aber gerade keine andere Umschreibung dafür).


Du beschreibst die Beziehung wie einen Sachartikel in der Apotheken Rundschau.

Wenn man Probleme, Sorgen oder sonst was hat, und diese nicht mit dem Partner teilt - wofür brauche ich dann eine Beziehung?

Hast Du mit ihr schon mal über Heiraten + Kinder gesprochen? Wie alt ist sie? Wie liefen Deine und ihre Beziehungen bisher ab?

18.02.2019 14:42 • #8


frechdachs1

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Zitat von Karl_Martell:
Ob Du das glaubst oder nicht: Ich habe echt schon daran gedacht einen Deal "Vertrauen gegen Vertrauen, Du sagst 1 Ding, ich sag 1 Ding" auszuhandeln. Ich weiß gar nicht, ob ich das lächerlich oder genial finden soll.. Huhn und Ei eben. Danke


Blöd nur wenn sie dir dann was anderes erzählt. Dann wirds schwierig

18.02.2019 14:43 • x 1 #9


machtlos

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Ich kann Dir nur den Rat geben, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Das schreibst mehrfach, am Anfang der Beziehung haben wir dies, das und jenes gemacht, getan und was auch immer....

Ich bin der Meinung, dass man nach elf Monaten noch immer in der Anfangszeit ist. Da sollte der Himmel noch voller Geigen hängen. Für Dich ist es wohl auch so.

Für sie anscheinend nicht, denn sonst hätte sie überhaupt keinen Kopf dafür, mit einem anderen Mann zu flirten. Irgend etwas fehlte ihr halt. Und jetzt mag sie es nicht zugeben, weil sie feige ist.
Ich denke, diese Beziehung zu idealisieren, wäre falsch, da sie anscheinend nur einseitig toll war.

Ich an Deiner Stelle würde meine Wunden *beep* und sie aus meinem Kopf löschen.

Beste Grüße,
Jens

18.02.2019 15:10 • x 3 #10


Karl_Martell


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Zitat von Kummerkasten007:
Du beschreibst die Beziehung wie einen Sachartikel in der Apotheken Rundschau.


Tatsächlich ist das ein Problem, das ich bei mir suche und gegen das ich schon seit längerem angehe. Manche würden es als empathielos oder emotionskalt beschreiben (hat man in der Vergangenheit auch schon). Mein Gedanke dahinter ist allerdings, die Lage so differenziert wie möglich zu beschreiben. Ich arbeite dran.

Zitat von Kummerkasten007:
Wenn man Probleme, Sorgen oder sonst was hat, und diese nicht mit dem Partner teilt - wofür brauche ich dann eine Beziehung?


Das habe ich womöglich unzureichend erklärt. Wir haben all das miteinander geteilt. Julia wusste zu jeder Zeit, wann welcher Berg zur Arbeit anstand und war, soweit sie konnte, auch involviert. Das meiste spielte sich halt in meinem, also wirklich meinem eigenen Teil des Lebens ab.

Zitat von Kummerkasten007:
Hast Du mit ihr schon mal über Heiraten + Kinder gesprochen? Wie alt ist sie? Wie liefen Deine und ihre Beziehungen bisher ab?


Ja, zu Beginn (3-4 Monate nach Start der Beziehung) eher locker und mit Humor. Dann aber konkreter. Die Frage ging von ihr aus, ich bin jedoch (anfangs verhalten) im Lauf der Zeit offen gegenüber dieser Optionen gewesen und es gab hauchfeine Ansätze von gemeinsamen Plänen in die Richtung.

Julia ist 30 Jahre alt (ich bin 38).

Meine Beziehungen verliefen teilweise mal linear nach unten. Die ersten 4-6 Wochen waren toll, dann begann ich mich zurückzuziehen. Es gab aber auch andere Beziehungen. 5 Jahre beide glücklich, 4 Jahre beide glücklich.

Für das von Dir zuerst angesprochene Problem (für mich war und ist es, angesichts dessen, dass es Menschen auffällt) und für diesen linearen Abfall in Ex-Beziehungen habe ich vor einiger Zeit bereits Maßnahmen ergriffen und bin guter Dinge, durch Aufarbeitung hier stetig weiterzukommen.

18.02.2019 16:24 • #11


Kummerkasten007

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Zitat von Karl_Martell:
Die Frage ging von ihr aus, ich bin jedoch (anfangs verhalten) im Lauf der Zeit offen gegenüber dieser Optionen gewesen und es gab hauchfeine Ansätze von gemeinsamen Plänen in die Richtung.


Mit 30 beginnt bei den meisten Frauen die biologische Uhr zu ticken. Von daher gehe ich mal davon aus, dass Du als potentieller Vater bereits ausgeschieden bist, da aus dieser Richtung wohl eher nichts von Dir gekommen ist (klare Äußerung, keine verhaltenen Ansätze).

Zitat von Karl_Martell:
Das meiste spielte sich halt in meinem, also wirklich meinem eigenen Teil des Lebens ab.


Das verstehe ich nicht. Ich versuche es mal durchzuspielen:

Ich habe ein Problem, z.B. mit einer Familie. Das bedrückt mich oder macht Streß. Aber ich habe jemanden an meiner Seite, der mir zuhört und bei dem ich aufladen kann. Das geht aber nur, wenn ich mich emotional nicht verschließe.

Es gab doch bereits Diskussionen, dass ihr was fehlt. Warum konterst Du diese mit sachlichen Gründen? Und vor allem, was ist ein sachlicher Grund, die Bedürfnisse des anderen abzuschlagen?


Es kann nämlich auch gut sein, dass Deine und ihr Bedürfnis, wie eine Beziehung bestenfalls auszusehen hat, einfach nicht passen.

18.02.2019 17:42 • #12


6rama9

6rama9

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Zitat von Karl_Martell:
Von "Kälte" oder übermäßiger Distanz würde ich daher nicht sprechen wollen. Wir haben darüber auch einige Diskussionen gehabt, in denen ich [natürlich] immer einen sachlichen Grund hatte.

Aus mehreren Gründen (Beruf, Familie (Eltern und Co.), eigener Gesundheit) habe ich Ab ca. 2 Monate vor Ende der Beziehung (übrigens erst wenige Tage her) - auch für mich merklich - emotionale Distanz aufgebaut. Ich musste einfach meine Emotionen an anderen Stellen einsetzen (ja, klingt rational, habe aber gerade keine andere Umschreibung dafür). Das bedeutete nicht, dass wir uns körperlich nicht mehr nahe waren. Jedoch: S. und dergleichen blieb aus. Weil wir uns in diesen acht Wochen trotzdem gut verstanden, keinen Streit hatten, und uns in diversen Situationen ergänzten, war das [vermeintlich] in Ordnung für sie.

Wer emotionale Distanz in einer Beziehung aufbaut, muss sich nicht wundern, wenn sie zerbricht. Lern was draus und vernachlässige deine nächste Freundin nicht genauso. Im übrigen kommst du mir sehr hölzern und unempathisch rüber: Wer sachliche Argument wegen fehlender Nähe anführt, hat die eigentlich Bedeutung von emotionaler Nähe nicht recht verstanden.

18.02.2019 19:10 • #13


Dieneue

Ich hab deine Geschichte gelesen und bei dem Wort "Love Bomber" bin ich regelrecht zusammengezuckt.
Deine Freundin Julia ist meines Erachtens auf so einen Love-Bomber hereingefallen.
Wie du ja selbst sagst, ist sie ein emotionaler Mensch. Also das perfekte Opfer.
Du darfst den Kontakt zu ihr nicht abbrechen. Der Typ wird sie einlullen bis sie emotional kaputt und abhängig ist.

Kurz zu meiner Geschichte, damit du verstehst warum ich schreibe !

Mein neuer Partner entfernte sich emotional von mir, obwohl wir eine echt schöne Zeit hatten. Ich hatte daraufhin recherchiert und wollte wissen warum. Alle Männer durchlaufen innerhalb einer Beziehung immer mal wieder eine Phase der Distanz. So hatte ich es gelesen. (Stichwort: Martin von Bergen) Nicht schlimm. Einfach zulassen.
Dann aber traf mich meine Erkenntnis wie ein Fausthieb!
Ich hatte mich auf einen Love Bomber eingelassen. Alle Merkwürdigkeiten passten.
Es fing, wie du auch sagtest, flirty im Chat an und wurde immer mehr. Er hatte mich noch nicht mal gesehen und sprach schon von großer Liebe. Dann ging alles rasant schnell. Er wollte zusammenziehen....überschüttet mich mit Komplimenten, Geschenken und Zuneigung. Dann fiel die Maske und er wurde zunehmend aggresiver. Terrorisierte mich regelrecht.....

BITTE sprich mit deiner Freundin. Sag ihr, dass du davon weißt.
Wenn du sie liebst, musst du sie unbedingt vor diesem Typen schützen. Er macht sie emotional abhängig und kaputt.

Vielleicht hast du das Vertrauen mit dem Handy missbraucht, aber man kann Vertrauen auch wieder gewinnen.
Gebt euch eine zweite Chance.

14.03.2019 14:23 • #14


unregistriert

unregistriert

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Zitat von Dieneue:
BITTE sprich mit deiner Freundin. Sag ihr, dass du davon weißt.
Wenn du sie liebst, musst du sie unbedingt vor diesem Typen schützen. Er macht sie emotional abhängig und kaputt.


Das wird sie ja kaum ernst nehmen, sondern denken, er will einfach dazwischengrätschen, wie er kann.

14.03.2019 14:29 • #15




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