Amalthea
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Als stille Leserin habe ich mir hier schon einige Beiträge durchgelesen und bin ganz überrascht, wie lieb sich hier umeinander gekümmert wird. Deshalb möchte auch ich hier so kurz wie möglich meine Geschichte niederschreiben (leider ist sie dennoch sehr lang geworden
Ich bin 21 Jahre als, mein Ex-Freund ebenso. 2 Jahre hat diese zermürbende Beziehung gedauert, vor knapp 4 Wochen habe ich diese beendet. Aber ich komme kaum damit klar. Es war eine Fernbeziehung, ca. 100 km, an den meisten Wochenenden haben wir uns getroffen.
Ich glaube, dass ich ihn wirklich sehr geliebt habe und das immer noch tue. Ich bin mir nicht sicher, weil ich nicht verstehen kann, wie man einen Menschen so abgöttisch lieben kann, obwohl er einen so oft verletzt hat.
Ich hatte schon immer große Probleme mit Eifersucht, Verlustangst, Distanz und Vertrauen. Mir ist Nähe sehr wichtig, gemeinsamer Alltag, sich offen alles sagen können und immer ehrlich zueinander sein. Und dann ist da mein Ex, dem die Distanz und das wenige Sehen nichts ausgemacht haben und der es mit der Ehrlichkeit nicht sehr ernst genommen hat. Seine erste Lüge kam, als ich dummerweise (es war ein großer Fehler) von ihm forderte, den Kontakt zu einem Mädchen abzubrechen. Das war ca. 4 Monate nachdem wir zusammengekommen sind. Es war für ihn eine sehr gute Chatfreundschaft, sie haben sich über alles ausgetauscht, über Intimitäten (ihre Brüste, seine s.uellen Vorlieben, UNSER Sexleben) und über alltägliche Dinge. Von früh bis spät, inklusive "guten Morgen" und "gute Nacht". Ich bin damit nicht klar gekommen... Ich schämte mich sehr für meine Eifersucht, weil er immer beteuerte, dass sie nur eine gute Freundin sei. Die Lüge ist 3 Monate später aufgeflogen, als ich bei einer guten Gelegenheit heimlich in sein Handy geguckt habe, weil er es ständig unter Verschluss gehalten hat. Ich misstraute ihm deswegen. Und mein Verdacht hatte sich bestätigt, er führte den Kontakt mit diesem Mädchen hinter meinem Rücken fort. Als ich ihn dann direkt gefragt hatte, ob er noch mit ihr kommuniziert, sagte er natürlich "nein". Von da an war mein Vertrauen ihm gegenüber so ziemlich zerstört, aber ich konnte ihn nicht gehen lassen. Er hat sich tausend mal entschuldigt.
Der weitere Beziehungsverlauf war sehr wechselhaft. Er wurde begleitet von meiner Eifersucht, ich habe sehr geklammert. Er wollte nicht sehr viel Zeit mit mir verbringen, ich dagegen fuhr immer zu ihm, wenn ich schulisch nicht gerade eingespannt war. Er bevorzugte seine Freunde, ich vernachlässigte meine. Ich habe mein Leben nach ihm ausgerichtet, wollte so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. Deshalb unternahm ich zum Ende hin mehr mit ihm und seinen Freunden statt mit meinen. Mich wollte er so selten wie möglich besuchen, er meinte, er fühlt sich nicht sonderlich wohl bei mir zu Hause, weil er seine Familie und Freunde nicht um sich rum hat. Ich solle doch lieber mal ein Wochenende zu Hause bleiben, wenn ich mit meinen Freunden etwas unternehmen möchte. Das hielt ich jedoch nicht aus, ich habe ihn schrecklich vermisst... Auch war er jemand, der wirklich gerne weggegangen ist und diverse Clubs besucht hat, ich dagegen habe schon immer diese Anstalten gemieden so gut es nur ging. Ich fragte mich immer: Wenn man nicht gerne tanzt (tut er nicht) und die Musik dort nicht mag (er mochte sie nicht sonderlich), was hat man dann in diesen Clubs zu suchen als vergebener Mensch? Jedes mal habe ich gelitten, wenn er mir deswegen abgesagt hat oder es wieder mal hieß: "Heute gehe ich mit meinen Jungs feiern." (Gegen Bartouren hatte ich übrigens nichts. Dorthin geht man, wenn man sich mit seinen Freunden unterhalten und etwas trinken möchte. In Discos kann man sich meiner Meinung nach jedoch kaum unterhalten, da der Lautstärkepegel viel zu hoch ist.
Es gab unzählige Dinge, die mich zermürbt haben. Er hat sich weniger für mich interessiert als ich mich für ihn. Wenn ich auf Abschlussfahrt war, kamen kaum bis keine Nachfragen wie es war, was ich dort gemacht habe. Ich dagegen wollte von seinen Erlebnissen jedes Detail wissen, weil es mich einfach interessiert hat was ihm Spaß macht, was er tolles erlebt hat. Das nächste Problem war, dass er zwar sehr kommunikativ war (deshalb auch relativ viel Kontakt zum anderen Geschlecht hatte, was mich ebenfalls teilweise zittern lassen hat), zu mir aber nie nette Worte sagen konnte. Kein "ich liebe dich", kein "du fehlst mir", kein "ich brauche dich", keine Komplimente. Als ich ihn nach 6 Monaten Beziehung das erste Mal fragte, ob er mich denn liebt, wusste er keine Antwort. Nachdem ich jedoch in Tränen ausgebrochen bin und eine Erklärung wollte, riss er sich zusammen und beteuerte von da an, dass ich mir keine Sorgen machen müsste und er mich wirklich lieben würde. Nur eben auf eine andere Weise als ich. Dennoch fehlten mir liebe Worte so sehr... Vor allem unter der Woche, als wir uns nicht sehen konnten.
Er meinte irgendwann nach vielen Streitereien (meistens wegen meiner Eifersucht), dass er sich keine Zukunft mit mir vorstellen könnte. Dennoch blieben wir zusammen und hatten sogar vor, irgendwann zusammenzuziehen.
Was meine Eifersucht sehr verschlimmert hat, war auch die Tatsache, dass er reges Interesse an anderen Frauen hatte. Er nutzte jede Gelegenheit, um schönen Frauen hinterherzusehen, teilweise starrte er Bedienungen so lange an, bis ich ihn darauf angesprochen habe. Er suchte auch in Facebook ständig nach anderen hübschen Mädchen aus seiner Uni, um ihre Profile durchgucken zu können. Ich hatte das Gefühl, er würde Ausschau nach einer anderen halten. Sex war für ihn generell das Thema Nr. 1, das merkte ich vor allem an seinen Gesprächen mit seinen Freunden. Aber auch an seiner Vorliebe für gewisse P. (er hatte einen fe.), die er meiner Meinung nach etwas zu exzessiv konsumiert hat (2-3 mal die Woche je eine Stunde lang), was mich ebenfalls sehr belastet hat.
Daneben war er auch sehr egoistisch. Er ließ mich nach einer Feier im Winter lieber in der Kälte heimgehen, anstatt einen kurzen Anruf bei seinen Eltern zu tätigen, die es angeboten haben uns zu holen, weil IHM die Kälte schließlich nichts ausmacht. Selbst seine Freunde haben da den Kopf geschüttelt. Solche Dinge sind ständig vorgekommen, er hat sie zwar eingesehen, aber trotzdem immer fortgeführt.
In den letzten Monaten unserer Beziehung wollte ich mit ihm in den Urlaub fliegen, er dagegen hatte Zweifel, wollte nicht so viel Geld ausgeben für einen Urlaub mit mir. Hatte keine Lust darauf, dass ich eifersüchtig werden würde, wenn er wieder mal irgendwelchen Mädchen hinterhersieht. Wobei ich das durchaus dulde, wenn es sich im Rahmen hält und man einen Blick riskiert. Ich musste ihn förmlich mit einer Pro- und Contra-Liste davon überzeugen, dass ein Urlaub mit mir eine wunderschöne Sache ist und sich das Geld wirklich lohnt. Er hat zugesagt, aber es scheiterte wieder an der Planung, weil wir uns nicht wirklich einigen konnten. Er bezeichnete meinen Wunsch, für mindestens 11 Tage zu fliegen als übertrieben, da ihm 7 Tage viel lieber wären. Am Ende haben wir's dabei belassen... Ich war sehr traurig, ihm war's jedoch recht.
Ich könnte diesen Text theoretisch beliebig oft fortführen. Doch trotz der vielen negativen Dinge komme ich nicht von ihm los. Er ist wie eine Dro. für mich. Ich liebe seinen Duft, seine Berührungen, sein Lächeln, seine Augen. Seine Nähe ist Balsam für meine Seele, sein Humor mein Lebenselixier. Wir hatten in dieser Zeit trotz dieser vielen Auseinandersetzungen viele schöne Erlebnisse, haben viel gemeinsam gelacht, hatten wunderbaren Sex. Ich war überglücklich, weil er mich trotz meiner großen Eifersucht nie aufgegeben hat, über Internet auch immer für mich erreichbar war (Whatsapp) und viel mit mir kommuniziert hat, diskutiert hat. Zur Trennung kam es, weil er mich erneut angelogen hat wegen einem Mädchen. Dieses Mädchen war wieder einmal ein Dorn in meinem Auge, weil er mir damals erzählt hat wie unglaublich scharf er sie findet. Irgendwann habe ich einen Text von ihm an seinen Kumpel entdeckt, wo er darüber gescherzt hat, dass er gerne einen BJ von ihr hätte. Ich war unglaublich wütend und verletzt, meine Eifersucht brachte mich mal wieder fast um. Ich wollte also seinen Dialog mit ihr durchlesen um zu gucken, wie er mit ihr schreibt. Eigentlich vollkommen normal, nur etwas arg nett und bemüht. Ich bat ihn also, ihr nicht mehr so oft zu schreiben und diese Schleimereien sein zu lassen. Er nahm es jedoch nicht ernst. Ich fand letztendlich heraus, dass er mit ihr schrieb, telefonierte und die Beweise dafür + den Dialog gelöscht hat. Als ich ihn darauf ansprach, log er mich so lange an, bis ich ihn in Bedrängnis brachte und er es zugeben musste. Ich fühlte mich also gezwungen Schluss zu machen, nicht, weil ich etwas dagegen hatte, dass er normal mit ihr Kontakt hatte und wegen Schulunterlagen mit ihr telefonierte, sondern weil er mich schon wieder angelogen hat. Dabei wäre das überhaupt nicht schlimm gewesen. Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich daran denke.
Und nun kann ich meine Gedanken kaum sammeln oder ordnen, ich bin verwirrt, hasse mich selbst dafür so eifersüchtig gewesen zu sein und ihn so eingeengt zu haben. Denn wie er schon sagte, er hat mich nur angelogen, weil er Angst hatte, dass ich sonst wieder Stress mache. Ich habe so eine Angst, dass sich dieses Verhalten in meinem weiteren Leben fortsetzt. Dass nicht ER Schuld an meiner Eifersucht ist, sondern ICH allein. Dabei wollte ich doch einfach nur Ehrlichkeit, Offenheit und Nähe. Naja, Ende der Geschichte: Ich flehte ihn an um mich zu kämpfen, war dennoch sehr hart zu ihm damit er sieht, dass ich es diesmal ernst meine und eine Änderung will. Er jedoch meint nun, dass ich ihm zu verstehen gegeben habe, dass es endgültig ist, dass ich beim Schluss machen zu hart war (hab ihn leider mit Worten beleidigt vor lauter Wut, was mir sehr leid tut) und er der Meinung ist, dass es sich nicht lohnt wirklich zu kämpfen. Außer ich sehe meine Schuld ein und ändere mich in Bezug auf meine Eifersucht, lasse ihn seine Freiheiten haben. Nur dann lässt er sich erneut auf eine Beziehung mit mir ein. Ich habe abgelehnt, habe aber dennoch immer gehofft, dass er kämpfen würde (Und ja, ich sehe meine Mitschuld ein, aber bin dennoch tief im Inneren der Meinung, dass er meine negativen Eigenschaften nur angetrieben hat und die Hauptschuld trägt und deshalb um uns kämpfen müsste). Tut er aber nicht und wird er auch nicht tun. Das einzige, was er mir seit Wochen versucht zu erklären ist, dass er sich jetzt erst einmal ausprobieren möchte, er will sehen, ob ein anderes Mädchen vielleicht besser zu ihm passt. Und wenn es nicht der Fall ist, dann erst wird er um mich kämpfen. Dieser Vorschlag hat mich so dermaßen verletzt und ich habe wieder abgelehnt. Ich weiß einfach nicht was ich davon halten soll. Habe jedoch Angst dies zu bereuen.
Es tut mir sehr leid, dass dieser Text so unglaublich lang geworden ist. Ich wusste nur nicht, wie ich meine verwirrenden Gedanken bündeln sollte. Ich habe so Angst ihn komplett loszulassen. Die Hoffnung, dass er in ein paar Monaten vielleicht doch noch um uns kämpfen wird, lässt mich nicht schlafen. Ich denke ständig nur an ihn und erinnere mich an die vielen schönen Erlebnisse die wir hatten. Egal wo ich hingehe, wenn ich mit ihm an diesem Ort bereits gewesen bin, kommt die Trauer sofort und extrem hoch. Soll ich vielleicht doch nicht so stur sein und nachgeben, MICH für ihn ändern und IHM seine Freiheiten lassen? Oder ihn loslassen, weil er mich nur wieder verletzen würde? Vielleicht habt ihr einen Rat für mich
Danke, falls ihr bis hier her gelesen habt. Ich wäre für jede Antwort dankbar!
