Zitat von Nordberliner: Zusätzlich scheinst Du wenig tolerant gegenüber anderen Meinungen zu sein,aber das ist normal für solche Menschen.
Es geht nicht um Toleranz um Meinungen sondern um die Darstellung von Fakten und den daraus folgenden Konsequenzen.
Wenn ich lese, dass jemand tiefe Einblicke in ein Thema hat, weil beruflich da Einblicke sind, lehrt mich die Erfahrung, dass Andeutungen nichts als Geschwätz sind. Gedeckt von der Meinungsfreiheit.
Weiterhin ist es so, so, dass es darauf ankommt Fakten zu erkennen, und sie einzuordnen. Als Chemiker ist das Teil meiner Ausbildung.
Kommen wir auf diesen Disput zurück:
Deine Behauptung: die Pharmaindustrie entwickelt Medikamente, die nicht heilen.
Weil damit das Geschäft aufrecht erhalten wird.
Soweit eine Meinung. Aber es ist als Tatsache formuliert worden. Gesetz den Fall es wäre wahr, dann müsste es dafür Belege geben. Wurden von dir nicht genannt. Stattdessen ein Vergleich zur Rüstungsindustrie, deren Interesse es ebenfalls wäre, dass kriege geführt werden.
Nun, letztlich verdient die Rüstungsindustrie daran, dass Waffen gekauft werden, aktive kriege sind dazu nicht unbedingt notwendig.
Aber das ist auch kein Beleg für die Meinungsäußerung das Interesse liegt nicht in der Heilung von Patienten.
Nun ein paar Fakten
Tatsache ist, eines der Zulassungskriterien für ein Medikament ist tatsächlich der Wirkungsnachweis. Es muss also eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben.
Weiterhin ist es Fakt, dass die Wirksamkeit und eine Schadwirkung Hand in Hand gehen. Es gibt immer Nebenwirkungen. Nun gilt es also letztlich um einen Kompromiss. Solange die positive Wirkung die Nebenwirkung überwiegt, spricht nichts gegen das Verschreiben. Nur wenn die Nebenwirkung im allgemeinen nicht mehr akzeptabel sind, sollte ein Medikament vom Markt genommen werden.
Jetzt stellt sich die Frage, wann das so ist und wann es individuelle Nebenwirkungen sind. Dazu bleiben nur unscharfe, statistische Auswertungen.
Es geht nicht anders.
Und erst im Feld findet man größere Statistik. Nun könnte man fordern dass diese Statistik im Vorfeld mittels Probanden zu führen ist. Aber das funktioniert nicht, da es manchmal mehrere 10 tausend Patienten braucht.
Und dann hat man überhaupt die Chance, etwas zu erkennen.
Sowohl bei Contergan wie auch bei lipobay hat es ein bisschen gebraucht, um Zusammenhänge zu erkennen.
Zum Beispiel bei Contergan ist es ein winziges Zeitfenster, wo überhaupt eine schädliche Wirkung existiert. Vorher nachher ist es genauso gut verträglich wie für nicht Schwangere.
Contergan hat übrigens wie auch blaue Pille eine erwünschte Nebenwirkung.
Und bei lipobay ist die Ursache eine Wechselwirkung. Eine, bei tausenden von Medikamenten der Kombination so unendlich groß ist, dass man seltene Wechselwirkungen nur erkennen kann.
Lange Rede, der Skandal von lipobay war kein Skandal, sondern herbei geredet.
Das Argument dazu: es hat sich heraus gestellt, dass die totliche Nebenwirkung nur auf eine Wechselwirkung basiert und auch das nur super selten.
Also ist die Aussage, man habe Milliarden auf Kosten der Patienten verdient nicht zu halten.
Die Frage nach der Motivation bleibt ebenfalls offen, entweder war tatsächlich die drohende Klage der Grund, oder aber eine Sicherheits Entscheidung weil das Risiko NH EU bewertet wurde. Beide Motivationen sind valide Gründe.