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Ehemaliger User
Gast
[quote author=MonikavB link=board=allgemeines&num=996622327&start=45#59 date=09/19/01 um 13:43:32]
Liebe Monika,
deine Zeilen sind mir so nahe gegangen, ich konnte mich wirklich in jedem einzelnen Buchstaben wiederfinden. Wie lange bist du getrennt von deinem geliebten Menschen?
>Ich suche seit einiger Zeit den Knopf, um meine Gefühle für meinen geliebten EX auszuschalten.
Wo ist der?<
Auf diese Frage finde ich auch nach acht Monaten immer noch keine Antwort. Ich glaube, wir sind sehr emotionale Menschen und deshalb werden wir diesen Knopf nie finden. Wir können lediglich die Intensität der Gefühle beeinflussen aber sie nie ganz abstellen. Einerseits gut, da es zeigt, dass wir sensible Menschen sind, andererseits eine unbeschreibliche Last.
>Auch denken tut mit der Zeit sehr weh.<
Ja es tut sehr weh und vor allem wenn man sich noch so sehr bemüht, mal einen Augenblick nicht an den verlorenen Menschen zu denken und es einfach nicht schafft.
>Diese Traurigkeit, die nicht weniger wird.<
Mir macht es oft Angst, auch nach 8 Monaten immer nur an die Trennung zu denken und den Verlust des geliebten Menschen zu betrauern und im Prinzip den Tag vertrauern und sich zu nichts mehr überwinden zu können, außer sich immer nur zu bedauern, zu trauern und es einfach nicht schaffen, ein neues Leben zu beginnen. Wie abhängig muss ich von ihm gewesen sein dass ich meine gesamte Existenz mit diesen einen Menschen verknüpfe. Wie gering muss mein Selbstwertgefühl sein?
>Das Einzige was bleibt, ist die Erinnerung. Und diese tut sehr weh. Sie tut immer wieder neu weh.<
Ich habe heute einfach nur ein wenig aufgeräumt und prompt fielen mir zwei wunderschöne Erinnerungsstücke in die Hände. Sofort war es wieder vorbei mit meinen guten Vorsätzen, ich saß einfach nur da und vor meinen Augen liefen die Szenen ab, die sich mit diesen Erinnerungsstücken verbinden.
>Das Schlechte gerät in den Hintergrund, die guten und schönen Sachen, an die erinnert man sich und diese tuen weh......<
Auch ich idealisiere alles was mit unserer Beziehung zu tun hat. Seine schlechten Charaktereigenschaften verdränge ich einfach, so als ob es diese nie gegeben hätte. Aber es gab sie und ich möchte deshalb Wut verspüren. Es geht nicht.
>Ich funktioniere im Moment auch nur. <
Morgens aufstehen, zur Arbeit, nach "Hause" kommen, aufräumen, putzen, essen, fernsehen, grübeln. Wofür eigentlich noch? Wofür noch funktionieren? Ich verfluche jeden verdammten Tag, es ist ein schei., aber ich bedauere mich lieber als den Neuanfang zu suchen. Oder vielleicht ist es auch einfach nur Resignation, mit der Welt und dem Leben abgeschlossen.
>Ich habe mir vorgenommen, mich nach aussen hin, nicht hängen zu lassen. Das versuche ich.<
Das versuche ich auch und es gelingt mir auch. Darauf bin ich schon ganz schön stolz.
>Manchmal laufen mir Tränen übers Gesicht. Sollen sie. Ich kann leider auch dieses Gefühl nicht abstellen.<
Es ist das einzige Ventil, dass wir nutzen können und ich tue es auch. Immer wieder, wenn es garnicht mehr weiterzugehen scheint.
Ich suche immer und immer wieder im Internet nach irgendeiner Spur von ihm, nach irgendeinem Lebenszeichen, nach einer Telefonnummer, einer Adresse, einer e-mail- Adresse, aber ich finde nichts.
Andererseits auch gut.
Ich möchte endlich die Tore zu meinem Herzen wieder ganz weit aufreissen, all den Schmerz und die Trauer mit einem gewaltigen Schrei aus mir herausströmen lassen und mich dann erschöpft fallen lassen, ich möchte endlich meine verkrampften Hände öffnen und ihn loslassen, gehen lassen. Und ich möchte endlich aufwachen, aus dem Fenster schauen, lächeln und den neuen Tag wie ein neues Leben begrüßen. Aber dieser Tag wird kommen. Wenn nicht morgen dann vielleicht übermorgen oder nächste Woche oder was weiß ich wann. Aber ich gebe die Hoffnung einfach nicht auf diesen Tag zu erleben. Seid umarmt
Lukas