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Mein Kampf der Gefühle nach Trennung

St_Jappi

St_Jappi

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Ich sitze vor meinem Computer, der Cursor blinkt. Die Gedanken und Gefühle spielen mal wieder verrückt. Nun heißt es, wie bring ich sie geordnet und verständlich auf den Bildschirm, ohne den Eindruck zu vermitteln, man suhlt sich im Selbstmitleid. Ein wenig mag das so wirken, doch eigentlich hofft man auf tröstende Worte die einem den Seelisch körperlichen Schmerz für einen Moment vergessen lassen. Niemand ist da der sie aussprechen könnte.
Viele gut gemeinte Ratschläge aus dem großen Netz der Welt habe ich mir schon angeschaut. Psychologen erklären, man sei nicht seine Gefühle und Gedanken. Auch mit den Schmerzen die sich bemerkbar machen und überall zu spüren sind soll sein Frieden durch genaues fühlen und annehmen gemacht werden.
Dafür gibt es fünf, sieben, oder gar zehn Tipps, die einem schneller die Erleichterung bringen. Luftblasen der Zukunft voller Pläne und Träume zerplatzen. Gedanken kreisen, dicke Wolken der letzten Wochen und Tage ziehen wie ein Gewitter auf.
Ich versuche sie aufzuhalten und weg zu schieben, doch dies läßt sich nur kurz bewerkstelligen. Sobald man damit aufhört sie durch Ablenkung jeglicher Art zu bekämpfen, ziehen sie sich wieder zusammen und scheinen einen zu erdrücken. Es raubt den schlaf, aus sorgenfreien acht Stunden werden nun quälende drei. Die Kräfte schwinden, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit auf alles sind die Folgen, sie lähmen. Ich funktioniere nur noch!
Ich hoffe die einzelnen Phasen der Trennung, wie sie beschrieben werden baldmöglichst zu durchlaufen um schnell eine Normalität zu erreichen und die wärmenden Strahlen der Sonne am Morgen die Wolken verjagen. Wie lange wird das dauern?

29.07.2022 22:48 • x 3 #1


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hi Japp, das Forum wird Dir sicher weiterhelfen können.

Von Deiner Beschreibung klingt das alles sehr verkopft. Ja, man kann zig tausende Internetseiten dazu lesen, die Trennungsphasen studieren, Gurus in anderen Foren finden, die Dir das Ex-Back versprechen. Man sollte halt dahinter schauen - und da hilft das Forum sehr weiter. Hier will auch keiner Geld, weil er sich mit Dir beschäftigt oder Dir einen Rat gibt. Auch ein großer Unterschied.
Gerade die Anfangszeit einer Trennung ist brutal. Das hängt auch mit den Hormonen zusammen. Wie ein Dro.g.en.süchtiger wirst Du auf Entzug gesetzt. Das schöne Dopamin ist weg - dafür ist das Cortisol in Deinen Körper gekommen. Und dieses Verlangen nach Dopamin spürst Du nun brutal.
Was hilft ist hier viel Sport, Ablenkung, aber auch die Gedanken bewusst zu und rauslassen. Dazu viel reden, sich austauschen und auch verstehen, dass es wieder besser wird. Aber das nimmt Zeit in Anspruch.

29.07.2022 22:54 • x 6 #2



Mein Kampf der Gefühle nach Trennung

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Unhinged

Unhinged


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@St_Jappi,

es dauert so lange, wie es dauert.

Für jede trübe Tasse individuell. Ich bin auch noch nicht klar. Aber viel besser als zu Beginn vor 3 Monaten. Es sickert so langsam ein, ohne dass es mich wegspült.
Und wenn ich mich in meinem Selbstmitleid nicht mehr ausstehen kann, verbiete ich mir selbiges
Klappt nicht irre lang, aber durchgehend Lappen sein, frisst zuviel Energie.

Es wird.

Und das Stöbern im Forum hilft. Mir zumindest.

29.07.2022 22:59 • x 5 #3


NoID


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Zitat von St_Jappi:
Ich sitze vor meinem Computer, der Cursor blinkt. Die Gedanken und Gefühle spielen mal wieder verrückt. Nun heißt es, wie bring ich sie geordnet ...

Ja die Welt ist hart für weichgeklopfte Romantiker. Seit meiner Trennung führte mich mein Gedankenkarussell wieder an Orte, die schon lange in Vergessenheit gerieten.
Es war auch Auslöser das ich mich sogar so extrem reflektiert habe, dass ich mich als Individuum komplett in Frage gestellt habe.
Vorgestern sagte meine Ex beim tippseln Wer bist Du? Was hast du mit Name angestellt? Ich mein das ernst!
Ich möchte nicht meine Partnerin zurück damit es so wird wie früher...
Ich möchte das es was neues und besseres wird.

30.07.2022 03:47 • x 3 #4


Isolde


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Es kann auch helfen, die Gefühle kommen zu lassen und durch sie hindurchzugehen, das war für mich allerdings die Königsdisziplin, aber hilfreich.

30.07.2022 08:00 • x 4 #5


NoID


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Zitat von Isolde:
Es kann auch helfen, die Gefühle kommen zu lassen und durch sie hindurchzugehen, das war für mich allerdings die Königsdisziplin, aber hilfreich. ...

Ich glaube das genau Das am besten hilft aber auch das schwerste ist, diesen Tsunami/ unbändigen Sturm an Gefühlen durch sich durch lassen.
Da fliessen Tränen beim Einkaufen, auf der Arbeit. Die Mitmenschen schauen verdutzt und ratlos vorallem wenn sagt, dass Alles i.O. sei (auch wrnn es in diesem Moment ganz und garnicht der Fall ist).

30.07.2022 10:38 • #6


Ampelmännchen

Ampelmännchen


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Die Gefühle wollen gefühlt werden...so scheint mir das manchmal. Es macht in meinen Augen auch keinen Sinn sie zu unterdrücken weil es letztlich vermutlich mehr schadet als gut tut. Die Seele will gehört werden, wenn man so will.
Man sollte nur aufpassen und sich dem nicht bis zum Bodensatz hingeben denn dann läuft man Gefahr und strudelt in Tiefen hinab aus denen es immer schwerer wird wieder aufzutauchen.
Mein Rat an TE: schaue nicht auf den Cursor und überlege wie du deine Gedanken strukturiert auf den Bildschirm drückst sondern siehe auf ein Blatt Papier und schreibe mit dem Stift.
Soll dem Hirn mehr helfen Gedanken zu verarbeiten.
Ansonsten schreibe hier natürlich rein was dich alles bewegt. Ist ein tolles Forum mit vielen Menschen, die ähnliches wie du erlebt haben und dir sicherlich vieles dazu schreiben können.
Viel Kraft und Geduld dir und sei vor allem gnädig mit dir. Die Zeit heilt alle Wunden. Ist ´ne olle Phrase aber sie stimmt halt auch und du kannst die Zeit aktiv beeinflussen in dem du dich auf andere Gedanken bringst und deinem Hirn damit Pausen gönnst.

30.07.2022 11:14 • x 2 #7


Isolde


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Das Gute ist, Gefühle kommen und ! gehen auch wieder. Sie wollen gefühlt werden, aber nicht durchgehend ist das auszuhalten. Da muss jeder sein eigenes Maß finden. Es hilft die Gedanken gezielt zu sich selber und nach vorne zu richten. Nach getaner Arbeit sich selbst belohnen, hilft noch mehr.

30.07.2022 11:18 • x 2 #8


tesa

tesa


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Mir hat meine Verkopftheit beim letzten Mal sehr geholfen. Ich wurde betrogen. Klassisch. Er hat sein Zeug gepackt und ist zu ihr gezogen.

Ich habe das 20 Jahre davor auch erlebt und mir geschworen, dass ich nie wieder so in den Abgrund stürze, wie damal.

Und daher hatte mein Kopf die Oberhand. Ich ging ganz pragmatisch vor. Was würde mir helfen? Laute Musik! Fröhliche Musik, die ich dank seiner Anwesenheit jahrelang nicht mehr gehört hatte. Ich zog mir Filme rein, die ich wegen ihm nicht gesehen hatte und freute mich, wieder Herr meiner Fernsehbedienung zu sein. Ich pflasterte alle Spiegel- und Wandflächen mit Klebezettel voll, um ständig vor Augen zu haben, was MIR an der Beziehung nicht gefallen hat.

Und ich meldete mich in einer Singlebörse an und hatte das große Glück von jemandem angeschrieben zu werden, der die Leere fühlte.

Im Nachhinein gesehen, habe ich es geschafft, meine Trauer extrem kurz zu halten. Und bin sehr froh darüber.

Es ist also ganz entscheidend, was der Trennungsgrund war.

30.07.2022 11:35 • x 3 #9


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Zitat von tesa:
Mir hat meine Verkopftheit beim letzten Mal sehr geholfen. Ich wurde betrogen. Klassisch. Er hat sein Zeug gepackt und ist zu ihr gezogen. Ich habe ...

Was hier im Forum echt toll ist, sind die individuellen Sichtweisen durch jedem sein erlebtem und viel wichtiger die Sichtweisen von Mann und Frau!
Weil wir ja wissen, das da echt heftige Diskrepanz herrscht.
Doch es giebt auch Männer mit sehr femininen Allüren und Damen mit einet sehr maskulinen Haltung der Dinge gegenüber...

30.07.2022 12:41 • x 2 #10



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