Zitat von Elerya:
Vor allen Dingen kopfüber hineinstürzen scheint mein Problem zu sein und immer zu glauben, dass er das jetzt endlich ist, der Mann fürs Leben. Habt ihr Tipps, wie ich das vermeiden und lernen kann?
Mit sagen meine früheren Partner nach, dass ich eher etwas zu distanziert bin und zu sehr bei mir. Aber du hast recht, wenn ich wen kennen lerne, mit dem es passt, glaube ich immer wieder gleich an die große Liebe.
Wir hatten das ja neulich schon in einem anderen Thread

was ich zu viel hab, hast Du wohl zu wenig ... es gehört zum Wachstumsprozess der Liebe bei Männern (!) dazu, dass die Frau in der Bindungsphase zögerlich ist, auch mal in die Distanz geht, sich nicht sicher ist, ihn zurückweist. Das hat die Natur so eingerichtet, und nur so wachsen bei Männern starke Liebesgefühle und nur so entsteht auch Bindung.
Es ist zwar einerseits richtig, dass er zu wenig "Drama" von Dir bekommen hat und offenbar jemand ist, der davon ganz viel braucht, um starke Liebesgefühle zu bekommen, aber dennoch glaube ich, dass Du unterm Strich zu wenig davon bietest. Also auch für "normale" Männer, denn Du hattest mal geschrieben, dass Du sehr oft starke Anziehung verspürst, und nun lese ich hier, dass Du Dich auch gleich kopfüber hineinstürzt und oft glaubst, dass
er das nun ist ...
Da fehlt Dir offenbar der Prozess der Prüfung, den halt auch Männer spüren müssen, um für eine Frau wirklich tiefe Gefühle zu entwickeln. Männer wollen das Gefühl haben, etwas "tun" zu müssen, um geliebt zu werden. Wenn eine Frau sie gleich von Anfang an einfach so liebt und nimmt, wie sie sind, ohne dass sie dafür nennenswert etwas leisten müssen, werden sie skeptisch. Sie vermuten dann große Bedürftigkeit bei der Frau und fühlen sich nicht mehr persönlich gemeint und damit auch nicht mehr geliebt. Zusammen mit Deiner relativ spürbaren emotionalen Distanziertheit (Gefühlsarmut?) den Männern gegenüber ergibt das natürlich ein schlechtes Klima, um starke Gefühle entstehen zu lassen.
Und jemand, der gerade aus einer emotionalen Achterbahn gestürzt ist und dann bei Dir in der gemütlichen Beziehungskutsche Platz nimmt, wird da sehr schnell ein Gefühlsdefizit entwickeln. Dafür kann er gar nichts, aber das, was er braucht, um Gefühle zu entwickeln, kannst Du ihm offenbar nicht bieten. Wenn Du selbst lieber eine gemütliche Beziehungskutsche fährst ohne große Hochs und Tiefs, dann wirst Du sicherlich jemanden finden, der genauso tickt. Und dem wird das dann auch reichen. Ich z.B. wäre mit so jemandem auch gnadenlos unterfordert, bei mir würden sich auch keine tiefen Gefühle einstellen. Ich brauch schon auch mehr Drama

und da ich ziemlich deutliche Grenzen habe, die ich in einer Beziehung dann auch konsequent aufweise, sorge ich meistens schon selbst dafür. Aber das Maß dessen, was der einzelne braucht, unterscheidet sich halt sehr stark, und das sollte dann eben schon passen, damit beide gleich stark Gefühle füreinander entwickeln können.