Zitat von Henne991:Das werde ich nicht. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt in meinem Leben wie die letzten 2 Wochen und möchte sowas eigentlich ungern nochmal ...
Wird noch deutlich schlimmer. Und die ersten drei/vier Monate Honeymoon kehren so nie mehr zurück. Dessen sollte man sich bewusst sein.
Man sollte aber auch die BL nicht dämonisieren. Erstens ist das Gegenüber auch nicht ohne Fehl und Tadel. Aber jeder, der mal eine On-Off-Geschichte hatte, an der er selbst auch nicht ganz unbeteiligt war, kann zumindest im Ansatz BL verstehen.
Jeder, der schonmal furchtbar verliebt war, und dem das dann Angst machte, jeder, dem schonmal die Hutschnur riss, jeder, der mit dem Partner aus dem Nichts heraus einen Streit vom Zaun brach, jeder, der jemand immer wieder etwas vorwarf, was vor Langem passierte, jeder, der seinen Frust am Partner ausließ, obwohl der gar nichts dafür konnte, jeder, den mal was aus der Kindheit getriggert hat. Jeder, den schon mal blinde Wut durchfuhr. Jeder, der schonmal an den Selbstzerstörungsknopf dachte. Jeder, der sich mal mit Alk oder Flirts ablenken wollte. Jeder, der Angst vorm Alleinsein hat, aber dann die Nähe auch erdrückend fand. Jeder, der am liebsten schon mal wo gegengetreten hätte. Und jeder, der sowas auch nur in Ansätzen kennt, rechne das jetzt hoch 50 - und fertig ist der Borderliner.
Und da ist das Problem. Sind „normale“ On-Off-Geschichten schon echte Energieräuber, muss man das jetzt nochmal um den Faktor 50 hochrechnen. Und Gewissenspflege betreiben, ob er soviel Energieabfluss verkraften kann.
Für den BL selbst ist es schon furchtbar anstrengend. Aber weil essen Gehirn die Reize gar nicht anders verarbeiten kann, ist sein System daran gewöhnt. Auf einen Normalo trifft das nicht zu. Das ist, wie wenn du eine Topfpflanze nach draußen stellst, wo es tagsüber einen Tick zu schwül und nachts dafür eiskalt ist. Und Tag und Nacht kommt so sicher, wie die Sonne im Westen untergeht. Dazu gibt’s Rasante Wetterumschwünge, Regengüsse, Hagel, extreme Hitze und Eiseskälte.
Und das immer. Aus einem BL wird niemals Südfrankreich, da bleibst in einer Extremwetterzone.
Was das mit den meisten Topfpflanzen macht, wissen wir. Selbst ein Weinstock oder Walnussbaum würde das nicht verkraften, würde nicht wachsen oder eingehen. Das geht nur für ganz zähes Unkraut.Flechten zb.
Also wenn man von sich selbst nicht glaubt, zäh wie Unkraut zu sein und sich in Extremwetterzonen wohlzufühlen, oder befürchtet, dass dort der Kreislauf kollabiert, sollte man längere Aufenthalte dort tunlichst vermeiden. Denn dort wird man nicht die beste stärkste Version eines Selbst.
Ob unsere Henne zäh wie sibirisches Unkraut oder doch eher ein mediterranes Pflänzchen ist, lass ich mal dahingestellt.
Ich bin’s nicht. Und ich bin durchaus hart im Nehmen, aber das wär mir eindeutig zu heftig. Das was von mir überbleiben würde wär maximal so ein verkümmerter knorriger alter Birnbaum, der sich mit letzter Kraft gegen die eisigen Nächte und Sturmböen aufrecht hält, weil er hin und wieder einen kleinen Sonnenstrahl abkriegt. Nein danke! Ich blühe lieber im Mittelmeerraum, als dass ich mich auf Feuerland durchkämpfe und alle Blätter dabei verliere.
Aber gut, wenn du dich für sibirisches Unkraut hältst, go for it! Und lass uns an den heißen Sommern und vor allem den eiskalten Wintern teilhaben! Wir reichen dir dann gern einen Jaga-Tee zum Wärmen rüber
