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Meine Borderline Partnerin hat mich verlassen, was nun?

P
Zitat von Nordjung:
Damit Sie dich wieder temporär idealisiert nur um dann wieder abgewertet zu werden ?

Soweit würde es vermutlich gar nicht mehr kommen, da ich sie vermutlich
wieder triggern und damit vertreiben würde

• #286


A


Meine Borderline Partnerin hat mich verlassen, was nun?

x 3


Arnika
Zitat von PeterN:
Und die Amygdala, die sich in früher Kindheit vielleicht nicht richtig entwickelt hat, entwickelt sich daher in späteren Jahren auch nicht mehr? Dh die Störung bleibt und man kann nur lernen, damit umzugehen?
Oder sie wird gar noch schlimmer?

Sorry, ich hab dir damals nicht geantwortet- vermutlich das Leben..

Aber weil du aktuell den Thread hier erwähntest: Nein, die Zusammenstellung des Gehirns ist mit Anfang/Mitte 20 abgeschlossen. Ähnlich wie bei der Körpergröße wächst danach nichts
Substanzielles mehr. Im Gegenteil, da brechen die Symptome oft erst wirklich aus, weil sie nicht mehr durch Wachstumshormone verwässert bzw. abgefedert werden.

Das einzige, was ein Mensch dann noch machen kann ist, sein Verhalten optimal an seine Biologie gesünder anzupassen. Ein erwachsener Blinder wird immer besser im Öffi-Verkehr, ein BL kann sich mit Sport oder auch Horror-Filmen weniger gefährdend besser regulieren. Ein Intelligenz-mäßig Behinderter, der es bis zum Alter von 24 nicht schafft, bis drei zu zählen, kann nach vielen Jahren Übung noch die 10 schaffen, aber nicht mehr die 100.

Man kann eben nur mit dem arbeiten, was einem die Biologie prinzipiell zur Verfügung gestellt hat. Und selbst das ist immens schwer, sonst gäbs ja nur Six-Packs auf der Welt.

Es ist also Vodoo, zu meinen, mit offenen Gesprächen könnte man seine Biologie ändern und ganze Hirnareale und -Reliefs wachsen lassen. Wir sind nicht Jesus Lachendes Gesicht

• #287


P
Ich danke Dir für Deine Erklärung.

Aber ist es nicht so, dass Studien zur psychosozialen Funktionsfähigkeit belegen, dass zwar die akuten affektiven Symptome (wie Suizidimpulse) über die Jahre durch Reifung oder Therapie abnehmen können, die soziale und funktionale Beeinträchtigung (Arbeitsfähigkeit, selbstständige Lebensführung, Beziehungsgestaltung) jedoch extrem persistent bleiben?

• #288


Vienne
Zitat von PeterN:
Ich danke Dir für Deine Erklärung. Aber ist es nicht so, dass Studien zur psychosozialen Funktionsfähigkeit belegen, dass zwar die akuten affektiven Symptome (wie Suizidimpulse) über die Jahre durch Reifung oder Therapie abnehmen können, die soziale und funktionale Beeinträchtigung (Arbeitsfähigkeit, ...

Vor einigen Jahren gab es Versuche mit Neurofeedback, ob sich da nicht doch noch Hirnareale anregen lassen.

• #289


P
Zitat von Vienne:
Vor einigen Jahren gab es Versuche mit Neurofeedback, ob sich da nicht doch noch Hirnareale anregen lassen

Das sagt mir Wikipedia dazu:

Der Begriff „Neurofeedback“ fasst viele verschiedene Verfahren zusammen. Jedoch ist die Studienlage für die unterschiedlichen Herangehensweisen und der damit einhergehenden verschiedenen Wirkungsweisen und Effektivitäten nicht gleichmäßig ausgebaut.

Für manche Anwendungen, wie ADHS, zeigt Neurofeedback im Durchschnitt keinen bedeutenden klinischen Nutzen; die zugrunde liegenden Studien sind von schlechter Qualität und hoher Heterogenität; die Evidenzqualität ist sehr niedrig


Hmm, keine Ahnung.
Vielleicht bringt ja diese Optogenetik, mit der sich Nervenzellen mithilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen, Besserung. Die Methode soll helfen, das Gehirn zu verstehen und neue Ansätze für neurologische sowie psychische Erkrankungen (wie Parkinson, Alzheimer oder Epilepsie) zu entwickeln.

Da haben doch die beiden deutschen Biophysiker vor wenigen Tagen den Nobelpreis für bekommen.

• x 1 #290


Vienne
Zitat von PeterN:
Das sagt mir Wikipedia dazu: Der Begriff „Neurofeedback“ fasst viele verschiedene Verfahren zusammen. Jedoch ist die Studienlage für die unterschiedlichen Herangehensweisen und der damit einhergehenden verschiedenen Wirkungsweisen und Effektivitäten nicht gleichmäßig ausgebaut. Für manche Anwendungen, wie ...

Ich halte sehr viel von Neurofeedback... gerade, was ADS betrifft.
Da habe ich gute Erfahrungen damit gemacht.

Betreffend Borderline gibt es gerade ein Institut, das eine Studie, BrainSTEADy, ein Hirnsignal Training zur Verbesserung der Gefühlsregulation, im Programm hat. Man erforscht, ob Neurofeedback helfen kann, die Gefühlsregulation zu verbessern und Symptome bei Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zu lindern.
In Tübingen gibt es da auch eine laufende Studie.

• x 1 #291


Arnika
Zitat von PeterN:
Ich danke Dir für Deine Erklärung. Aber ist es nicht so, dass Studien zur psychosozialen Funktionsfähigkeit belegen, dass zwar die akuten ...

Ja, sie können abnehmen - aber sonst müsste man ja gleich sagen, jegliche Anstrengungenund Therapien sind total sinnlos. Und das wird keiner tun, weil die selben, die das erhoben haben, verdienen ja daran, was ändern zu können - und zweitens würde es den Betroffenen jegliche Hoffnung nehmen. Das wäre so natürlich nicht richtig, weder emotional noch faktisch.

Nennen wir’s mal so, Altersmilde und wenigstens dezente Veränderung ist bei jedem Menschen möglich, zumindest im Rahmen seiner biologischen Möglichkeiten, aber nicht bei allen trifft es tatsächlich zu - und nicht bei jedem bewirkt das Alter immer nur Veränderung zum Guten. Bei machen werden negative Eigenschaften und Impulse im Alter und durchs Leben eher schlimmer, genauso wie bei gesunden Menschen. Also nur auf den Faktor Zeit würde ich da echt nicht hoffen…

• x 1 #292


Arnika
Mit Studien sollte man gerade in dem Bereich sehr vorsichtig sein, besonders, was die Methodik angeht. Da werden oft nur 9 ProbandInnen beobachtet, weil so viele stellen sich nicht dafür zur Verfügung und Langzeitstudien sind teuer und für Wissenschaftler undankbar. Und wenn’s keine Langzeitstudien, sondern unterschiedliche Probandengruppen sind, wirds noch wackeliger. Dann gibts noch Metaanalysen, die aber oft durch die unterschiedlichen Variablen der verschiedenen Studienansätze etwas fragwürdig sind. Und generell ist die Frage, wie erhebst du das genau?

Wenn man sich diese Studien genauer anschaut, wackeln die also oft methodisch ganz schön bzgl allgemeingültiger Aussagekraft, sondern zeigen eher mögliche leichte Tendenzen. Wissenschaftlich auch interessant, aber für den einzelnen in der Praxis nicht wirklich brauchbar.

Deshalb wird auch keiner sagen, sitz es einfach aus, wird von allein besser. Denn so ist das eben nicht. Wie gesagt, kann mit dem Alter sogar nach hinten losgehen. Wären ja auch nicht die einzigen, die mit der Zeit immer verbitterter und unguter werden und sich immer weniger im Griff haben statt mehr…

• x 2 #293


P
Ich denke, dass mit den Jahren die Kraft schwindet, das innere Chaos permanent durch Ablenkung, Umzüge, wechselnde Jobs oder neue Partner zu kompensieren. Die sozialen Kontakte werden weniger, die Kinder brechen weg, die Beziehungen instabiler. Wenn sie sich den inneren Dämonen und der eigenen Schuld durch jahrelange Therapien nicht stellen, wird die innere Bitterkeit und die Einsamkeit im Laufe des Lebens immer größer.
Andererseits können sich die Symptome wie Impulsivität, Stimmungsschwankungen etc mit zunehmendem Alter abschwächen. Dennoch habe ich gelesen, dass gerade die Fähigkeit, Intimität und Nähe auszuhalten, mit zunehmendem Alter nicht schwindet.

Bei den Studien hast Du natürlich Recht. Ich habe von einigen Langzeitstudien gelesen, allerdings nur über die KI. Die dahinter stehende Größe der Probanden habe ich mir nicht angeschaut.

Viel interessanter war für mich die Frage, ob sie zu wahrer Liebe fähig sind. Einige Experten haben das bestritten. Selbst ihr eigener Psychologe antwortete auf die Frage, ob sie aufrichtig lieben könne, mit der Aussage, am Anfang hätte die Angst im Mittelpunkt gestanden.
Tja, da war die Antwort wohl in wohlfeile Worte verpackt und bedeutet "Nein".
Ich habe damals mit Betroffenen gesprochen und die sagten mir, sie können lieben,sehr sogar.
Ich habe mich dann darauf geeinigt, dass es bei Ihnen eher eine infantile Liebe ist, also ohne Objektkonstanz. Also keine erwachsene Liebe, wo man den Partner auch dann liebt, wenn er einige Fehler hat und eben nicht perfekt ist.

• #294


M
Zitat von PeterN:
Ich habe mich dann darauf geeinigt, dass es bei Ihnen eher eine infantile Liebe ist, also ohne Objektkonstanz. Also keine erwachsene Liebe, wo man den Partner auch dann liebt, wenn er einige Fehler hat und eben nicht perfekt ist.

das hast du gut ausgedrückt. Borderliner können nicht relativieren oder für sich eine Situation entschärfen. Sie wollen vermutich einer belastenden und überfordernden Situation entfliehen weshalb es zu sprunghaften Handlungen kommt die manchmal jeglicher Logik entbehren.
Mir wäre ein Borderliner viel zu anstrengend
Und genauso ist es im zwischenmenschichen Bereich. Der Andere ist nicht so wie man ihn sich vorstellt, also kommt nicht selten die plötzliche Trennung. Kommt dann ein neuer Kandidat ins Leben, sind sie voller Begeisterung und idealisieren das Gegenüber zum besten aller Partner, was genauso schnell wieder ins Gegenteil umschlagen kann.

• x 4 #295


N
Zitat von Margerite:
Mir wäre ein Borderliner viel zu anstrengend
Und genauso ist es im zwischenmenschichen Bereich. Der Andere ist nicht so wie man ihn sich vorstellt, also kommt nicht selten die plötzliche Trennung. Kommt dann ein neuer Kandidat ins Leben, sind sie voller Begeisterung und idealisieren das Gegenüber zum besten aller Partner, was genauso schnell wieder ins Gegenteil umschlagen kann.

Ja muss man selnst wissen , ob man damit klarkommt oder eben nicht. Ich bin es nicht und bin tatsächlich mit abstand froh darüber , dass sie sich getrennt hat.
Kontaktversuche kamen ihrerseits noch aber die habe ich abgeblockt.

• x 1 #296


M
Ohne Therapie ist ein Borderliner meiner Meinung nach nicht im Stande eine friedliche liebevolle Beziehung auf Augenhöhe zu führen.
Ich kann nur für mich sprechen und liebe meinen Partner sehr. Weder er noch ich sind perfekt. Ich würde sogar sagen, ich hab deutlich mehr Impulskontrolle als er 😂
Ich brauchte aber auch Jahre der Therapie, damit meine Symptome abgemildert sind und weder mich noch andere beeinträchtigen.
Ich glaube nicht das sie jemals ganz verschwinden, aber sie beeinträchtigen mich nicht.
Mittlerweile erkenne ich sie und kann es dann mit mir selbst ausmachen, wenn dies Nötig ist.

Ohne Therapie ist das Leben mit dieser Störung wirklich anstrengend.
Für Betroffene und ausstehende.

• x 2 #297


Arnika
Zitat von PeterN:
Ich denke, dass mit den Jahren die Kraft schwindet, das innere Chaos permanent durch Ablenkung, Umzüge, wechselnde Jobs oder neue Partner zu ...

Naja, über die Definition von Liebe haben sich schon Klügere den Kopf zerbrochen. Sie fühlen stark - das ist sicher. Aber das Gefühl ist nicht nur schwankend, sondern auch nicht an eine Person gebunden. Eher im Gegenteil.

Im Kern steht die Verlustangst - aber nicht bzgl Mann oder auch Kind, sondern immer nur bzgl Kick. Weshalb nach dem ersten Verliebtheitsrausch auch der Hass beginnt.

In der Praxis sieht es dann im Zweifel so aus: Die BL-Mutter einer guten Freundin von mir ließ ihren Mann, als der in Pension ging, im kleinen Garten hocken. Weil sie seine Anwesenheit in der Wohnung nicht ertrug. Die hatte das Gift schon in der Schublade. Ernsthaft. Und als dann der Winter kam, und er nicht mehr draußen sitzen konnte, hat sie zuerst den gemeinsamen Sohn so aufgestachelt, dass das fast tödlich eskaliert wäre. Und dann hat sie ihn doch lieber aussortiert und mit ü50 ihrer Schwester den Mann ausgespannt. Den sie mit ihren Manipulationen fast in den Knast gebracht hätte. Darüber hat sie gelacht, weil sonst wird ihr ja fad… Super Kick.

• x 1 #298


Arnika
Heute ist sie immer noch dasselbe gestörte Miststück mit gut ü70. Aber zugegeben, es wurde dezent besser, als sie vor ein paar Jahren aufs Dorf zogen. Die kontrollsüchtige krankhafte Affenliebe vs Morddrohungen ihren Kindern gegenüber wurden zumindest seit vier Jahren durch den Abstand dezenter… Soviel zu Objektpermanenz. Aber sie erholt sich auch grad von einer Chemo…

Kurz und gut: Ich würde da nicht auf Altersweisheit und -milde hoffen…

• x 1 #299


Arnika
Und um das jetzt abzuschließen, wie evaluierst du denn das? Glaubst du wirklich, das kann man mit irgendwelchen momentanen Gehirnströmen messen? Die man btw sowieso nur sehr rudimentär erheben kann…
Oder gar, die sagt dir das mit Kreuzerltests oder vielleicht noch qualitativen Interviews dann so? Der ihr Narrativ schaut ganz anders aus…

• x 1 #300


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