BrokenWings
Gast
nun ist es 1.Jahr her,seitdem mein Mann mich verlassen hat.
Ich habe und hatte viel Zeit nachzudenken,wie mein Leben
weiter gehen soll,bzw.muss auch was eine neue Beziehung
betrifft.Ich habe viel über mich selber gelernt und erfahren.
In der ersten Zeit nach der Trennung habe ich sofort losgeheult,
wenn ich verliebte und glückliche Paare gesehen habe,weil ich
doch auch glücklich sein wollte und jemand an meiner Seite
haben wollte,der mich in den Arm nimmt,mal tröstet und einfach
für mich da ist.Ich hatte Schwierigkeiten mit ansehen zu müssen,
wie glücklich meine Freundin mit ihrem Mann ist und ich konnte es oft nicht ertragen und bin dem "Anblick" des öfteren aus dem Weg gegangen und hatte mich zurückgezogen.Ich habe mich gefragt,ob ich für eine neue Beziehung bereit bin und mich mal
in irgendwelchen Singlebörsen anmelde,denn wo man auch hinhört,bzw.liest,ist es ja schon Standard geworden,wenn man Single ist.Ich hätte es schon lange machen können,keine Frage und wahrscheinlich hätte ich auch schon ein paar Dates gehabt,aber ich schaffe es einfach nicht,mich anzumelden und ich habe mich gefragt warum das so ist.Ich bin kein Mensch,der viel ausgeht und somit ist die Chance jemanden kennenzulernen nicht gerade groß,aber irgendwie sind mir meine Hände gebunden mich irgendwo anzumelden.Ich empfinde es wie ein "Anpreisen",so nach dem Motto"Ich möchte nicht alleine sein",aber ich bin mir gar nicht sicher,ob ich es nicht doch sein möchte?Ich bin der Meinung,dass man eine Trennung erstmal richtig verarbeiten muss,bis man eine neue Beziehung eingeht,aber viele tun das gar nicht und gehen schon ziemlich schnell nach einer Trennung wieder auf Partnersuche.Ich kann das nicht wirklich verstehen,denn ich frage mich,ist es einfach damit man nicht alleine ist?damit man "mithalten" kann in der Gesellschaft?das man nicht als einsamer Single angesehen wird?Klar um mich herum sind entweder alle verheiratet und auf allen Treffen,ist niemand alleine,also alle mit Partner und es ist dann schonmal komisch und dann frage ich mich,ob ich nicht auch lieber einen Partner an meiner Seite hätte,aber inzwischen ist meine Ansicht ganz merkwürdig geworden,denn ich möchte gar nicht mehr tauschen!Ich sehe das gerade an meiner Freundin,die es gewohnt ist,dass ihr Mann jeden Abend nach der Arbeit zuhause ist und nun muss Der Gute mal für 3.Tage ins Ausland und ihr macht das zu schaffen.Für mich ist das aus jetziger Sicht lächerlich,aber damals habe ich genauso gedacht,wenn mein Mann mal für ein paar Tage weg musste.Ich habe eine komplett andere Sichtweise bekommen,was Paare angeht.Irgendwie kommen mir alle so abhängig vom Partner vor.Eine andere Freundin verreist mit ihrem Mann alle 2.Monate,denn ihr Mann hat gut Geld und sie können es sich leisten.Ohne ihren Mann könnte sie sich gar nichts leisten und
schon wieder sehe ich eine Abhängigkeit.Ich habe seit 2.Jahren keinen Urlaub mehr gemacht und würde natürlich gerne mal wieder einen Tapetenwechsel haben,aber ich nehme es wie es ist und immer öfter kommt die Frage,ob ich denn für den Rest meines Lebens alleine bleiben möchte und meine Antwort darauf ist,dass ich keinen Mann suche und deshalb auch nicht nervös werde,keinen mehr abzubekommen,je älter man wird.Ich habe kein einziges Date mit einem Mann gehabt und alleine bei der Vorstellung daran "verneint" alles in mir.Klar,ich bin auch nur ein Mensch,dazu noch sehr sensibel und es gibt so oft Momente,wo ich mir wünschen würde,dass mich jemand in den Arm nimmt,mir das Gefühl gibt,dass ich liebenswerter Mensch bin,aber ich bin auch nicht der Typ"Mensch",der sich nur für gewisse Momente einen Partner wünscht.Ich hatte noch nie einen ONS.,da ich schon immer meine Prinzipien hatte und habe.Ohne Liebe klappt da gar nichts.Ich weiß auch nicht,irgendwie komme ich mir auch schon komisch vor,dass ich nicht irgendeine Initiative in Angriff nehme um einen Partner zu finden.....irgendwie mag ich nicht mehr.Ganz schlimm wird es,wenn man mir sagt,dass es doch viel zu schade ist,dass so eine liebe und attraktive Frau alleine ist....mir kommt es wie eine Schade vor!Ist es das wirklich?Auch möchte ich mir einfach keinen Liebeskummer mehr antun,denn der würde irgendwann kommen,weil nichts mehr von Dauer ist,egal wie verliebt man auch sein mag am Anfang.Ich sehe das alles immer mehr realistisch.
Mich würde einfach mal interessieren,ob es noch jemanden gibt,der so eine ähnliche Ansicht entwickelt hat,wie ich und der sich auch gegen eine neue Beziehung entschieden hat....wie ihr damit zurecht kommt und ob ihr euch trotz der öfter aufkommenden Sehnsucht nach einem Partner,standhaft bleibt.
Bin gespannt,ob ich alleine mit meiner Einstellung bin:-)
Lg.

