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Meine Ex -Freundin, der Alk. und Ich

Funkfried

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Hallo liebes Forum,

ich habe mich von meiner suchtkranken Freundin getrennt und komme nach mehr als zwei Monaten immer noch nicht damit zurecht.
Ich möchte mir das Thema einfach einmal von der Seele schreiben:

Alles fing sehr unverfänglich an. Wir kennen uns seit Jahren von der Arbeit. Wir sind Kollegen und hatte nicht viel Privat miteinander zu tun. Weihnachten 2019 hatten wir zusammen Dienst und wir hatten bei nichts weiter vor. Also haben wir uns auf ein Feierabendbier verabredet. Gesagt getan. An dem Abend hatten wir festgestellt das wir uns sehr gut unterhalten können und unsere Wege trennten sich erst am frühen Morgen. Wir hatten uns dann gleich wieder für den nächsten Abend verabredet und wir landeten zusammen im Bett. Wir fingen eine Liebschaft an um gelegentlich einen schönen Abend zu verbringen. Aus unseren gelegentlich Treffen wurde aber schnell mehr und wir verbrachten mehrere Abende die Woche zusammen. Es wurde geredet, getrunken und Körperlichkeiten ausgetauscht. Wir fingen auch an so unsere Zeit miteinander zu verbringen und machten auch mal einen Ausflug.
Nach zwei Monaten wollten wir aber nicht mehr nur Freunde+ sein bzw. wir nannten es endlich beim Namen das wir eigentlich eine Beziehung führen.
Corona ging los und auch aus dem Grund da sie eine Katze hatte beschlossen wir das es einfacher (Schichtdienst von uns Beiden und ihre Katze) für uns ist das ich mit in ihre Wohnung "einziehe". Wir verbrachten eigentlich jeden Tag zusammen und führten eine sehr schöne und enge Beziehung. Leider wurde mir erst sehr spät klar das sie Alk. ist. Am Anfang gehörte es für mich dazu das wir uns Treffen dazu etwas trinken und uns näher kommen. Es wurde aber zum Standart das es Abends Alk. gibt.
Durch die Coronazeit wurden wir ja alle eingeschrenkt und so verbrachten wir den ein oder anderen Abend zu zweit mit dem Alk.. Wir zogen dann nach einiger Zeit zu dritt (mit Katze) in meine Wohnung da diese etwas größer ist. Die Zeit verging und ich fing an den Alk. zu hinterfragen. Wir redet immer wieder darüber und sie fing an ihren Konsum zu reduzieren. Trotsdem gehörte es zu ihrem Alltag dazu. Für sie wahr es normal das man am Abend 5 B. trinkt, auch alleine. Sie reduzierte sich auf 3 B. und das auch nicht mehr jeden Abend. Als die Bars wieder öffneten bin ich am Anfang noch gerne mitgegangen auch wenn ich merkte das es wenn sie ausgeht nicht darum geht mit wem man sich trifft sondern das der Pegel stimmt. Ich zog mich dann immer weiter zurück und es gab immer wieder Sitationen wo ich am nächsten Morgen nur noch froh war das sie es nach Hause geschafft hat. Sie fing an mir auch immer wieder falsche Versprechen im bezug auf den Alk. zu machen. Es folgte eigentlich jeden Monat ein Gespräch wo ich ihr sagte das ich ihr nicht dabei zugucken kann wie sie sich selbst kaputt macht und hab ihr immer wieder Angeboten das wir uns Hilfe suchen können. Sie wahr immer sehr liebevoll zu mir doch in den Situationen wo ich den Alk. ansprach wurde sie immer Verbal sehr alut und abweisend. Zu der Zeit bin ich mit gutem Beispiel vorangegangen und haben keinen Alk. mehr getrunken.
Sie reduzierte sich immer weiter und trank dann Phasenweise auch nicht mehr zuHause. Ich merkte dann aber das am Abend immer eine gewisse Spannung war und das verlangen immer mit uns auf der Couch saß.
Jetzt immer Sommer verbrachten wir ein Wochenende in Dresden. Im Vorfeld sagte sie mir das sie sich ihrere Gefühle nicht mehr sicher sei. Im Grunde kann ich mir nur vorstellen das ihre Aussage nur daher kommt da sie wieder mehr trinken wollte und ich damit ein Problem habe. Nachdem schönen Wochenende tauschten wir uns noch einmal über alles aus und ich evrsuchte auch alles wieder etwas entspannter zu sehn und ging mit ihr noch einmal weg. An dem Abend fuhr ich alleine nach Hause und sie kam nach. Nicht wie versprochen nachdem nächsten B. sonder deutlich später. Ich war noch wach als sie nach Hause kam. Ich hörte sie vor der Tür mal wieder stürzen mit dem Fahrrad. Am nächsten Tag sprach ich mit ihr und sagte ihr das ich es nicht mehr ertrage und sprach die Trennung aus. Sie zeigte sich schockiert sagte aber nicht viel und schlief bei ihrer Mutter die Nacht.
Sie suchte nach der Trennung faktisch keinen kontakt mehr nur um ihren Auszug über die Bühne zu bringen.

Da wir immer noch miteinander arbeiten sehen wir uns regelmäßig. Ich habe immer wieder den kontakt zu ihr gesucht und wollte ihr klar machen das ich immer noch für sie da bin. Am Anfang zeigte sie sich sehr verletzt und schien schlecht mit der Trennung zurecht zukommen. Sie hatte dann zwei Wochen Urlaub und kam wieder zur Arbeit. Seit dem gibt sie sich mir gegenüber so als ob nie etwas gewesen sei zwischen uns. Wir hatten dann noch einmal telefoniert und sie zeigte sich sehr kühl und abweisend. Sie sagte mir dann das sie weder gerettet noch von mir geliebt werden möchte.

Im Grunde habe ich mich gegen mein Herz entschieden und das tut mir sehr weh. Mit der Trennung hatte ich eigentlich nur noch die Hoffnung das sie sagt das ich ihr wichtiger bin als der Alk. aber das ist nicht passiert. Ich komme mit der Situation nicht zurecht sie immer wieder zu sehn und das sie jetzt anscheinend wieder jeden Tag trinkt, so wie sie aussieht. Sie ist einer der tollsten Menschen die ich kennenlernen durfte aber hat leider dieses Problem was ihr Leben bestimmt. Ich habe mich bei ihr Menschlich so wohlgefühlt.

Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll und wie ich es endlich schaffe das zu verarbeiten.
Es gibt Tage da geht es mir gut und ich denke es wird schon alles und am nächsten Morgen bin ich wieder ganz am Boden.

Danke fürs lesen.

Gestern 15:28 • x 1 #1


DieDirekte


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Lieber Funkfried,

willkommen in diesem Forum!

Alk ist eine verdammte Sucht. Du kannst sie nicht retten, wenn sie selbst nicht will, keine Hilfe und keine oder wenig Einsicht zeigt.

Du kannst nur auf dich selbst achten.

Lies dich ein, in einem passendem Forum, Co. Abhängigkeit. Es gibt viele Infos im Internet. Auch die Suchtberatungsstellen sind für davon betroffene Angehörige da. Oder Selbsthilfegruppen.

Du bist nicht allein. Aber du kannst sie nicht retten. Der Alk kommt für sie an erster Stelle, weil sie süchtig ist, weil sie nicht anders kann.

Gestern 15:37 • x 5 #2



Meine Ex -Freundin, der Alk. und Ich

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Funkfried


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Danke für deine Schnelle Antwort.

Das zu akzeptieren fällt mir sehr schwer. Das ein Mensch mit 28 Jahren ihr Problem nicht angehen will obwohl ich ihr immer wieder gesagt hab wir schaffen das zusammen.

Ich habe mit Freunden und Familie nach der Trennung erst das Thema angesprochen und alle sagen mir das was du mir geschrieben hast.

Ich weiß natürlich auch das sie von ihren "Trinkfreunden" zuspruch bekommt und es schwer ist aus ihrer Bubbel rauszukommen.

Über das Thema Alk. Sucht habe ich mich schon viel belesen in letzter Zeit. Vieleicht bringt mich ja die Suchtberatung weiter.

Danke

Gestern 15:44 • x 1 #3


DieDirekte


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Kommt sie aus einer Alk Familie? Eltern? Oft ist Alk Sucht ein ganzes "Familiennetz" (aber nicht immer). Und weißt du, seit wann sie schon trinkt?

Achte gut auf dich. Tue dir etwas schönes. Und wie schon gesagt, du kannst sie leider nicht retten, nur dich selbst.

Gestern 17:03 • x 1 #4


H-Moll


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Hallo Funkfried,

aus Erfahrungen in meiner Familie habe ich gelernt, dass Alk. nicht nur den Trinkenden betrifft, sondern auch das Umfeld, also systemisch wirkt. Jede Hilfe stabilisiert diese Krankheit leider, daher gilt das Prinzip der Hilfe durch Nichthilfe, was erstmal schwer zu verstehen ist, weil man ja helfen will. Aber man kann niemanden "trockenreden. daher ist es wichtig, sich zunächst um sich zu kümmern und den Trinkenden trinken zu lassen. Man behandelt ihn weiter freundlich, aber federt nicht mehr die Konsequenzen ab.

Daher war die Trennung richtig, wenn auch schmerzhaft.

Suchtberatung ist gut, dort werden auch Partner und Angehörige beraten, dann gibt es diverse Gruppen wie Alanon etc.
Das hat mir damals sehr geholfen, und ich habe viele neue Einsichten gewonnen, mir fiel damals eine sehr grosse Last von den Schultern, denn so wie bei einem Alk. sich alles um den Alk. dreht, drehte sich bei mir alles um die trinkende Person, es war sozusagen die "Flasche mit Ohren".

Alles Gute!

Gestern 17:09 • x 3 #5


Funkfried


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Ihre Familie hab ich so erlebt das sie dem Alk. sehr zugewand ist. Dort wird einem sofort das Feierabendbier angeboten wenn wir nach der Arbeit noch hin sind. Sie sieht ihre Mutter als ein großes Vorbild, die auch gerne trinkt.

Sie hat sich ein gutes Netz aufgebraut so das wirklich nur der Lebenspartner das ganze "Wochenpensum" sehen kann.

Sie hat viele schlimme Sachen in ihrem Leben erlebt und versucht mit dem Alk. diese Sachen zu verdrängen.
Sie hat in manchen Gesprächen selbst gesagt das sie weiß das sie ein Problem hat aber gerade nichts dagegen tun kann/möchte. Dann kam es immer wieder zu den kürzungen mir zuliebe.

Ich denke das es bestimmt schon seit 10 Jahren so läuft bzw. immer mehr wurde und das feiern am Wochenende dann nicht mehr gereicht hat.

Gestern 18:47 • x 1 #6


Funkfried


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@H-Moll Ich hab es einfach nicht mehr ertragen hinten angestellt zu werden und das sie sich in gefahr bringt und so mit sich umgeht. Es wurde wirklich wöchentlich das sie mit dem Fahrrad gestürzt ist oder sich übergeben hat. Und ich hab es auch nicht verstanden warum dafür immer Energie da ist aber sie nicht die Energie aufbringen will mit mir vor dem Spätdienst noch Essen zugehen oder ähnliches.

Es wird bestimmt noch Zeit brauchen um Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Gestern 18:53 • x 1 #7


DieDirekte


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"Sie ist einer der tollsten Menschen die ich kennenlernen durfte aber hat leider dieses Problem was ihr Leben bestimmt. Ich habe mich bei ihr Menschlich so wohlgefühlt"

Lieber Funkfried,

so wie du alles beschreibst, steckt sie schon ganz schön tief drin in der Sucht, leider. Diese Verhaltensweisen bekommt ein Mensch mit Alk Thema nicht von heute auf morgen, es wird immer mehr und steigert sich.

Übrigens, den echten Menschen an ihr kennst du eher nicht. Wenn sie dauerhaft nichts trinken würde, nach und nach klar im Kopf werden würde, würden sich vermutlich auch andere und vielleicht nicht so tolle Eigenschaften bemerkbar machen. Ein Alk Gehirn ist ja "dauerbenebelt", der Alk dockt im Gehirn an und führt zu einem anderen Bewusstsein. Alk sind oft unglaublich witzige, emphatische, eben sehr lockere Menschen. (Nicht alle, jedes Gehirn reagiert auch anders auf den Konsum).
Aber ich bezweifle fast, dass du ohne ihren Alk. Konsum, wenn sie also länger konsequent nüchtern wäre, dich auch noch so wohlfühlen würdest.

Der Alk kommt bei ihr an erster Stelle. Alles dreht sich darum. Sie kann nicht anders, sie muss trinken. (Wenn man ein normal-gesundes Gehirn hat, ohne Suchtthema, kann man sich nur schwer vorstellen, wie mühsam, anstrengend, fremdbestimmt und in sich gefangen der Süchtige ist).

Gestern 20:11 • x 1 #8


BitterTaste


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Mein Ex hat sich auch gegen mich und für eine next entschieden, weil sie noch mit ihm trinkt. Was ich schon lange nicht mehr getan habe und was zu viel Streit führte. Er hat mich dann betrogen und verlassen. Womit ich niemals gerechnet hätte. Ich hab so viel für ihn getan und uns immer wieder aus der Scheixx geholt! Der Liebe wegen. Pffffff...

Es tut weh, verdammt noch mal so weh, wenn man feststellt, dass man ausgetauscht wird und der Alk. bleibt. Am Ende egal mit wem.

Gestern 21:16 • x 1 #9


Funkfried


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@DieDirekte Deine Worte sind für mich hart. Ich hoffe wirklich das ich den echten Menschen kennen und lieben gelernt habe. Ich denke das ich das getan habe. Es wird nichts endern was für ein Mensch ich sehe und sie sein möchte und dies hatte sich auch mir gegenüber so geäußert das sie sich mitlerweile sich mit dem Alk. identifiziert. Ich sehe den Menschen der sehr sensiebel ist, Kreativ und Lebensfroh. Vieleicht irre ich mich auch und ich hab den "echten" Menschen nie kennengelernt.

Ich hab manchen Tage wo ich weiß das ich nach vorne gucken muss und an manchen fehlt es mir einfach mich mit diesem Menschen auszutauschen.

Danke für deine erlichen Worte.

@BitterTaste Vor mir hatte sie eine Affäre mit einem Alk./Dro.. Sie scheinen wieder was miteinander laufen zuhaben. Ich bin kein Matchotyp aber es entwertet für mich die Beziehung die wir hatten und manchmal frage ich mich ob ich nur ein Lückenbüßer/Corona-Freund für sie wahr. Ich habe die Liebe gespürt und wusste das ich ihr etwas bedeute aber jetzt bin ich nichts mehr für sie.

Mit der Trennung habe ich mir auch nur erhoft das ich den Menschen in meinem Leben halten kann. Ich hab in meiner Kindheit imemr viele Verlusste hinnehmen müssen und komme damit schlecht zurecht. Es ist bestimmt naiv zu denken das man sich Menschlich immer noch versteht und sich trennt.

Ich habe, so wie du den eindruck das ich immer nur die zweite Geige gespielt habe.

Gestern 21:50 • x 1 #10


andracula


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Ohje, das tut mir sehr Leid für dich.

So wie du es beschreibst hört es sich allerdings wirklich so an als wäre das mit der Alk Sucht schon ganz schön weit fortgeschritten bei ihr. Und dann ist es für dich viel besser, dass du sie los bist. Auch wenn du den vermeintlichen Menschen hinter der Sucht sehr vermisst.
Wie bereits jemand geschrieben hat, kann man diesen Menschen nicht helfen, außer indem man sie nicht mehr unterstützt. Aber auch dann dauert es oft noch sehr lange (und manche kommen nie zu dem Punkt), bis sie sich kompetente Hilfe suchen.
Ich weiß nicht ob es immer an der Familie liegen muss ob jemand zum Alki wird. Ich denke in ganz vielen Fällen ist es auch einfach die Tatsache, dass Alk. in der Gesellschaft einfach überall "dazugehört".
Und deshalb ist es auch einfach, dass man in die Sucht gerät. Denn man findet überall Gesellschaft, in der getrunken wird.
Wenn mir z. B. jemand ein B. anbietet und ich ablehne, wird meistens nochmal nachgehakt "Ach wirklich nicht, warum denn nicht?". Als müsste man das rechtfertigen, dass man an Tag xy kein B. möchte.
Sowas ist mir zum Vergleich noch nie passiert, wenn ich z. B. eine Apfelsaftschorle abgelehnt habe.

Und weil das eben in unserer Gesellschaft leider so ist, stehst du als kritischer Partner sehr lange als "Spaßbremse" außen vor, auch wenn es deiner Freundin gut getan hätte früher auf die Bremse zu gehen.

Du hättest ihr nicht helfen können, und du könntest sie auch nicht ändern. Sie ist suchtkrank und möchte es, wie viele andere, nicht wahrhaben.

Ich finde es gut und mutig von dir, dass du das mit ihr thematisiert hast. Du hast nicht einfach hingenommen und zugelassen, dass es mit ihr noch schlimmer wird. Das ist gut, und du solltest dir vor Augen halten, dass das ein Zeichen wahrer Liebe deinerseits war.

Nun musst du aber, so schwer es auch fällt, einsehen dass ihre Sucht stärker ist und ganz ganz wahrscheinlich auch immer bleiben wird, als ihre Liebe zu dir.

Kümmere dich um dich selbst und versuche mit ihr abzuschließen.
Du könntest sie nicht retten, egal wie sehr du sie lieben würdest.

Es tut mir wirklich Leid.

Gestern 22:21 • x 1 #11


Funkfried


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@andracula Es ist wirklich erschreckend wie es gesellschaftlich anerkannt ist das der Alk. zum täglichen Leben dazugehört. Ich bin vieleicht anders als sie aber ich hätte mir gewüscht in ihrer Lage das da jemand ist der sagt ich bin für dich da und wir schaffen das zusammen.
Ich hab an manschen Tagen das Gefühl das ich nicht alles versucht hätte: Ihre nicht "Trinkerfreunde" mit ins Boot holen, mir erstmal Hilfe zu suchen um sie zu unterstützen etc.

Die meisten Tage sind für mich sehr schwer da ich nicht nach vorne schauen kann auch wenn ich das sollte.

Gestern 22:31 • x 2 #12


andracula


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Zitat von Funkfried:
Ich bin vieleicht anders als sie aber ich hätte mir gewüscht in ihrer Lage das da jemand ist der sagt ich bin für dich da und wir schaffen das zusammen.


Vielleicht, wenn sie mal ganz am Boden ist und alles verloren hat, wird sie sich so jemanden wünschen. Allerdings wird das nicht in absehbarer Zukunft sein.


Zitat von Funkfried:
Die meisten Tage sind für mich sehr schwer da ich nicht nach vorne schauen kann auch wenn ich das sollte.

Das ist ganz normal und sehr verständlich.
Es kann nur gelingen, wenn man jeden Tag neu hinter sich bringt, und zusätzlich zum Schmerz, den man noch spürt, sich auch die schönen (oder die nicht schlechten Momente) merkt.
Schreib jeden Abend etwas auf, was an dem Tag gut war, auch ganz banale Sachen.

Wenn du in einigen Wochen oder Monaten nachschaust, wirst du sehen, dass die guten Momente wieder zahlreicher geworden sind.
Gib dir Zeit.
Man kann so etwas nicht so einfach verarbeiten, vor allem nicht, wenn der "Gegner" so wenig greifbar ist.

Gestern 23:55 • #13


DieDirekte


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"ich hätte mir gewüscht in ihrer Lage das da jemand ist der sagt ich bin für dich da und wir schaffen das zusammen.
Ich hab an manschen Tagen das Gefühl das ich nicht alles versucht hätte: Ihre nicht "Trinkerfreunde" mit ins Boot holen, mir erstmal Hilfe zu suchen um sie zu unterstützen etc."

Guten Morgen lieber Funkfried,

die Sucht ist stärker.

Weißt du, wenn sie wirklich zum trinken aufhören wollen würde, könnte sie sich schnell selbst helfen: zum Hausarzt gehen, zur Dro., oder den Notarzt rufen und sich zum Entzug fahren / einweisen lassen.

Aber sie will nicht. Sie kann nicht. Die Sucht ist stärker, viel stärker. Sie will trinken. Sie hat noch keine Einsicht, und da kann man sich als Außenstehender den Mund fransig reden. Sie muss von sich aus wollen, anders hat man keine Chance.

Deshalb ist sie auch mit anderen Alk. / Dro. unterwegs. Mit denen kann sie entspannt und bequem trinken, ohne dass sie sich mahnende Sprüche oder Hinweise anhören muss, die stören nämlich kräftig, so beim entspannten Alk Konsum. Deshalb trinken Alk auch gerne alleine und ziehen sich immer mal wieder zurück, um ungestört trinken zu können.

Alk gab es schon immer. Durch alle Schichten, auf der ganzen Welt.

Ich will dich nochmal motivieren, sie in Frieden loszulassen. Sie ihren Weg gehen lassen. Damit du auch deinen eigenen Weg gehen kannst. Deinen Blick und deine Aufmerksamkeit auf dich selbst und dein eigenes gutes Leben zu richten. Man rutscht so leicht in die Co. Abhängigkeit.

(Ich will übrigens mit meinen direkten Worten nicht verletzen, sondern eher Klarheit bringen, etwas die Augen öffnen. Und ich wünsche dir für die nahe Zukunft eine Begegnung mit einem anderen lieben Gesicht, mit einer Frau, die auch wieder dein Herz berührt, aber keine Suchtthemen mitbringt, sondern einfach unbeschwert, entspannt, normal ist - um gemeinsam eine gute, gesunde und ehrliche Beziehung führen zu können, wenn du möchtest)

Heute 07:20 • x 1 #14


Funkfried


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Da hast du natürlich recht. Eine Trennung ist warscheinlich auch nicht schlimm genug wenn man so ein Problem hat.

Ich sollte mich wirklich erst einmal auf mich konzentrieren und mein Leben nach meinen Wünschen und Bedürfnise gestallten.
Viele meiner älteren Kollegen haben mir gesagt mit anfang 30 ändert sich noch einmal das komplette Leben und man richtet sich noch einmal neu aus.

Direkte Worte tun mir glaub ich grade am besten und sollten auch ausgesprochen werden. Danke.

Vor 4 Minuten • #15



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