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Meine Gedankenfundkiste

Hypatia
Eine der emotional schlimmsten Erfahrungen meines Lebens, und das ist keine Übertreibung, führte dazu, dass mein Nervensystem völlig überlastet wurde. Und ich denke, es geht vielen hier so, die mit etwas konfrontiert werden, das sie so nicht für möglich gehalten haben. Warum genau, sei dahingestellt, warum andere einen überhaupt in so eine Situation bringen, auch. Fakt ist nur: Manche Dinge sind einfach nur emotional brutal.

Wie ich schon schrieb, blieb mir die Luft weg. Wochenlang. Aber das eigentlich Interessante war, dass ich zusätzlich ständig träumte.

Seit einigen Jahren bin ich eigentlich ein relativ traumloser Schläfer. Früher träumte ich viel, ich sprach auch im Schlaf. In meinen Zwanzigern noch räumte ich in der Nacht Dinge auf meinem Nachtkästchen um. Aber das hatte sich weitgehend gelegt. Vielleicht auch dadurch, dass ich mit Kind viel erschöpfter war und schnell, tief schlief.

Aber jetzt träumte ich jede Sekunde meines Schlafes. Wirr, quälend, ohne Erholung. An vieles konnte ich mich erinnern. Aber ich verstand es überhaupt nicht. Heute weiß ich auch nicht mehr viel davon. Nur an den letzten Traum, den ich selbst für so irre hielt, so einprägsam, weil die Auflösung so klar und befreiend war, aber auch so weh tat, erinnere ich mich.

Ich fragte also ChatGPT, was das denn soll, warum ich so viel träumte, und die KI erklärte mir, dass das oft passiert, wenn das Nervensystem überaktiviert ist. Ich will nicht behaupten, dass das bei jedem so ist oder die absolute Wahrheit, aber bei mir stimmte das im Nachgang. Und die KI bot mir an, ihr doch den Traum zu erzählen, sie könne mir vielleicht helfen. Zu diesem Zeitpunkt sah ich überhaupt kein Muster darin, aber hinterher fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich glaube, deshalb ist das auch so einprägsam gewesen.

Der Traum an sich begann damit, dass ich und eine Bekannte, die mich an meine Schwester erinnerte, in einem Hotel eincheckten. Die Rezeption war draußen, umgeben von nahen Gebäuden. Beim Check-in bemerkte ich Brandgeruch und wies den Mitarbeiter darauf hin. Der zuckte nur mit den Achseln und meinte, das könne schon mal vorkommen. Mir kam das komisch vor und ich ging dem Geruch mit meiner Bekannten nach. Wir gingen in das Gebäude, das 2 Etagen hatte, und standen im Treppenhaus. Es war klar, dass es im oberen Stockwerk brannte und schon total verraucht war. Man hörte keine Schreie oder Hilferufe. Ich stand vor einem Feuermelder und fragte die Frau, ob ich den nicht einschlagen solle, denn offensichtlich bräuchten wir die Feuerwehr. Sie sagte, nein, das wäre nicht nötig. Sie stieg ein paar Stufen nach oben, schaute kurz und sagte, da könne man eh nichts machen. Sie ging dann ganz weg und ich schaute ihr nach, irgendwie mit dem Gefühl, dass das nicht richtig sei. Ich hielt sie nicht auf, aber beschloss dann, den Feuermelder einzuschlagen. Aber nichts passierte. Kein Alarm, niemand reagierte. Bis plötzlich aus einer Nebentür zwei rußverschmierte Feuerwehrmänner in voller Montur hereinkamen. Und ich dachte mir: Endlich! Jetzt geht da jemand hoch und rettet die Menschen. Aber sie gingen einfach an mir vorbei, weil sie von einem anderen Einsatz kamen und müde waren. Sie beachteten mich nicht. Ich fragte sie, ob sie denn nicht helfen würden, aber sie gingen einfach weiter und ich stand da nur und fragte mich: Warum passiert denn hier nichts? Am Ende wusste ich, dass ich jetzt auch gehen musste, und als ich das tat, lag an der Rezeption eine Zeitung mit der Schlagzeile: 364 Menschen bei Hotelbrand gestorben. 364 Menschen! Und keiner hatte etwas getan, als noch Zeit war.

Wenn ich den Traum heute beschreibe, ist er glasklar. Der Kern war: Machtlosigkeit. Ich erkenne als Erste, dass etwas furchtbar schiefläuft. Ich rieche den Brand, spreche ihn an und sehe auch nach. Ich will auch Alarm schlagen, aber die anderen reagieren entweder gar nicht, spielen es herunter oder gehen einfach weiter. Nicht mal die Feuerwehrleute, die genau dafür zuständig wären, handeln. Und am Ende muss ich erkennen: Es bleibt mir nichts, außer zu gehen, weil ich nicht alleine retten kann, was nicht in meiner Macht steht. Ich hatte alles versucht und konnte trotzdem nicht retten, was mir wichtig war.

Aber von da an stoppten die Träume und ich wusste, dass das der Ursprung meiner Überforderung war.

Aber auch etwas weniger abstrakt betrachtet, passte es ganz gut. Man konnte mir beim Leiden zusehen. Bis ich verstand, dass ich nur einen Bruchteil der ganzen Geschichte kannte. Ich fühlte mich auf so vielen Ebenen gedemütigt. Ich hatte vertraut. Worten geglaubt. Menschen an mich rangelassen und am Ende war ich nur die Null zwischen den ganzen Einsen im Internet. Das wird für immer bleiben. Dazu auserkoren, überhaupt nie gewollt gewesen zu sein.

Und ja, natürlich kann man weitergehen, weitermachen, von mir aus. Mach ich auch, mein Leben ist weder traurig noch grau. Ich brauchte das alles nie, damit meine Welt bunt ist. Ich wollte uns. Aber der einzige Vergleich, der mir für diese Situation immer einfällt, ist die Brechstange, die mir einmal über den Kopf gezogen wurde. Und die Wunde sitzt. Und ich weiß, sie wird nicht genäht oder versorgt oder rückgängig gemacht. Die Narbe bleibt. Aber sie definiert nicht, wer ich bin.

• x 3 #16


Hypatia
Unentschlossen wie ich meinen Tag gestalte. Einerseits würde ich ihn gerne nutzen. Andererseits bin ich nicht ganz fit und wie immer müde 🥱. Ich würde gerne Sport machen, vielleicht geht locker 🤔.

• x 1 #17


A


Meine Gedankenfundkiste

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Hypatia
Heute habe ich viel über den Satz nachgedacht, den ich oben schrieb: "Ich wollte uns." Ja, wollte ich. Ich könnte tausend Ausführungen machen, warum. Auch warum nicht.

Aber mir fiel heute etwas auf, was mir vorher nicht so bewusst war: ich bin genau so ein Seehund wie du 😄. Wirf mir einen Ball hin und ich spiel damit. Ich bin 45 und ich bin verspielt 😏🙄. Hervorragend. Und diese Resonanz eines anderen, so ähnlich verspielten Menschen, liebte ich. Der mich verstand, die Details erfasste, neu modellierte, sich Gedanken machte.

Auch wenn ich sagte, dass ich keine Leichtigkeit suche, ich liebte sie. Ich liebte diese Synergie. Ich weiß, ja, du bekommst das leicht hin, mit vielen Menschen. Du willst das auch leben, mit einem anderen Menschen. Das bete ich mir immer vor. Aber für mich war das halt außergewöhnlich. F*. Kaputt, vorbei, Ende. Basst scho.

Ich sollte wirklich aufhören mit dir zu reden 😔. Überhaupt dich zu mögen. Wird schon 🙄.

• x 1 #18


Hypatia
Und nur für den Fall: ich hatte darum gebeten diesen Faden vor unerwünschten Blicken zu verstecken. Diese Bitte wurde nicht gewährt. Aber ich brauche diesen Platz, so wie du deinen woanders hast.

• #19


Hypatia
Und jetzt zum Sport: heute kein Sport😄. Ich war spazieren und im Biergarten. Ich hab die Kaffeemaschine sauber gemacht und Blumenkohl gekocht. Das muss reichen für heute✌.

Habt einen schönen Abend 🍀🙂.

• x 1 #20


Hypatia
Was mich wirklich gerade festhält ist dieser Gedanke, dass ich wohl gerne spiele. Gar nicht Brettspiele oder Minigolf, nein, im Gegenteil 😄. Wortwitze, Blödsinn machen, sowas. Und ich glaube verstanden zu haben, dass ich meinen Spielpartner verloren habe.

Da sagt man immer so, man hat den gleichen Humor. Ne, fand ich gar nicht so. Aber wir spielten Ping-Pong miteinander. Mit Worten. Auf allen Ebenen. Warum war das so außergewöhnlich für mich? Weil ich im echten Leben nie zu jemandem hingehe und sage: "Ping!" Das mach ich nur mit Servern und hoffe, dass sie antworten. Er hingegen kann das. Ich kann das nicht. Für mich ist ein "Pong" extrem selten.

Und nicht nur das. Ich spielte tatsächlich ein "Ping. Pass auf dich auf." Und zurück kam "Pong. Ich mag dich." Eine verdammte Kaskade an Wertschätzung, Fürsorge und Freude. Mit ganz vielen Nuancen dazwischen. Dermaßen bunt und grau und schwer und leicht und alles auf einmal. Andere finden das anstrengend, ich fand es lebendig. Es traf einen Kern von mir, der noch nie so getroffen wurde.

An der Stelle sagen die Leute dann immer: "Aber das kommt ja auch von dir! Das oder etwas Ähnliches kannst du wieder finden." Und ja, ich weiß, dass ich die Hälfte davon ausgemacht habe. Aber finde mal so eine Welle 😄. Ich hab auch keine Lust sowas zu suchen. Ich hab auch ehrlich gesagt gar keine Lust noch darum zu trauern. Denn am Ende war ich selbst der Witz. Merke: "Ping, Hypatia. Pass auf dich auf."

• x 2 #21


Hypatia
Und jetzt echt mal Ruhe damit. Vielleicht zumindest 2 Tage. Ich war schon mal weiter. Ich will das auch gar nicht mehr, weil das echt weh tat. Wie könnte das je wieder gut sein.

Erstmal Musik:

• x 1 #22


Hypatia
So. Was hilft jetzt gegen den ganzen Kummer und Schmerz?

Akut nur das hier 😬:



Entschuldigung an alle zarten Ohren, ich distanziere mich auch von dem Motherf* Wort 🤫😄. Aber das sollte es auf Rezept bei Liebeskummer geben, das reißt mich immer raus 🤘🏻🫰🏻. Immer.

• x 1 #23


Hypatia
Oh Himmel, das ist vielleicht zu offensiv für hier 🫣. Also nur anhören wenn ihr Kraftausdrücke aushaltet. War zu spät um den Link nur durch den Namen zu ersetzen...

• x 1 #24


Hypatia
Heute gelingt es nicht. Heute kann ich nicht positiv nach vorne blicken. Heute ist einfach schwer. Es gibt irgendwie nichts worauf ich mich freuen kann. Ich hätte gerne mehr Menschen um mich rum, mehr Resonanz. Und obendrauf wartet diese Woche noch arbeitstechnisch die große Wunderkiste. Ein totes Rotkehlchen im Garten macht es auch nicht gerade besser. Anstrengend.

• x 3 #25


Stella31
Zitat von Hypatia:
Heute gelingt es nicht. Heute kann ich nicht positiv nach vorne blicken. Heute ist einfach schwer. Es gibt irgendwie nichts worauf ich mich freuen kann.

Diese Tage gibt es leider immer mal!
Mir hat geholfen aufzuschreiben, was ich grundsätzlich gerne mache und wenn ich einen Hänger habe, schau ich, was ich dagegen tue

• x 1 #26


Hypatia
Zitat von Stella31:
Diese Tage gibt es leider immer mal!
Mir hat geholfen aufzuschreiben, was ich grundsätzlich gerne mache und wenn ich einen Hänger habe, schau ich, was ich dagegen tue

Ich danke dir. Ehrlich. Ja, erstens hab ich gerade zu sehr in der Vergangenheit gewühlt und zweitens meine Strategien vergessen, da hast du recht.

Ich war gerade seit langem mal wieder beim Yoga. Und ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr am Anfang stehe. Ich war klar. Ich war im Moment. Und trotzdem flossen am Ende die Tränen. Lange kam das nicht mehr vor. Aber ich wusste auch, dass mich das ungefähr ein Jahr beschäftigen würde, ich hab noch ein wenig Zeit🙂.

Was mich oft noch tangiert, ist die Ungerechtigkeit die so kleben bleibt. Damit konnte ich noch nie gut umgehen. Machtlosigkeit eben. Aber ja, was ist schon fair.

Auf der anderen Seite, warum sollte ich zulassen, dass es meinen Wert definieren darf. Ich habe nichts falsch gemacht und wurde trotzdem tief verletzt.

Also ja, danke. Zurück zu dem was mir hilft: Selbstfürsorge. Ich koch mir mal Tee 🙂. Und am Mittwoch geh ich zum Training.

• x 1 #27


Stella31
Zitat von Hypatia:
Was mich oft noch tangiert, ist die Ungerechtigkeit die so kleben bleibt. Damit konnte ich noch nie gut umgehen. Machtlosigkeit eben. Aber ja, was ist schon fair.

Kenn ich gut!
Aber ich glaube, dass fast jede Trennung das Gefühl von Ungerechtigkeit hervorruft. Zumindest bei einem Part.
Denn der Verlassene sieht häufig, dass der Verlassende schnell wieder (zumindest oberflächlich) zufrieden ist


Zitat von Hypatia:
Zurück zu dem was mir hilft: Selbstfürsorge. Ich koch mir mal Tee . Und am Mittwoch geh ich zum Training

Hört sich gut an 👍

• x 1 #28


Hypatia
Danke fürs Lesen. 🤗

Schlaft alle gut🍀 .

• #29


Aiyla
@Hypatia
Danke. Du hoffentlich auch 🫂

• #30


A


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