icogar
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ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll.
Irgendwie hatte ich bedingt durch Umzüge, Schulwechsel nie feste Freunde, aber war immer (und bin es auch noch heute) sehr sehr kontaktfreudig, finde also schnell flüchtige (!) neue Kontakte. Beruflich hat es mich dann aufs Land verschlagen vor knapp 2 Jahren.
Hier habe ich auch jemanden kennen gelernt. Er vom Dorf, hat hier sein ganzes Leben verbracht, kennt fast jeden und hat auch richtige (!) Freunde. Er ist hier in drei Vereinen, fast jedes Wochenende irgendwo unterwegs, aktiv, jeder hat mal irgendwann Geburtstag, Hochzeit, irgendwas ist immer.
Selbst in meiner Heimat (die es in der Form fast nicht gibt, weil ich nie irgendwo wirklich gute Freunde hatte) hatte ich sowas nicht mal ansatzweise.
Er ist häufig ohne mich unterwegs, eigentlich fast immer. Auch mal ganze Wochenenden mit Fußballern Campen oder sonst wo unterwegs, übernachtet dann bei Freunden auch in anderen Städten. Ich bin da nie dabei. Einmal fragt er mich nicht und zum anderen - irgendwie hab das Gefühl dort mehr zu stören, Party mit dem Partner ist irgendwie unlocker.
Ich war und bin auch heute noch häufig frustriert, alleine am Wochenende herum hocken. Ich habe Hobbys, einen nine to five Job, aber ich kann auch nicht den ganzen Tag am Wochenende meinen Hobbys nachgehen, das ist auch irgendwann langweilig.
Vor einem Jahr hab ich mir einen Ruck gegeben, nachdem wir eine Beziehungskrise hatten, er Die Osterfeiertage mit Freunden verbracht hat statt mit mir und ich auch nicht in die Heimat gefahren bin - extra wegen ihm und dann hab ich hier herum gehockt.
Ich bin seit dem in einem Verein und im Fitness Center aktiv. Ich habe seither vielleicht 30 Kontakte geknüpft, namentlich, Handynummern getauscht und war abends auch häufig aktiv. Aber irgendwie bin ich mehr dabei als mitten drinnen. Das sind alles Dorfleute, die mich auf private Veranstaltungen nicht einladen. Klar - abends mal was trinken gehen - bin ich auch manchmal mit dabei, aber ich bin irgendwie nicht mit denen groß geworden, nicht aufgewachsen und fremd, obwohl ich wirklich mein Bestes gebe, mich anzupassen und zu integrieren, helfe auch bei Vereinsaktivitäten mit.
Das Problem der Freizeit ist gelöst, aber Freunde sind das für mich nicht eben eher Kontakte. Viele melden sich von sich aus überhaupt nicht, wochenlang nicht. Zwar grüßen sie herzlich auf der Straße, wenn ich sie im Verein treffe, aber mehr nicht.
Mein Freund ist ständig irgendwo abends mal quatschen mit Kumpels und unterwegs, der hat Spaß - richtigen Spaß. Feiert ausgelassen (ohne mich).
Ich bin frustriert. Und ich weiß, es liegt nicht an ihm, es liegt an mir und sonst keinem. Vielleicht den Umständen, die ich versuche zu verbessern, aber es mag so recht mir nicht gelingen. Viel zu oft mache ich Samstag Abend um 21 Uhr das Licht aus und verschlafe einfach das Wochenende, bevor ich mich frustriert vor die Glotze setze und reflektiere, dass ich nicht vorwärts komme.
Ich beschwere mich oft bei ihm darüber, dass er mich nicht mit nimmt, er wirft mir vor, dass ich zuviel Zeit habe und keine eigenen Sachen - er hat nicht unrecht, aber mir kommt es so vor, als brauche er mich auch garnicht. Er hat mich gern, das zeigt er mir und er nimmt sich auch Zeit, ist auch für mich da.
Aber viel mehr Zeit ist er eben doch anders unterwegs, was soll ich mit seinen Kumpels in der Kneipe oder auf dem Fußballfeld. Klar war ich schon mal dabei, aber ich merke eher dass ich da garnicht rein passe in diese Welt. Ich bin viel lieber mit ihm alleine unterwegs.
Ich befürchte, dass durch mein Unglücklichsein und meinen Frust (der nichts mit ihm direkt zu tun hat, sondern lediglich dadurch gesteigert wird, dass er so glücklich ist und wenig frustriert ist und ich diesen direkten Vergleich habe). ...... meine Beziehung langfristig ernsthaft gefährdet wird.
Ich brauch mal Rat. Ich habe lange überlegt, anfangs dachte ich, er sei daran Schuld dass ich mich hier nicht wirklich wohl fühle. Aber mittlerweile bin ich davon abgekommen und froh ihn zu haben. Ich habe irgendwie den Eindruck verstanden zu haben, dass es an mir liegt, an meinem Umfeld, das ich im Grunde nicht habe - vordergründig ein sozial funktionierendes Gefüge.
Gibt es Ratschläge, wie ich nicht nur flüchtige Kontakte knüpfen kann, sondern auch wirklich tiefergründige über die nächsten Monate, Jahre hinweg bekommen kann?
